Frage von luckymaria, 29

Kann ich es packen Kampfpilotin zu werden?

Hallo, also ich werde erstmal in 2 Jahren mein Abitur schreiben, jedoch mache ich mir in der E-Phase gedanken, was ich nachdem Abitur machen möchte. Zu meiner Person, ich bin 17 Jahre alt und weiblich, ziemlich sportlich, mutig, treibe Kampfsport und immer wieder für etwas Neues sehr interessiert. Schon als kleines Kind habe ich immer auf die Frage, was ich mal werden möchte wenn ich groß bin, geantwortet, dass ich Pilotin werden möchte. Das Fliegen begeistert mich sehr, aber noch mehr halt der Beruf eines Kampfpiloten. Es fasziniert mich einfach wie diese Piloten, mit ihren Kampfjets fliegen. Was mich total verunsichert ist einfach, dass im Internet immer geschrieben wird, dass ja die Ausbildung total schwer ist und jeder fehlt durch den Eignungstest durch. Ach ja und dazu bin ich noch eine Frau, ob ich überhaupt mithalten könnte bei den ganzen Männern dort haha... Nun gut also ist mein Ziel schaffbar als Kamfpilotin in der Bundeswehr ausgebildet zu werden? Ach ja und kann ich mich nachdem Abitur dort bewerben oder muss ich erstmal z.B. Luft-und Raumfahrt studieren?

Danke

Expertenantwort
von rudim1950, Community-Experte für fliegen, 20

Hallo, 

der erste Punkt auf dem Weg ins Cockpit ist die Fähigkeit, sich diese Informationen selbst zu besorgen. Wer von den sog. "Experten" hier bei GF kennt Dich, kann Dich beurteilen und Dir sagen, ob Du es schaffst? Gott sei Dank wird die Beurteilung nicht von den Möchtegern-Fighterpilots gemacht, sonder von Fachleuten mit jahrelanger Erfahrung. 

Und die Zahl der Psychologen und Flugmediziner des "Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin der Bundeswehr" strebt hier bei GF doch eher gegen Null denke ich mal. 

Die Voraussetzungen findest Du in der Broschüre "Offizier im fliegerischen Dienst", die Du als PDF von der Luftwaffenseite herunterladen kannst. Dort steht z. B. die Mindestverpflichtungszeit von 16 Jahren, dass das Abitur oder die FHR Voraussetzung für Strahlflugzeugführer ist und dass Du entweder als Offizier im Truppendienst in den Genuss eines Studiums kommst (da ist es Pflicht) oder als Offizier des militärfachlichen Dienstes auch ohne Studium (also rund 3 Jahre eher und damit länger) direkt in die fliegerische Ausbildung gehst. 

Natürlich kannst Du auch als Frau einen Kampfjet fliegen. Die Luftwaffe hat sogar mindestens eine Fluglehrerin für die Ausbildung auf dem Eurofighter. 

Aber die Bundeswehr sucht keine Piloten, sondern Offiziere, die auch fliegen. Du bist in erster Linie Soldat, dann Offizier und erst dann Pilotin. Und der Daseinszweck eines Soldaten ist es, zu töten. Dafür wird er ausgebildet. Hast Du Dich damit mal auseinandergesetzt? Warum sollte der Steuerzahler, also ich, gerade Dir ein bewaffnetes, überschallschnelles Dienstfahrzeug anvertrauen? Bist Du in der Lage, die Beschlüsse der Politik in (kriegerische) Handlungen umzusetzen? Kannst Du kontrolliert aggressiv werden und auf Kommando innerhalb von Sekunden wieder auf Null kommen? 

Und zum Schluss noch ein paar Zahlen: 

Laut Brigadegeneral Günter Katz, Leiter des Stabes "Ausbildung des fliegenden Personals“ im Kommando Einsatzverbände der Luftwaffe, hatte die Bw 2012 rund 2.000 Bewerber, davon blieben 86 übrig, davon wurden 24 Jetpiloten. Katz: "Je mehr Bewerber, desto besser, denn dann können wir uns die Besten auswählen.“ 

(Quelle: Interview in „Karriereguide 2014 - Luftfahrtberufe“, Seiten 51-53) 

Das hieße also, wenn mein Taschenrechner richtig gerechnet hat, dass

es nur 

1,2 % der Bewerber ins Cockpit eines Kampfjets schafften. 

Und für das neue Konzept "Luftwaffe 2020" wird die Zahl der fliegenden Verbände nach einem Artikel in einer Ausgabe der FLUGREVUE von 2013 noch deutlich reduziert werden, was bedeutet, dass die Auswahl der Bewerber noch strenger sein kann. 

Das soll Dich nicht abhalten, Dich zu bewerben, im Gegenteil. Nur will die Entscheidung, wie immer im realen Leben, gut durchdacht und überlegt sein. Viel Erfolg! 

Antwort
von Grateber, 26

Dann wird es aber höchste Zeit, mal mit dem Fliegen anzufangen. Abitur und Studium ist völlig zweitrangig dafür. Du musst vor allem körperlich und geistig zum Fliegen in der Lage sein. 

Segelfliegen lernen kann man ab 14, und das dürfte eine Voraussetzung dafür sein, dass Du überhaupt an weitere fliegerische Ausbildung denken kannst.

Wende Dich an den Deutschen Aero Club

http://www.daec.de/startseite/

die werden Dir sicherlich Flugärzte und Segelflugclubs in Deiner Nähe nennen können. Da würde ich erst mal prüfen lassen, ob Du physisch dazu geeignet bist.

Kommentar von rudim1950 ,

Segelfliegen ist KEINE Voraussetzung zum Fliegen eines "großen" Flugzeugs, weder eines Kampjets nocht eines Verkehrsflugzeugs. Alles, was ein Pilot wissen muss, wird ihm doch im Laufe des Trainings beigebracht. 

Kommentar von Pilotflying ,

Oh Mann -völlig falsch! Kein Mensch braucht nen Segelflieger als Kampfpilot. Es bringt weder Vorteile noch ist es nützlich! Im Gegenteil! 

Antwort
von CalvinSchneider, 9

Also ich kann mich rudim1950 nur anschließen möchte vielleicht aber noch was ergänzen da ich mich mit so einer Entscheidung vor "kurzem" auch mal beschäftigt habe.

Ich habe auch mal überlegt ob ich professioneller Pilot werden möchte, da ich schon als Kind davon begeistert war. Für die Bundeswehr jedoch würde ich niemals arbeiten dafür bin ich einfach zu pazifistisch.

Ich habe mich mit einigen Piloten aller Art unterhalten und bin meines Erachtens zu einem für mich rundum zufriedenstellenden Ergebnis gekommen.

Ich fliege seit 4 Jahren Gleitschirm und seit diesem Jahr hab ich meine SPL zum Segelfliegen welche ich bei meiner Uni quasi umsonst machen konnte als Mitglied einer akademischen Segelflug-Gruppe. Da wir auch eigene Flugzeuge bauen und man auch seine Ba/Ma-Arbeiten dort schreiben ist dass eine gute Möglichkeit früh in die Praxis zu kommen um später gute Chancen bei den großen Luftfahrt-Firmen zu haben. 

Ich studiere derzeit Maschinenbau im 5. Semester und dass ist vor allem im Grundstudium und später je nach Vertiefungrichtung fast identisch zu Luft und Raumfahrt. Fang also vielleicht lieber mit MB an da hast du noch mehr Auswahlmöglichkeiten und kannst aufjeden Fall leichter u L&R wechseln als umgekehrt.

Ich bin fast jedes Wochenende am Fliegen und im Sommer sogar unter der Woche, und kann hoffentlich bald meine Begeisterung fürs Fliegen auf der technischen Seite nutzen und verdiene dabei auch noch gutes Geld.

Mir geht es beim Fliegen um die eigene Freiheit und die Ruhe. Die hast du nicht wenn du als professioneller Pilot arbeitest.

So genug von mir erzählt. Ich hoffe meine Sicht der Dinge hat dir geholfen.

Viel Erfolg weiterhin.

Antwort
von Serdinho, 27

Werde lieber Friedensbotschafterin!

Antwort
von PunkExpert12, 29

Frau ist kein Hindernis, und das Studium ist Teil der Offiziersausbildung. Vor dem Abitur bewerben ist ein guter Zeitpunkt.


Schwer ist es tatsächlich, körperlich wie geistig. Vor allem beim Rechtschreibtest fehlt man schnell durch !

Kommentar von luckymaria ,

Haha ja danke auf die Anspielung! 

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