Frage von Jonny205, 73

Kann ich mich bei Mordgedanken gegenüber anderen Personen selbst in eine Psychiatrie einweisen?

Ich hab seit einigen Monaten Depressionen und hab eigentlich auch gelernt damit umzugehen und führe im großen und ganzen ein normales Leben. Aber seit ein paar Wochen schlafe ich kaum noch (letzte Nacht allerhöchstens 2 Stunden). Das hatte ich schonmal und zwar als das mit meinen Depressionen angefangen hat. Mein Problem ist jetzt dass ich absolut übermüdet und extrem reizbar bin. Auf der Arbeit bin ich auch nicht mehr so schnell wie vor paar Wochen und habe deshalb heute mal wieder einen Anschiss von einer Kollegin bekommen. Jetzt war ich aber so müde und gereizt dass ich den ganzen Tag nur noch daran gedacht habe mir ein Messer zu nehmen und sie auszuweiden. Falls ich kein Messer gehabt hätte dann hätte ich ihr auch die Kehle durchgebissen. Ich hab grad bisschen Angst davor dass ich das in den nächsten Tagen vielleicht wirklich tun könnte... Kann ich mich wegen den Mordgedanken selbst in eine Psychiatrie einweisen? Im Internet lese ich nämlich immer nur dass depressive Menschen sich bei SELBSTmordgedanken selbst einweisen können.

Bitte nur hilfreiche Antworten. Und bezeichnet mich bitte nicht als Psychopathen

Support

Liebe/r Jonny205,

auch wenn es hier um einen guten Rat geht, ist es schwierig Dir einen zu geben, ohne Deine tatsächliche Situation genauer zu kennen. Sprich bitte mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson aus der Schule oder dem Beruf sein. Oder schau mal hier: http://www.nummergegenkummer.de

Herzliche Grüße

Julian vom gutefrage.net-Support

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EinNarr, 28

Du bist kein Psychopath. Du bist müde, gestresst, frustriert und reizbar.

Das ist keine Psychopathie, sondern Schlafentzug. 

Unter den aktuellen Umständen kannst du dich natürlich Einweisen lassen und wirst auch mit ziemlicher Sicherheit aufgenommen werden. Allerdings ist es wichtig, dass du dann deine Situation auch umfassend schilderst. Deine Gedanken erscheinen eher als eine Reaktion auf deine aktuelle gesundheitliche Verfassung. 

Allein diese reicht schon ohne Weiteres aus, für einen Hilfegesuch. 

Eine Möglichkeit zur Überbrückung wäre jedoch auch eine Krankschreibung. Du schreibst, dass du sehr wenig schläfst. Spreche an der Stelle mit deinem Hausarzt und auch, sofern du schon einen hast, Psychiater. Solltest du keinen Psychiater haben, dann kannst du deinen Hausarzt bitten, dir ein paar Anlaufstellen in deiner Umgebung herauszusuchen. Dort hast du die Möglichkeit Medikamente zu bekommen, die schlafanstoßend respektive sedierend wirken und dir helfen, besser und auch mehr zu schlafen.

Über die Krankschreibung kannst du dann ein paar Tage Ruhe einkehren lassen. Hinlegen und schlafen, so viel wie es geht und den restlichen Tag ruhig angehen lassen - dein Körper braucht, bei so wenig Schlaf, die Ruhephasen um sich zu erholen.

Deine Gedanken sind, um dir vielleicht die Angst zu nehmen, nicht unüblich. Gerade in dieser Verfassung gibt es viele Menschen mit ähnlichen Gedanken und Impulsen aber nahezu immer werden sie durch sich selbst ausgebremst, durch einen inneren Widerstand. Du bist also kein Psychopath oder macht eine Entwicklung zum potentiellen Serienmörder durch. Diese Gedanken an Mord et cetera können unglaublich viel Angst machen, besonders weil man diese Facette an sich selbst vielleicht nicht kennt und sie auch überhaupt nicht im Einklang steht mit dem Rest von einem. Das geht aber auch wieder vorüber, wenn du dich psychisch wie physisch etwas erholen konntest. Die Ausnahme bestätigt zwar bekanntlich die Regel aber rede dir bis dahin nicht selbst etwas ein und erschwere dir damit nicht zusätzlich deine Genesung.

Kurzum - eine Einweisung unter diesen Umständen ist möglich. Wende dich Alternativ auch an Hausarzt/Psychiater und leite im Fall der Fälle einen Termin bei einem Psychiater für Schlafmedikamente, gerne auch auf Bedarf, in die Wege. Du bist kein kranker Psychopath - jedoch mächtig angeschlagen. Konzentriere dich auf dich und deine Genesung, Hilfe wirst du auf jeden Fall bekommen, wenn du danach fragst.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe du kommst bald wieder auf die Beine. Viel Glück.

Liebe Grüße.

Antwort
von MondscheinStern, 48

Ja das kannst du, schildere ihn deine Situation und sie werden dich ganz bestimmt Einliefern :) Viel Erfolg:D

Kommentar von einfachichseinn ,

Wenn kann sich nicht selbsteinweisen. Das kann nur ein Arzt!

Kommentar von MondscheinStern ,

Nein, also man kann sich selbst einweisen lassen, in den Fall werden sie ihn auch so nehmen. Er spricht davon das er Mord Gedanken hat andere umzubringen. Und klar kann das nur ein Arzt:)

Antwort
von einfachichseinn, 24

Du kannst dich gar nicht einweisen. Niemals nie!

Einweisen kann nur ein Arzt!

Allerdings kann dich ein Arzt einweisen, wen du eigen- und/oder fremdgefährdet bist.

Also wenn du eine Gefahr für andere Menschen darstellst.

Kommentar von Jonny205 ,

Ja ich habe das blöd formuliert... Meine Frage war ob ich mich auf freiwilliger Basis von meinem Hausarzt einweisen lassen kann. Also nicht gegen meinen Willen sondern eigeninitiativ

Kommentar von MondscheinStern ,

So wie Jonny205 das gerade gesagt habe, habe ich es auch verstanden:) 

Kommentar von einfachichseinn ,

Das sollte möglich sein, sofern der Arzt das von dir beschriebene, als akute Fremdgefährung einstuft.

Antwort
von FelinasDemons, 30

Man wird eingewiesen, wenn man Fremd-oder Eigengefährdet ist. Heißt,wenn du eine Gefahr für dich oder andere darstellst. Also kannst du stark davon ausgehen,dass sie dich auch bei akuter Mordgedanken einweisen.

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