Frage von Stayhappy97, 86

Kann ich einer depressiven Person helfen?

Heei Leute,
Ein bekannter von mir ist seit längerem Depressiv. Sein Bruder hat mir davon erzählt und es scheint ihm ziemlich schlecht zu gehen. Er ist auch 19 und wir waren früher in der gleichen Klasse. Jedoch hatten wir nich so grossen Kontakt, aber wir konnte  uns leiden:). Nunja, er sitzt den ganzen Tag in seinem Zimmer und spielt games oder isst ungesunde Sachen. Leider hat er auch sehr zugenommen. Er spricht fast mit niemandem. Ebenfalls musste er seine Ausbildung abbrechen. Ich hab ihn bestimmt ein Jahr nicht mehr gesehen aber sein Bruder hat mir das alles erzählt. Ebenfalls muss er Antidepressiva zu sich nehmen.
Mir tut er total Leid, und ich würde ihm gerne helfen. Ich reite in meiner Freizeit und mir kam die Idee, dass ich ihn mal in den Stall mitnehmen könnte und dort mit ihm Freilongieren übe. Ich weiss dass er Tiere früher sehr mochte und mit Pferden kann man sehr viel schönes erleben. Ebenfalls könnte ich mit ihm Klavier spielen, er spielte früher Keyboard. Ich möchte ihn einfach aus seinem Zimmer bekommen und ihm die schönen Sachen zeigen. Ich habe angst, dass er sich was antut..

Das Problem ist einfach, dass ich angst habe alles schlimmer zu machen. Ich will ihm nur helfen. Wie kann man einem Depressiven sonst noch helfen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Arashi01, 14

Kompliment, Du hast ein gutes Herz und Deine Ideen sind wunderschön! Es wäre wirklich schöner auf dieser Welt, wenn es mehr Menschen wie Dich gäbe.

Aber bedenke, diese Aufgabe, die Du Dir gemacht hast, ist sehr schwer. Je nachdem um was für eine Art der Depression es sich handelt.

Manchmal sind nur kleine Schritte möglich. Auch ist es oft sehr anstrengend, mit depressiven Menschen zusammen zu sein.

Such Dir also jemanden, mit dem Du reden kannst. Der Dich aufmuntert, Dir Tipps gibt.

Tiere sind eine ganz tolle Idee. Auch alles was mit hellen und fröhlichen Farben (Orange,Gelb) zu tun hat. Das wirkt positiv auf die Stimmung.

Wenn Du jedoch irgendwann den begründeten Verdacht hast, dein Bekannter möchte sich umbringen, musst Du es jemandem sagen. Einem Menschen, dem Du 100% vertrauen kannst.

Allerdings bringen sich nicht alle depressiven Menschen gleich um, da kann ich Dich beruhigen. (Sonst wäre Deutschland dünn besiedelt..)

Ich wünsche Dir viel Kraft und gutes gelingen.

Kommentar von Arashi01 ,

Danke für den Stern :-))

Antwort
von Empylice, 26

Erstmal ist das echt ehrenhaft, was du tun möchtest vergiss dich aber selbst dabei nicht.

Dann lass dir sagen, dass deine Idee gut ist, aber bei einem Depressiven schwer umzusetzen. Das Problem: Wenn man krank ist, muss man erstmal erkennen, dass man es ist und dann muss man Hilfe wollen. Wenn der Betroffene so zurückgezogen lebt, heißt das, dass er sich der Welt verschließt, niemanden an sich ran lässt.

Du kannst es ihm aber anbieten, vielleicht ist er positiv überrascht, dass du ihm helfen möchtest. Wenn er ablehnt, kannst du ihm anbieten, für ihn da zu sein. Wie gesagt, Depressive sind nicht einfach, ihre Gedankengänge sind kompliziert, sie sehen schnell jemanden als Feind und wollen Hilfe und gleichzeitig wieder nicht.

Da ich selbst depressiv bin, weiß ich das.

Antwort
von sojosa, 47

Ich bin keine Psychologin, aber was du da vorhast klingt gut und würde ihm sicher nicht schaden. Nur wenn du ein Mädchen bist solltest du dabei aufpassen dass er sich bei all dem nicht in dich verliebt und nicht deshalb alles schlimmer wird. Es sei denn du willst das so. Mach alles was ihm gut tut wenn er das auch will, aber mach ihm nichts vor.

Kommentar von Stayhappy97 ,

Nein ich will nicht dass er sich in mich verliebt.. das habe ich mir eben auch schon überlegt. Und in solchen Situationen bin ich schlecht weil ich niemandem das Herz brechen möchte aber dabei meine Gefühle verletze..

Antwort
von Sillexyx, 42

Du kannst ihm zwar die schönen Sachen anbieten, aber ob er das möchte ist eine andere Frage.  Denn oft wollen depressive Menschen in ihrer eigenen Welt leben, jeden Tag das gleiche machen, nix neues. Nur ein Therapeut kann ihm wirklich helfen.

Kommentar von Stayhappy97 ,

Aber ich verstehe nicht wieso ihn seine Eltern nicht in eine Klinik schicken oder mal mit ihm zu einem Therapeuten gehen.. stell dir mal vor, er nimmt sich das Leben und niemand wollte ihm helfen. Ich könnte nicht mit dem Gedanken leben nichts getan zu haben, aber ich bin halt weder ein Psychologe noch sonst hab ich grosse Ahnung von der Krankheit..-.-

Kommentar von Sillexyx ,

Oft schauen die Eltern weg und wollen nicht akzeptieren das ihr Kind krank ist, weil sie Angst haben in der Erziehung versagt zu haben. Du hast recht sie sollten ihn in eine Klinik schicken. Ich hoffe er erkennt bald selber das er Hilfe braucht.

Kommentar von Arashi01 ,

Depressionen haben eine grosse Bandbreite. Und sehr oft tut es den Menschen gut, zu Hause zu sein. Nur Therapeuten erkennen den richtigen Zeitpunkt für eine stationäre Einweisung.

Drei Kriterien wären folgende:

1. Er möchte es selbst, um beispielsweise eine bestimmte Therapie zu machen.

2.Er gefährdet sich selbst: Wenn er beispielsweise akut selbstmordgefährdet ist. Traurigkeit und Antribsschwäche allein ist keine Gefährdung

3. Er gefährdet Andere: Zum Beispiel wenn von jemandem bekannt würde, dass er einen Amoklauf plant.

Antwort
von julius1963, 18

Kennst Du den Film "Ein ganzes halbes Jahr"?...

Kommentar von Stayhappy97 ,

Ja, hab ich letstens im Kino geschaut. Sie schaffte es auch mit grossem Aufwand ihn etwas zu begeistern. Aber ich glaube ich weiss worauf du raus willst. Zu beginn hat er sie ignoriert und wollte ihre Hilfe nicht. Diese Mauer durchbrechen zu können scheint schwierig..:/ was hast du genau mit dem Film gemeint?

Kommentar von julius1963 ,

Diese kontinuierliche Lebensfreude dieser kleinen "Clark"... Wer soetwas "versprühen" kann, ist klar im Vorteil.

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