Frage von Ozgur1990, 152

Kann ich in der Probezeit gekündigt werden, obwohl es ein vertuschter Arbeitsunfall war?

Hallo,

erst ein mal die Geschiche dazu, was passiert ist:

Meine Firma und ich haben einen Betriebsausflug auf die Schlittschuhbahn gemacht und dabei bin ich gestürtzt und habe mir meine Hand verletzt, sodass ich nun schon mehr als einen Monat krankgeschrieben bin. Im Prinzip ist es ein Betriebsunfall, so habe ich das auch dem Artzt geschildert. Darauf hin bekam ich eine E-Mail von meiner Firma, dass es sich nicht um einen Arbeitsunfall handelt und die Chefin auch schon mit meinem Arzt telefonisch gesprochen hat und ihn darauf hingewiesen hat, dass der Artzt eine neue Arbeitunfähigkeitsbescheinigung ausstellen solle. Diese erhielten wir dann und reichten Sie dem Hotel ein. So nun habe ich heute per Einschreiben meine Kündigung erhalten (meine Probezeit endet nächste Woche), dass ich bis zum 09.03.2016 gekündigt bin.

Es sieht so aus, dass mein Arbeitgeber den Arbeitsunfall vertuschen wollte, sodass sie nicht die BG bezahlen müssen.

Kann mir jemand weiter helfen, was ich nun dagegen machen kann?

Liebe Grüße

Antwort
von Schokolinda, 84

hier http://www.dguv.de/de/Ihr-Partner/Arbeitgeber-Unternehmer/Ein-Arbeitsunfall-was-... kannst du nachlesen, wann die BG zu zahlen hat.

vielleicht könnte man sagen, dass du dich selbst in gefahr begeben hast und die BG deshalb nichts zahlen müsste; das kann man aber sicher nachprüfen lassen.

oder es sind andere voraussetzungen nicht erfüllt gewesen z.b. weniger als 20% anwesend.

Antwort
von DerHans, 86

Dass ein Arzt sich auf eine nachträgliche Änderung einlässt, hört sich eher unglaubwürdig an.

Selbstverständlich solltest du darauf bestehen, dass die ursprüngliche Version des Arbeitsunfalls aufrecht erhalten wird. Das ist sehr wichtig für dich, falls es später zu Komplikationen kommen sollte.

Mit der Kündigung hat das aber nichts zu tun. da du noch in der Probezeit warst, braucht der Arbeitgeber die Kündigung gar nicht zu begründen.

Kommentar von Ozgur1990 ,

Meine Chefin telefonierte mit meinem Arzt und meldete sich dann via E-Mail bei mir, dass es kein Betriebsunfall sei, sondern eine "private Verantstaltung". Aber alles wurde von meinem Arbeitgeber organisiert und bezahlt.

Als ich dann in die Praxis fuhr erhielt ich widerstandslos eine neue Krankenmeldung mit meiner Krankenkasse und nicht der BG meines Arbeitgebers.

Kommentar von DerHans ,

Was soll das denn für ein Arzt sein, der mit deinem Arbeitgeber über deinen Krankheitszustand telefoniert. GEGEN DEN solltest du mit einem Rechtsanwalt vorgehen.

Kommentar von Ozgur1990 ,

Das finde ich auch. Datenmissbrauch, da weitergabe an Dritte. Aber zudem auch noch eine falsche Diagnose gestellt und mich 3 Wochen krankgeschrieben, obwohl dies nicht die Ursache meiner Schmerzen war. Desinteresse am Patienten. Erst ein anderer Orthopäde hat feststellen können das es rein garnichts mit meinem Daumen zu tun hat. Er vermutet einen Bänderriss am rechten Handgelenk ist sich aber nicht sicher und hat mich erstmal zum MRT geschickt, sodass er es richtig zuordnen kann.

Kommentar von DerHans ,

Trotzdem musst du darauf bestehen,

 dass die Sache als Arbeitsunfall behandelt wird.

Kommentar von Ozgur1990 ,

An wen wende ich mich da am Besten?

Kommentar von BalTab ,

An eine Rechtsanawlat

Kommentar von lenzing42 ,

Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht wäre in diesem Fall der richtige Ansprechpartner.

Kommentar von DerHans ,

Du kannst die zuständige Berufsgenossenschaft und deine eigene Krankenkasse selbst verständigen. Die wird dann schon den ordnungsgemäßen Unfallbericht von der Firma einfordern. Incl. Bußgeldbescheid, wenn ein Unfall vertuscht werden soll.

Antwort
von Lumbago666, 18

In der Probezeit kann der Arbeitgeber kündigen und muss den Grund dafür nicht nennen. Das kann natürlich der Arbeitsunfall sein oder auch andere Gründe. Du kannst natürlich nachfragen, aber beantworten müssen die es leider nicht.

Deinen Unfall zu vertuschen bringt dem Arbeitgeber nichts. Da der Unfall auch bei einem Anerkenntnis keinerlei Konsequenzen für den Arbeitgeber hat, kann das nicht der Grund sein. Als Grund käme wohl viel eher die Ausfallzeit in Betracht, aber das liegt im Bereich der Spekulation. Beiträge muss die BG sowieso zahlen und zwar unabhängig davon, ob Du einen Unfall hattest oder nicht. Oder sprechen wir von Schwarzarbeit?

Das der Arzt hier gegen die Schweigepflicht verstoßen hat, wirst Du auch nur schwer beweisen können. Der Arzt steht inkl. Telefonnummer auf der AU-Bescheinigung drauf, die Du Deinem Arbeitgeber gegeben hast. Folglich kann der auch da anrufen. Das der Arbeitgeber den neuen Beleg angefordert hat ist insoweit auch legitim. Natürlich ist es etwas seltsam, wenn der Arzt hier die AU-Bescheinigung nachträglich ändert. Das betrifft aber insoweit keine Sozialdaten. Wenn er aber Diagnosen rausgegeben hätte oder mal nett geplaudert hätte, sähe das sicherlich anders aus. Aber auch hier besteht ein Beweisproblem.

Eine Kopie der Original-AU-Bescheinigung würde sich die BG nach entsprechendem Einwand bei der Kasse anfordern.

Es ist bei Unfällen bei  betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltungen übrigens normal, dass diese nicht vom Arzt als Arbeitsunfall gemeldet werden, weil die nicht typisch sind. Ich vermute, dass Dein Arzt hier unsicher war und die AU nur deshalb geändert hat. Hier kommt es vielmehr darauf an, was der Arbeitgeber auf Nachfrage der BG für Angaben macht. Dort liegt der Hase im Pfeffer. 

Hinsichtlich der Kündigung kann man sich natürlich beraten lassen. Falls eine Rechtsschutzversicherung besteht, man Mitglied einer Gewerkschaft ist oder Anspruch auf einen Beratungsschein bekommt auch kostenfrei. Gleiches gilt übrigens auch für das Sozialrecht - also gegenüber der BG.

Hinsichtlich des Arztes würde ich nichts machen. Es macht keinen Sinn einem vage möglichem aber nicht beweisbaren Sorgfaltspflichtverstoß Geld hinterher zu werfen. Auch die kassenärztliche Vereinigung macht ohne Nachweis nichts, denn hier gilt für den Arzt (wie für jeden anderen auch) die Unschuldsvermutung.

Die BG hat den Vorfall jetzt ja noch nicht entschieden, also bitte die Keule noch in der Tasche lassen. Die brauchen noch Zeit ;)

Antwort
von Bomberos911, 26

Nun, wie schon geschrieben... Gegen die Kündigung wirst du wenig machen können.

Ob es sich hierbei um einen Arbeitsunfall handelt oder nicht, lässt sich mit den vorliegenden Infos nicht ganz klar beantworten. Sind einige Faktoren, die da zusammentreffen müssen. Ich würde mich an deiner Stelle an deine Krankenkasse wenden und da mal nachfragen, wie die das sehen. In der Regel wird sich deine Krankenkasse freuen, wenn nicht sie, sondern die BG leisten muss. Die hättest du dann sicherlich mal auf deiner Seite.

Antwort
von Novos, 69

Da eine Kündigung in der Probezeit keines aufgezeigten Grundes bedarf, kannst Du nicht machen.

Antwort
von johnnymcmuff, 43

Meine Firma und ich haben einen Betriebsausflug auf die Schlittschuhbahn gemacht und dabei bin ich gestürtzt und habe mir meine Hand verletzt, sodass ich nun schon mehr als einen Monat krankgeschrieben bin. Im Prinzip ist es ein Betriebsunfall, so habe ich das auch dem Artzt geschildert. 

Ja das zählt zur Arbeit.

Darauf hin bekam ich eine E-Mail von meiner Firma, dass es sich nicht um einen Arbeitsunfall handelt und die Chefin auch schon mit meinem Arzt telefonisch gesprochen hat und ihn darauf hingewiesen hat, dass der Artzt eine neue Arbeitunfähigkeitsbescheinigung ausstellen solle. 

Dein Arzt darf keine Informationen von Dir preisgeben und auch keine neue Bescheinigung ausfüllen nur weil Deine Chefin es verlangt.

Vielmehr muss sich der Arbeitgeber an die BG und oder die Krankenkasse wenden.

Diese erhielten wir dann und reichten Sie dem Hotel ein. So nun habe ich heute per Einschreiben meine Kündigung erhalten (meine Probezeit endet nächste Woche), dass ich bis zum 09.03.2016 gekündigt bin.

In der Probezeit kann der Arbeitgeber ohne Begründung kündigen.

Es sieht so aus, dass mein Arbeitgeber den Arbeitsunfall vertuschen wollte, sodass sie nicht die BG bezahlen müssen.Kann mir jemand weiter helfen, was ich nun dagegen machen kann?

Dich an die BG und Krankenkasse wenden und den Fall schildern.

Antwort
von bachforelle49, 54

was hat denn das Hotel mit deinem Attest zu tun? Bei Krankschreibung kriegst du doch 6 Wochen Lohnfortzahlung... Es zeigt sich immer wieder erneut, wie wichtig ein Berufsrechtsschutz ist, um abgesichert jetzt gegen deine Kündigung vorgehen zu können

Kommentar von wurzlsepp668 ,

innerhalb der Probezeit ist eine Kündigung jederzeit zulässig .....

Kommentar von DerHans ,

In diesem Fall würde auch eine Rechtsschutzversicherung keine Hilfe sein. Gegen die Kündigung in der Probezeit kann man absolut nichts machen.

Das hat aber nichts damit zu tun, dass die Ansprüche aus dem Arbeitsunfall gewahrt werden müssen.

Da es sich um eine betriebliche Veranstaltung mit Einladung handelte, ist das eindeutig ein Arbeitsunfall.

Kommentar von Ozgur1990 ,

Ja das vermute ich auch, dass man mir solange ich krank bin weiterhin eine Leistung zahlen sollte. Dass ich gegen die Kündigung nicht ankomme, dass habe ich schon vermutet.

Antwort
von bartman76, 82

Ob es sich um einen Arbeitsunfall handelt, kann ich so nicht beurteilen. Dazu könntest du hier mal nachlesen. http://www.businessandmore.de/dienstleistung/item/164-wer-haftet-f%C3%BCr-einen-...

Unabhängig davon, kannst du natürlich in der Probezeit gekündigt werden.

Kommentar von Ozgur1990 ,

Danke für die schnelle Antwort. Also was ich daraus erschließen kann ist, dass es ein Arbeitsunfall war, denn alles fuhren gemeinsam hin und gingen auch gemeinsam nach Hause bzw. verließen gemeinsam die Veranstaltung. Es waren die Chefs dabei und das Personal zweier Abteilungen.
Wir haben die Einladung vom Arbeitgeber erhalten und haben uns nicht privat verabredet.

Sogar meine Vorgesetzten haben mir gesagt ich solle direkt zum Arzt gehen, da alle meinen Unfall mitbekommen haben.

Meine Chefin wollte unbedingt, dass wir das nicht als Arbeitsunfall deklarieren, da sie meint, dass es eine "Private" Veranstaltung sei. Darauf hin vermerkte der Arzt, meine Krankenkasse auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Erst einmal war ich 3 Wochen krankgeschrieben. Dann bin ich weiterhin arbeiten gegangen und dann ist meine Hand (auf der Arbeit) sehr dick angeschwollen und ich hatte starke schmerzen im Arm, sodass meine Chefin mich direkt zum Arzt schickte.

Das tat ich dann auch und höhstwahrscheinlich habe ich einen Bänderriss in meinem rechten Handgelenk, das erfahre ich am Montag da ich da zum MRT muss.

Nun hatte ich heute aber schon die Kündigung in der Hand...

Kommentar von bartman76 ,

Wenn der Unfall der Grund sein sollte, scheint mir das nicht fair, aber ich fürchte das ist so rechtens.

Wende dich wegen des Unfalles am besten mal direkt an die BG.

Kommentar von Ozgur1990 ,

Fair ist das nicht. Das ist gegen eine Kündigung in der Probezeit nichts machen kann das ist auch klar, aber wieso wollte mein Arbeitgeber unbedingt, dass ich das auf meine Krankenkasse übernehme? Das scheint mir ein wenig merkwürdig, so als ob sie etwas zu vertuschen haben...

Antwort
von Kuestenflieger, 37

da hätte der junge mann zum durchgangsarzt gemußt, der hätte alledings auch auf privatsache deklariert ;

auch wenn sich zur gleichen zeit, am gleichen ort , mitarbeiter und vorgesetzte treffen.

Kommentar von Ozgur1990 ,

Bei dem Arzt wo ich war, wurde auch direkt Arbeitsunfall gesagt. Aber das es umgeändert wurde, auf privat hat den Arzt so garnicht gejuckt. Er hat es bewilligt ohne wenn und aber

Kommentar von DerHans ,

Es gab eine Einladung des Betriebs. Also handelt es sich um eine betriebliche Veranstaltung.

Kommentar von DerHans ,

"Es waren die Chefs dabei und das Personal zweier Abteilungen. 
Wir haben die Einladung vom Arbeitgeber erhalten und haben uns nicht privat verabredet."

Kommentar von Familiengerd ,

auch wenn sich zur gleichen zeit, am gleichen ort , mitarbeiter und vorgesetzte treffen.

Das ist falsch!

Wenn es ein vom Arbeitgeber organisierter und bezahlter Betriebsausflug war, an dem auch tatsächlich ein bestimmter Prozentsatz der Arbeitnehmerschaft teilgenommen hat, dann ist das eine Veranstaltung, auf die arbeitsrechtliche Bestimmungen anzuwenden sind.

Dann ist das keine Privatsache mehr, sondern ein Arbeitsunfall!

Kommentar von DerHans ,

Ein anderer Arzt hätte, nach der Notbehandlung auf den Durchgangsarzt verweisen müssen.

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