Frage von pvris, 103

Kann ich gegen das JobCenter vorgehen?

Ich bin 21 Jahre und möchte aus familiären Problemen Zuhause ausziehen (in meine Nachbarstadt). Das JobCenter in meiner Stadt hat mir nach langem hin und her den Auszug genehmigt. Das hat mehrere Monate gedauert, da mir ständig gesagt wurde man meldet sich bei mir, aber dann ist ewig lang nichts passiert. Außerdem wurde mir mehrere Male ausdrücklich gesagt, dass die Auszugsgenehmigung auch für meine Nachbarstadt gilt, sodass ich nur noch eine Wohnung finden muss. Mehrere Monate habe ich nach passenden Wohnungen gesucht, die dann im Endeffekt aber immer jemand anderem überlassen wurden. Letzte Woche habe ich dann endlich eine Wohnung gefunden (Einzugstermin 15. April) und wollte die Mietbescheinigung beim JobCenter vorlegen. Am Schalter habe ich die Genehmigung für meinen Auszug vorgelegt, die völlig auszureichen schien, genau wie bei der ersten Sachbearbeiterin (leider war die Miete 2,50€ zu hoch und ich musste erst mit dem Vermieter reden, der die Miete sofort gesenkt und mir ein neues Mietangebot ausgestellt hat - aber bezüglich der Genehmigung hatte sie nichts zu meckern). Bin dann mit dem neuen Mietangebot nochmal rein, dort wurde mir dann erklärt, dass ich eine Auszugsgenehmigung vom Jugendamt brauche, obwohl die eigentlich nicht mehr für mich zuständig sind. Danach habe ich mit den Jugendämtern in meiner Stadt und der Nachbarstadt telefoniert und von beiden wurde mir bestätigt, dass sie nicht für mich zuständig sind. Also bin ich noch ein drittes Mal ins JobCenter gegangen, wieder bei einer anderen Sachbearbeiterin, die mir erklärte, dass es dort andere Regelungen gibt, als in meiner Stadt. Ich brauchte also definitiv eine Genehmigung vom Jugendamt. Mir wurden dann Formulare gegeben, die ausgefüllt werden sollen. Ich bin sofort zur Hauptstelle gefahren, wo mir gesagt wurde ich sei dort falsch und ich müsste zu einem anderen Standort. Dort war ich dann gerade eben, aber der Mitarbeiter, der für mich zuständig ist, ist bis Montag im Urlaub und die Vertretung darf mir das nicht ausfüllen. Ab Montag sind aber leider meine Ferien vorbei und mein vierwöchiges Praktikum startet, weswegen ich absolut keine Zeit habe mich um die ganze Sache zu kümmern. So lange wird der Vermieter sicher nicht warten und ich werde die Wohnung erneut verlieren und muss weiter hier wohnen bleiben, was ich psychisch wirklich nicht mehr lange aushalte. Das kann doch alles nicht wahr sein. Es kann doch nicht sein, dass die ihre eigene Genehmigung nicht akzeptieren und dass mir da von jedem Mitarbeiter unterschiedliche Dinge mitgeteilt werden, die dazu führen, dass ich hier einfach nicht raus komme. Ich will einfach endlich ausziehen und mich in der Weise nicht mehr mit dem JobCenter auseinander setzen müssen. Hat hier irgendjemand Erfahrungen damit und kann mir Tipps geben oder sonst wie helfen? Oder mir einfach sagen, was meine Möglichkeiten sind, um dagegen vorzugehen?

Antwort
von Kandahar, 54

Leider geht es den Leuten oft so, die Hilfe beim JobCenter suchen. Statt die Leute so zu informieren, wie es eigentlich deren Verpflichtung ist, legen sie den Leuten auch noch Stolpersteine in den Weg und kennen plötzlich ihre eigenen Bestimmungen nicht mehr.

Ich würde dir raten, so schnell wie möglich zur Sozialberatung der Caritas zu gehen und dein Problem zu schildern. Nimm auch deine Unterlagen mit. Die Leute bei der Caritas sind sehr kompetend. Die zeigen dir deine Möglichkeiten und Ansprüche auf und helfen dir sogar, diese durch zu setzen. Das alles sogar kostenlos.

Ich habe schon Fälle erlebt, wo Menschen in akuten Notlagen vom JobCenter monatelang zum Narren gehalten wurden. Nach einem einzigen Brief von der Caritas lief plötzlich alles wie am Schnürchen!

Kommentar von pvris ,

Vielen Dank für deinen Tipp! Ich habe sofort dort angerufen und soll am Freitag mit all meinen Unterlagen vorbei kommen. (Heute haben die leider nur noch bis 11 Uhr geöffnet und Mittwochs und Donnerstags geschlossen.)

Kommentar von Kandahar ,

Sehr gerne!

Viel Glück!

Antwort
von beangato, 41

Du darfst jederzeit ausziehen, wenn Du alles selbst bezahlen kannst.

Ich kann jetzt nicht genau entnehmen, ob Du schon eine Aubildung beendet hast. Wenn nicht, müssen Deine Eltern sowieso zahlen (wenn sie können), denn bis zum Ende der ersten Ausbildung sind sie für Dich zuständig.

Du solltest mal mit einer Begleitperson ins JC gehen - das Recht dazu hast Du. Dann wird man ganz anders behandelt (eigene Erfahrung).

Vlt. kannst Du ja auch mit Deinen Eltern reden, ob sie Dich nicht unterstützen würden.

Kommentar von pvris ,

Nein, eine Ausbildung habe ich noch nicht abgeschlossen, ich mache zurzeit mein Abitur.

Meine Eltern sind auf jeden Fall noch unterhaltspflichtig und in der Lage zumindest einen Teil zu zahlen, wenn nicht sogar alles.

Das habe ich schon öfter versucht, aber ich glaube in meinem Alter wird man da grundsätzlich nicht besonders ernst genommen, ob man da nun allein oder zu zweit sitzt.

Meine Eltern unterstützen mich leider überhaupt nicht. Wir haben ein sehr schlechtes Verhältnis zueinander, was auch der Grund für meinen Auszug ist.

Kommentar von beangato ,

Meine Eltern unterstützen mich leider überhaupt nicht.

Das finde ich sehr schade. Ich habe mine Kinder immer unterstützt.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du bei der Caritas Hilfe bekommst.

Antwort
von autmsen, 10

Lasse Dir unbedingt von diesen von unseren Steuergeldern bezahlten Nichtsnutzen schriftlich darlegen auf welcher Rechtsgrundlage ihre Entscheidung beruht. 

Das machst Du indem Du bezugnehmend auf die beiden Gespräche darum bittest. Setze Frist. Eine Woche reicht. Denn Du musst ja noch die Möglichkeit haben Widerspruch einlegen zu können. 

Hast Du die schriftliche Begründung gehst Du zum dort örtlichen Amtsgericht oder zuhause und nimmst an der "kostenlosen" Rechtsberatung teil. Bitte belese Dich über die Bedingungen vor Ort bezüglich "kostenlos". Bereite die nötigen Schritte vor um sofort hingehen zu können wenn sie angeboten wird. 

Bekommst Du da zugesichert dass Du im Recht bist bitte sofort um Prozesskostenhilfezusage. Lasse Dir diese schriftlich geben. 

Anwalt. Wohl Eilantrag. 

56% aller Bescheide der Arbeitsämter sind fehlerhaft. Erklären damit befasste Richter. 

Dass diese Ämter sehr gerne gerade gegenüber jungen Menschen verzögert tätig werden ist auch schon lange bekannt. 

Aber wir zahlen unsere Beiträge von denen diese Nichtsnutze leben ja automatisch. Also brauchen wir uns auch nicht drum kümmern wie damit umgegangen wird? Rein rhetorische Frage. Und die Bezeichnung ist hier als Zitat gemeint. Die Sendung erinnere ich nicht mehr auf dradio. Es war aber ein Berliner Richter der sie so nannte. 

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