Frage von wolkenfrei2015, 15

Kann ich eine Privatinsolvenz kurz vor Ende überhaupt noch anfechten?

Ich habe zwar gegoogelt, aber nix konkretes in meinen Fall gefunden. Ich fühle mich von der Schuldnerberatung und auch von der Insolvenverwaltung übers Ohr gehauen. Musste damals in der Situation in der ich war private Insolvenz anmelden. Mein Vermieter fand das damals auch nicht so doll. Kann ich aber nix dazu. Zu mal ich auch noch im Namen meiner kranken Mutter gebürgt habe (mit Generalvollmacht) so und dann kamen sie alle zu mir angerannt. Da ich gleichzeitig aber sie pflegen musste und auch deswegen nicht berufstätig war und ALG II bezog hatte ich jetzt eigentlich gedacht das sich meine "Schulden" wo die Hälfte eigentlich meiner demenzkranken Mutter gehören sogar nur noch auf 800 Euro belaufen, was ic hnur durch Zufall durch den Wechsel der neuen Insolvenzverwaltung erfahren habe, fühle ich mich komplett übers Ohr gehauen. Die 800 Euro hätte ich in kleinen Raten trotz ALG II abstottern können. Dann wäre die Sache erledigt.

Nun hat man mir auch noch gesagt, das die Gerichtskosten die ich noch dann nach der Insolvenz zu zahlen hätte, angeblich mehr sind als die Schulden und das sehe ich irgendwo nicht ein. Ein Gläubiger ist gleich abgesprungen und hat auf seinen hohen Anteil verzichtet. Nicht mehr nach vollziehbar ist, ob es der von meiner Mutter oder mir war. Darum krieg ich auch erst mal keine neue Wohnung, obwohl ich hier dringend eine bräuchte, auch wenn das Anfang nächsten Jahres erledigt ist, sehe ich nicht ein, da noch irgendwelche Gerichtskosten zu bezahlen oder noch deswegen in der Schufa zu stehen.

Immerhin hätte mir die Insolvenzverwaltung mitteilen müssen (so meine ich es zumindest) das der eine Gläubiger bei dem Wort Insolvenz sofort abgesprungen ist und ich nur noch mit ein paar 100 Euronen da stehe. Ich bin darüber ziemlich sauer. Hab auch schon überlegt mal einen vernünftigen Anwalt einzuschalten, aber macht das jetzt noch Sinn, wenn die noch ein halbes Jahr geht? Und können die Gerichtskosten wirklich höher als die Schulden selber liegen? Kann ich mir nicht vorstellen. Ich fühle mich komplett übern Tisch gezogen. Meine Mutter kann ich aufgrund ihrer Geschäftsunfähigkeit leider auch nicht mehr zur Rechenschaft ziehen.

Antwort
von Alterhaudegen75, 8

Jetzt mal ne ganz dumme Frage. Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe hast du nun wegen 800 Euro Schulden eine PI gestartet?

Kommentar von wolkenfrei2015 ,

ja dumme Fragen gibt es doch nicht. Ja genauso ungefähr ist es gewesen und ich habe das erst jetzt erfahren und bin ziemlich stinksauer deswegen und ein Teil gehört nicht mehr sondern meiner demenzkranken Mutter ich  habe es nur im Namen der Generalvollmacht für den Fall das sie nicht mehr geschäftsfähig laufen lassen. Sowas mach ich auch nicht noch einmal. Das ein Betrag ganz untern Tisch gefallen ist hat man mir NICHT mitgeteilt  und das macht mich ja so sauer die ganze Zeit und ich bin ja eh schon gesundheitlich angeschlagen (siehe vorherige Threads von mir) 

Kommentar von Alterhaudegen75 ,

Dann sind ja tatsächlich die Verfahrenskosten höher als deine Schulden.

Wenn du vorher gewusst hast wie hoch deine Schulden sind, warum hast du dich denn darauf eingelassen?

Ich mußte mich mal Notgedrungen ernsthaft und tief mit diesem Thema beschäftigen, und weiß da das eine oder andere. Aber dein Fall ist ja völlig schräg!

Ich wäre da an deiner Stelle wohl auch mehr als Sauer. 

Kommentar von wolkenfrei2015 ,

ich konnte ja nicht wissen das einer der Gläubiger doch noch abgesprungen ist, bisschen juristisch gesehen kenn ich mich ja auch aus, aber nicht in allem halt. Ich fühle mich ehrlich gesagt so langsam übers Ohr gehauen. Natürlich  hätte ich bei 800 Euronen keine Insolvenz gemacht und es wäre anders geregelt worden und die hätten mir doch im Grunde sogar mitteilen müssen, bevor das ganze in Gang gebracht wurde, das einer schon drauf verzichtet hat auf sein Geld. Ich denke hier liegt in jedem Fall wenn ich es so richtig ausgedrückt habe ein Verfahrensfehler vor und nur wegen dem Mist krieg ich auch keine neue Wohnung. Denn die Schufaeinträge werden laut der Insolvenz ja auch nicht gleich gelöscht oder kann ich das trotzdem noch beantragen? Immerhin ist die jetzige Summe ja ziemlich geschrumpft. Ich weiß ja das ich aus gesundheitlichen Gründen wohl nicht mehr arbeiten gehen kann (EU-Rente wird ja noch beantragt, bis ich soweit weiß, was los ist) und das zehrt natürlich auch schon ziemlich an meinen Nerven gesundheitlich. 

Dann werde ich doch mal sehen einen  vernünftigen Anwalt zu bekommen. Glücklicherweise gibt es den mit Beratungshilfe ja für umsonst.  Oder gibt es in solchen Fällen auch Beratungsstellen? Von Schuldnerberatungen hab ich auch erst mal die Nase voll.

Kommentar von Alterhaudegen75 ,

Man Man Man.... Also in "meinem Fall" so drücke ich das mal aus, wurde zu jederzeit über alles eine Rückmeldung seitens des Insolvenz Verwalters heraus gegeben. 

Aber auch wirklich über alles. Selbst wenn sich für Ihn die Sachbearbeiterin geändert hat.

Ich wüßtest jetzt nicht ob es dafür spezielle Beratungsstellen gibt. Denke eigentlich eher nicht.

Erkundige dich doch bei einem Anwalt/in spezialisiert auf Insolvenzrecht. Da gibt es glaube ich Möglichkeiten auf Antrag beim Amtsgericht, die Kosten für dich gering zu halten oder keine zu haben. Die nennt man dann Beratungsscheine für kostenlose Rechtsberatung. Würde ich probieren. 

Kommentar von wolkenfrei2015 ,

danke ich werde mir mal einen Anwalt für Insolvenzrecht suchen. Ich wurde auch nicht mal darüber informiert, das ein neuer Insolvenzverwalter für mich tätig wurde, das hab ich nämlich erst mit den 800 Euro nur durch die neue erfahren. Lediglich sind die 3x umgezogen darüber hab ich eine Mitteilung erhalten.  Und eigentlich geht auch ein Teil der Schulden zu Lasten meiner Mutter, das kann ich ggf. auch sogar nachweisen. Nur blöd, wenn man dadurch keine neue Wohnung bekommt.

Kommentar von Alterhaudegen75 ,

Das ist wirklich der absolute Hammer. Da überlege ich glatt mit dir mit was man tun könnte. 

So etwas darf einfach nicht sein. Habe ich noch nie erlebt. Und ich beschäftige mich schon wirklich Jahre damit. 

Wenn was sein sollte oder du vielleicht Fragen hast, dann schreibe mich bitte an wenn du magst. Ist vielleicht besser als das gegenseitig über Kommentare zu schreiben.

Antwort
von Ronox, 12

Man kann keine Insolvenz "anfechten". Das ist ein gerichtliches Verfahren, das du beantragt hast und welches durchgeführt wurde. Natürlich fallen auch Gerichtskosten an, die aber relativ niedrig sind. Die Vergütung des Insolvenzverwalters und Treuhänders macht den größten Teil aus. Wenn genug Mase vorhanden war, wurden diese Kosten aber schon während des Verfahrens beglichen. Allenfalls kannst du die Schuldnerberatung wegen einer etwaigen Falschberatung belangen, aber das dürfte auch recht aussichtslos sein.

Antwort
von MeAmy, 9

Durch die Bürgschaft hast du die Verantwortung für die Schulden Deiner Mutter übernoimmen. Der Privatinsovlenz ging ein außergerichtlicher Schuldenvergleich voran, der offensichtlich erfolglos war, weil das Insolvenzverfahren folgte.Der Hauptschuldner hat dann verzichtet, auch ein Erfolg des Insolvenzverfahrens. Daran haben Gericht und Treuhänder mitgearbeitet, dafür stehen ihnen die Gerichts- und Verfahrenskosten zu. Die kann man sich auch stunden lassen.

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