Frage von mueggli899, 189

Kann ich meinen Psychiater verklagen?

Ich habe von meinem Psychiater Focalin (Amphetamin) verschrieben bekommen, obwohl keine ADHS-Abklärung gemacht wurde und ohne dass ein EKG gemacht wurde, was äusserst gefährlich ist wegen möglichem Herzstillstand. Desweiteren habe ich eine bipolare Störung und wurde 2 Wochen nach Beginn der Einnahme manisch und musste in die Psychiatrie. Kann ich meinen Psychiater wegen Grobfahrlässigkeit o.ä. verklagen?

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Antwort
von user8787, 67

Focalin untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe.

Wie alt bis du und wenn du minderjährig bist haben deine Eltern der Therapie zugestimmt? 

Für die Verordnung dieses Wirkstoffs muss es eindeutige Indikationen geben, welche auch vom Arzt begründet werden müssen.

Falls du tatsächlich in der Psychiatrie warst sollte es Berichte geben das das Medi schuld an deinem Zustand schuld ist. 

Erst dann macht es Sinn Maßnahmen anzudenken. 

Antwort
von Scaver, 57

Vorab: Das ist keine Rechtsberatung, da ich diese nicht geben darf.
Was ich nun schreibe stammt aus meinen eigenen Erfahrungen und Wissen aus meiner Ausbildung, meinem Beruf und was ich mir privat angeeignet habe, aber alles ohne Gewähr!

Ja, Du ihn verklagen.

Aber gleich Vorweg. Du hast nur eine Chance, wenn Du ein medizinische Gutachten erstellen lässt, welches das belegt, was Du deinem Arzt vorwirfst.
Und da solltest Du gleich einen vereidigten Sachverständigen nehmen, damit die Gegenseite das nicht so einfach anfechten kann.

Das Problem: So ein Gutachten kostet einige Tausend Euro. Und die musst Du erst mal vor strecken und kannst diese Kosten nur zurück fordern, wenn Du das Verfahren gewinnst.

Ohne Rechtsschutzversicherung die diese Kosten übernimmt, wirst Du da finanziell schnell untergehen.

Das gilt aber wie gesagt nur für den Zivilrechtlichen Weg.

Eine Alternative kann sein, dass Du Strafanzeige erstattest. Kommt es dann zur Anklage durch die Staatsanwaltschaft, könnten diese ein Gutachten in Auftrag geben. Du könntest hier als Nebenkläger auftreten und so deinen Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld einfordern.

Allerdings: Wenn der Staatsanwalt keine Grund für eine Verfolgung sieht oder einen Vergleich abschließt, hast Du Pech gehabt.

Gut, dann könntest Du immer noch den Zivilrechtlichen Weg gehen.

Ich rate dir hier dringend zu einer Rechtsberatung durch eine Fachanwalt!

Antwort
von Nunuhueper, 35

Nein.

Ob Deine bipolare Störung allein durch das Medikament ausgelöst wurde oder sie latent schon zuvor bestand, ist nachzuweisen. Das wäre ein umfangreiches Gutachten zur Prüfung, ob hier ein vermeidbarer Behandlungsfehler vorliegt.

Es sollte aber Dein Arzt die unerwünschte Arzneimittelnebenwirkung der Arzneimittelkommision melden:

http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/UAW-Meldung/

Antwort
von kleinerhelfer97, 101

Focalin ist doch nur in den USA erhältlich :o
Ja, du kannst deinen Psychiater verklagen, wenn er keine eindeutige Diagnose hat oder auch keine weiteren Diagnosewege gegangen ist. Wende dich an einen Anwalt für Medizinrecht.

Antwort
von marylinjackson, 26

Nur, wenn ein Versäumnis bei der ärztlichen Aufklärungspflicht vor der Einnahme von Focalin nachweisbar ist. Als eine Nebenwirkung dieses Medikaments werden sogar psychotische Störungen beschrieben.

Ich  zweifle, dass ein solcher Nachweis gelingt.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 44

Grobfahrlässigkeit bedeutet zunächst gar nichts.

Weswegen willst du ihn verklagen?

Antwort
von Yingfei, 98

Ein Anwalt für Medizinrecht kann dir da weiter helfen!

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