Frage von PLFBBTFF, 32

Kann ich meiner stute bachblüten geben bevor sie alleine ins gelände geht?

Also wie da oben schon steht kann ich das machen (hätte jz die leckerlis genommen) , da sie nicht ins gelände geht und tritt und ganz nervös wieder zum stall will! Bitte um Rat Lg

Antwort
von uteausmuenchen, 32

Hallo PLFBBTFF,

in Kürze:

1) Bachblüten sind esoterische Placebos, werden dem Tier also nicht gezielt helfen.

2) Bachblütenessenzen enthalten Alkohol, wenn auch nur wenig.
Warum dem Tier etwas geben, das etwas enthält, was nicht gut für das Tier ist, wenn es keinen Nutzen davon hat? Die Leckerlis sind tiergerechter.

Ausführlicher:

"Bachblüten" klingen nach einer wunderbar sanften Naturmedizin, wir sehen ein munteres Bächlein mit Heilpflanzen vor uns. Damit haben Bachblüten jedoch nichts zu tun, Der Name stammt von ihrem Erfinder, einem Dr. Bach.

Der hat sie nach recht esoterischen Methoden ausgewählt, nicht selten nach ihrem Namen. So soll die Zitterpappel bei der Angst vor dem Unbekannten helfen.

Hergestellt werden die Blüten, indem man sie nach recht rituellen Vorgaben einsammelt, in Wasser einlegt und ein paar Stunden der Sonne aussetzt. Manchmal werden auch auch Äste und Blätter gekocht. Der so hergestellte Sud soll eine nicht näher quantifizierbare “Blütenenergie“(?) enthalten. Worin diese "Energie" bestehen soll, darüber schweigt sich das Verfahren bis heute, etwa 80 Jahre nach seiner Entstehung, aus.

Das Ganze wird zuletzt noch deutlich verdünnt, meist im Verhältnis 1:240. Und wie gesagt: Die normalen Bachblüten enthalten Alkohol.

Ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Die Bachblüten-Therapie zählt nicht zur Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), denn verwendet wurden keineswegs Pflanzen mit bekannter Heilwirkung (Heilpflanzen); die Pflanzen wurden von Bach nicht nach ihrer bekannten ("altes Wissen") Heilwirkung ausgewählt, sondern allein aufgrund seiner persönlichen, esoterisch geprägten Naturdeutung.

Es gibt relativ wenige gute Studien, mit denen die Wirksamkeit der Bachblütentherapie untersucht wurde. In keiner dieser Studien schnitten die esoterischen Essenzen besser als Placebos ab.

Warum hört man dann so viel Positives?

Naja, wie in allen Branchen ist Werbung natürlich geduldig. Da klingt immer alles toll. Und die Hersteller werben viel und umfangreich, so dass sehr viele Anwender erst mal gar nicht wissen, dass sie da ein esoterisches Konzept anwenden.

Bachblüten werden ja gern in der Selbstmedikation genutzt, so auch bei Dir. Der Verbraucher fragt leider viel zu selten nach echten Nachweisen für eine Wirksamkeit, wenn versprochen wurde, was man hören möchte: "sanft" und "nebenwirkungsfrei" sind gute Köder.

Und nicht selten fühlt sich der Verbraucher ja auch besser: Placebos sind nicht wirkungslos: Die Anwender haben das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun und eine „sanfte Medizin“ zu verwenden. Allein das tut schon gut.

Und man macht das ja meistens bei harmlosen Problemen. Sehr wahrscheinlich klappt bei Deinem Pferd der Geländegang einfach, wenn Du dabei bist und es beruhigst. Hier oder bei der Behandlung von Bagatellerkrankungen stellen sich also oft nach der Gabe von Bachblüten Erfolge ein. - Was der Verbraucher fehldeutet als "das Mittel hat geholfen".

Aber ich sag's mal so: Früher wurden im Winter auch Jungfrauen geopfert, damit der Frühling wiederkam. Das hat jedesmal geholfen. Das konnten die damals sogar reproduzieren.

Und genau so wie bei den geopferten Jungfrauen helfen Bachblüten auch.

Ich persönlich empfehle die Leckerli. ;-)

Grüße und viel Spaß

Antwort
von Annielue, 29

Bachblüten werden das Problem nicht beheben. Versuche es mal damit, ihr mehr Sicherheit zu geben. Geh mit ihr spazieren und reite mit anderen ins Gelände, aber ein Pferd, dass allein im Gelände unsicher ist, sollte man auch nicht allein ins Gelände reiten, wenn man sein Leben nicht riskieren will! Da ändern auch Bachblüten nix dran!

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