Frage von lionfurz, 98

Kann ich eine einamlige private Rechnung für eine IT-Dienstleistung an einen Freund/Bekannten stellen, ohne Finanzamt, Gewerbe u.ä.?

Ich bin 17 Jahre alt und Schüler (keine weiteren Jobs, bisschen Nachhilfe gebe ich nebenbei) und habe neulich für zwei Freund/Bekannten jeweils nen PC repariert. Beide möchten mich dafür offiziell entlohnen. Das heißt, ich soll ihm eine Rechnung ausstellen. Was muss ich beachten um nicht in die Sozialversicherungspflicht zu kommen (bin bei meinen Eltern mitversichert) und/oder ein Gewerbe anzumelden bzw. mich mit dem Finanzamt auseinander zu setzen? Ich habe bereits in einer anderen Frage das fast identische Problem gestellt, nur dass das Problem dort mein Nachhilfeangebot ist.

Kurz und knapp: Gibt es einen Freibetrag, Möglichkeit o.ä. bei der ich kein Gewerbe anmelden, mich nicht umversichern und kein Finanzamtkram machen muss?

Danke schon mal im Voraus für Tipps und Hinweise! LF

Antwort
von Geochelone, 98

Da du noch minderjährig bist, kannst du keine wirksamen Verträge zur Reparatur von PC´s abschließen. Daher wäre auch die Rechnung unwirksam. Auch ein Gewerbe kannst du nur mit Zustimmung des Familiengerichts anmelden. Wenn da das aber nicht regelmäßig machen willst, dann lohnt sich das auch nicht.

Im Gewerberecht gibt es übrigens weder Umsatz- noch Gewinnfreibeträge. Auch Gewerbetreibende, die Verlust machen, müssen angemeldet sein.

Kommentar von Hefti15 ,

Man muss aber auch festhalten, dass eine Gewerbeanmeldung bzw. eine unterlassenen Anmeldung für die steuerliche Betrachtungsweise nicht mehr als ein "Indiz" ist.

Wer die Voraussetzungen für das "steuerliche" Gewerbe erfüllt, ist im Sinn des Steuerrechts ein Gewerbetreibender. Die Anmeldung spielt also keine Rolle im Steuerrecht.

Antwort
von angy2001, 87

Du bist 17 Jahre alt, das kann man noch unter Gelegenheitshilfe verbuchen und einen privaten Gefallen. Schreibe ihnen eine Rechung ohne Mehrwertsteuer und lass dir das Geld überweisen und dann ist es gut.

Anders wäre es erst, wenn du das wiederholt und öfter machst - dann sollten deine Eltern für dich ein Gewerbe beantragen.

Kommentar von Hefti15 ,

Interessant, benenne mal die entsprechende steuerliche Vorschrift.

Kommentar von NickgF ,

§ "Augen zu und durch" - Absatz "Wo kein Kläger da kein Richter"

- und hoffen/darauf vertrauen, dass es der/die Geschäftspartner bitte nicht als Ausgaben in die Steuererklärung setzt...

Antwort
von Ontario, 46

Da es sich nur mal um eine Gefälligkeit handelt, kannst du eine Rechnung ohne Mehrwertstuer ausstellen. In Ordnung ist das zwar auch nicht, weil das eng ausgelegt, Schwarzarbeit ist weil du Geld dafür verlangst. Bei Nachhilfestunden sieht das ähnlich aus. Immer wenn man für eine Leistung Geld nimmt, handelt es sich um Einnahmen, welche genaugenommen zu versteuern wären. Möchte nicht wissen wieviele Lehrer die Nachhilfe geben, diese Einnahmen "unwissentlich" in der Steuererklärung nicht angeben. Wenn du allerdings über das Internet deine Leistungen anbietest, musst du vorsichtig sein. Ein Bekannter von mir bot Reparaturarbeiten von Kameras, Videorecorder ect. über das Internet an. Nach vier Jahren bekam er eine Mitteilung von Finanzamt, dass eine Prüfung bei ihm vorgenommen wird. Die haben dann alles über einen Zeitraum von 4 Jahren überprüft, was zu einer deftigen Nachzahlung führte.

Antwort
von GinkgoMidan, 80

Hallo,

aber natürlich kannst du das, du kannst alles, wenn du willst :)

Die Frage ist nur, was sagt der Fiskus dazu?

Sei doch mal so freundlich und gehe zum Finanzamt selbst, oft sind die Mitarbeiter heutzutage dort sehr freundlich und geben dir exakte und vor allen Dingen aktuelle und richtige Hilfen und Antworten dazu.

Kommentar von lionfurz ,

Beim FA war ich schon...

Die Dame war der Meinung ne Rechnung wäre unnötig. Mein Freund soll mir das Geld einfach schenken und ich soll ihm die Reperatur schenken. Das wäre dann eine Schenkung und fertig ist die Sache. Die Dame meinte es wahrscheinlich zu gut und wollte sich und mir keine Arbeit machen...

Das hilft mir aber nicht wirklich, weil mein Freund eine Rechnung haben möchte, warum auch immer (!?) --  interessiert mich auch eigtl. nicht.

Kommentar von GinkgoMidan ,

Dein Freund möchte die Rechnung wahrscheinlich für seine Buchhaltung und den Fiskus selbst. Er gibt dir das Geld --> er muss es entsprechenden offiziell in den Büchern abrechnen, so kann er die Kosten evtl. absetzen.

Die Dame beim Finanzamt hat wohl eher berücksichtigt, dass du noch nicht volljährig bist.

Im übrigen, du bist noch nicht volljährig, du hast auch kein Unternehmen (oder doch?). Du bist nicht verpflichtet Rechnungen zu erstellen, solange du kein Gewerbe hast.

Falls du - mit Genehmigung deiner Eltern - bereits ein offizielles Gewerbe hast, dann bist Du auch verpflichtet dich mit Buchhaltung zu beschäftigen und musst eine entsprechende Erklärung beim Finanzamt jährlich abgeben ;). Ist dies bei dir gegeben?

Falls nicht, wende dich an deine Eltern, sie müssen eine Einkommensteuererklärung jährlich abgeben, sofern ein bestimmter Betrag überschritten ist, dein Verdienst kann in diesem Falle (da du ja wohl noch Mitglieder der Lebensgemeinschaft bist) als zusätzliche Einnahme mit versteuert werden.

Einfacher ausgedrückt:

Dein Freund braucht die Rechnung um Geld vom Finanzamt zurück zu bekommen.

Du erteilt die Rechnung, welche in die Steuererklärung deiner Eltern fließt, um an das Finanzamt Geld zu zahlen ;).

Vielleicht hat dir diese kleine Erläuterung etwas weiter geholfen.

Kommentar von Hefti15 ,

Das hat niemals jemand vom Finanzamt gesagt.

Eine Schenkung setzt ja gerade keine Gegenleistung voraus. Hier handelt es sich um Leistung gegen Entgelt.

Nein, brauchst mir jetzt nicht schreiben "doch hat die gesagt". Ich glaube es nicht und es war auch nicht so. Und ich weiß, du wirst jetzt hier behaupten "doch so war es". Sparen wir uns dies alles. Ich glaube es dir nicht und sich weiß, dass du das Gegenteil behaupten wirst....

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