Frage von lordbuerzel, 59

Kann ich meinen Mitbewohner nach erfolgter fristloser Kündigung ausschließen?

Ich bin Hauptmieter einer WG und habe mit meinem aktuell einzigen Mitbewohner einen Untermietvertrag. Nachdem mein Mitbewohner 2 Monate in Folge nicht die Miete gezahlt hat, hat er die fristlose Kündigung bekommen, fristgerecht am 4. Werktag des 2ten Monats. Dann habe ich ihm nochmal 14 Tage Zeit zum Auszug gegeben. Die sind verstrichen, er ist aber immer noch drin. Nun möchte ich das Schloss austauschen und ihn dann nicht mehr reinlassen. Ferner möchte ich seine Möbel und Klamotten mittels Vermieterpfandrecht so lange behalten, bis er mir die geschuldete Miete nachzahlt.

Kann ich das so machen? Worauf muss ich achten?

Antwort
von DerHans, 41

Du kannst ihn natürlich nicht einfach "ausschließen". Für dich gilt der Rechtsweg genau so wie für jeden anderen Vermieter.

Antwort
von capi89, 30

Nope, Du darfst den nicht ausschließen. Ich gehe mal davon aus, dass ihr Studenten bzw. noch relativ jung seid. Du solltest zunächst nochmal mit ihm sprechen, im Zweifel (auch wenns kindisch wirkt) mit seinen Eltern, wenn Du die Möglichkeit hierzu hast, das wirkt manchmal Wunder und Dein Ziel wird es ja sein, schnellstmöglich an das Geld zu kommen. Wenn das alles nichts hilft, bleibt dir nur der Gang zum Anwalt...

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 22

Worauf achten?

Auf die Einhaltung der Gesetze.

Den Mieter, auch wenn er keine Miete zahlt, "aussperren" ist verbotene Eigenmacht.

Du dürftest zwar von deinem Vermieterpfandrecht Gebrauch machen, aber nicht auf alle Gegenstände.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 16

Du bist Vermieter als Hauptmieter in einer Wohnung gegenüber deinem Untermieter. Der Begriff WG spielt hier keine Rolle.

Eine fristlose Kündigung ist an keine Frist gebunden. Mit Übergabe der Kündigung endet das Mietverhältnis sofort und unmittelbar. Hast du allerdings nicht vorsorglich der Fortsetzung des Mietverhältnisses widersprochen und der Mieter ist na14 Tage nach Kündigung nicht aus der Wohnung ausgezogen, dann setzt er das Mietverhältnis unbefristet fort. Du hättest keine Rechte auf Vermieterpfandrecht nach diesen 14 Tagen. Ein Schlosswechsel wäre verbotene Eigenmacht und Besitzstörung, der Mieter könnte sich auf dem Weg der einstweiligen richterlichen Anordnung mit Hilfe des Gerichtsvollzieher wieder Zugang zu seiner Wohnung verschaffen.

Bitte nachlesen BGB § 545.

Lösung für den Fall, dass hier der Anwendung des § 545 nicht widersprochen wurde:

Erneute fristlose Kündigung, 6 Tage Fristsetzung zum Auszug, nach 15 Tagen Räumungs- und Zahlungsklage am AG.

Kommentar von lordbuerzel ,

Der Fortsetzung des Mietverh. habe ich allerdings mit der fristl. Kndg. widersprochen. Und nun? Kann ich ihn ausschließen? Kann ich seine Sachen als Pfand nehmen?

Ich möchte die Sachen zusammenpacken und woanders lagern, da ich dringend das Zimmer weiter vermieten muss. Sonst kann ich die Wohnung nicht halten. Immerhin hab ich 2 Monate Mietausfall durch ihn, das sind fast 500 EUR. Einen neuen Mitbewohner habe ich schon, der möchte auch gleich einziehen.

Jemand meinte, ich brauche einen Zeugen beim Ausräumen.

Ja, es ist vllt. alles nicht ganz sauber. Aber wie minimiere ich den Schaden, falls es vor Gericht geht? Ich muss unbedingt die Wohnung weitervermieten. Der Mietnomade wird definitiv nicht zahlen und lügt in einem fort.

Kommentar von DerHans ,

Such mit Zeugen bleibt es verbotene Eigenmacht. Allerdings bleibt einem manchmal einfach keine andere Wahl.

Der Zeuge kann dich dann nur davor bewahren, dass der Untermieter anschließend behauptet du hättest seine Sachen beschädigt oder gestohlen. Dann müsste aber ein genaues Verzeichnis erstellt werden, was du heraus genommen und eingelagert hast.

Kommentar von Gerhart ,

Der Rechtsweg wäre nun die Klage auf Zahlung der Mietschulden, Schulden aus der ungenehmigten Nutzung der ehemaligen Mietsache, Räumung und Herausgabe der Mietsache. Nach einem Urteil folgt die Vollstreckung nach Berliner Modell, Eintragung bei der Schufa und Mitteilung an die Eltern durch dich.

Dauer des Verfahrens 3-6 Monate, je nach Auslastung des Amtsgerichtes.

Andere Handlungen wären ungesetzlich.

Antwort
von stefan1531, 14

Das kannst Du so machen - allerdings rechtlich gesehen darfst Du das nicht.

Antwort
von wildpark3, 24

Können schon, dürfen ist etwas anderes. Zumeist brauchen "die Brüder" den Schuss vor dem Bug..^^

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