Frage von densch92, 59

Kann ich eine Anzeige wegen Betruges zurückziehen?

Hallo,

folgende Situation:

Ich war mal wieder dumm :-)

Konkret suche ich zurzeit ziemlich dringend nach einem 8000 Euro Kredit und hatte deshalb am 23.8. eine Anzeige bei Quoka gestartet. Ziemlich bald hat sich auch ein Herr bei mir gemeldet per Whatsapp und wir haben uns in den Tagen darauf sehr ausführlich über den möglichen Kredit, Laufzeit, Absicherung, Ratenausfallschutz, etc. etc.

Sprach bzw. schrieb fließendes Deutsch.

Irgendwann waren wir uns über die Bedingungen sicher und er hat mir per Mail einen 2 seitigen Vertrag geschickt, mit der handschriftlichen Ergänzung wegen des Ratenausfallschutzes.
Habe unterschrieben und ein Foto davon zurückgeschickt.

Wirkte von Anfang an sehr seriös und auch der Vertrag war sehr gut gemacht.

War übrigens zwischenzeitlich beim Wohngeldamt, wo ich den Vertrag aus anderen Gründen gezeigt und auch eine Kopie davon dagelassen habe und auch die Dame da meinte, wär sehr schön gemacht, sehr ordentlicj, seriös, alles Wichtige drin, etc.

Es sprach eigentlich Alles dafür dass es seriös ist.

In Kontakt blieben wir nach wie vor über Whatsapp, wir hielten uns gegenseitig auf dem Laufenden.

Habe dann nacheinander erst 230 und nochmal 70 Euro für die Ratenausfallschutzversicherung hin überwiesen (kein Western Union oder so!). Gut, und da ich etwas gedrängt habe ob der Kredit noch vor dem Ersten da sein könnte, haben wir uns drauf geeinigt, ihm 30 Euro für eine ilüberweisung zu schicken.

Gesagt, getan, und dum geguckt :-D

Ab dem Zeitpunkt, an dem die 30 Euro wohl auf seinem Konto waren, war es das mit dem Kontakt.

Habe ihn sprichwörtlich zugespammt mit Whatsapp Nachrichten und SMS (beide für mich kostenlos, von daher), aber keine Antwort. Von den Häkchen hinter den Nachrichten her sehe ich dass er noch nicht mal mehr in Whatsapp reingeguckt hat.

Angerufen habe ich mehrmals aber jedes Mal ruft es eine Splitsekunden und dann ist besetzt. Garantiert hat er meine Telefonnummer blockiert und so.

Mal auch die Daten, Adresse, Namen und so, ins Telefonbuch meines Vertrauens geschmissen und fand auch prompt die Adresse dort wieder. Sah Alles top seriös aus.

Ja, nun habe ich seit grob Mittwoch nichts mehr gehört und auch schon 2 Mal geschrieben dass ich, wenn ich bis Montag nichts höre in irgendeiner Form, Anzeige wegen betrugs bei der Polizei mache.

Geld sollte wie gesagt laut Vertrag am 1. auf dem konto sein, ist es aber bis heute nicht.

Von daher will ich wahrscheinlich Morgen Anzeige machen.

Angenommen, wider erwarten, das Geld käme dann plötzlich Mittwoch oder so, könnte ich die Anzeige dann wieder zurückziehen?

Falls sich doch herausstellt, dass es nur Probleme gab und das Geld deshalb so spät dran ist? Bekäme ich dann Probleme wegen falscher Beschuldigung oder so?

Andere Sache: Beim Wohngeldamt habe ich den kredit als "Einkommen" zur Finanzierung meines Lebensunterhalts demnächst angegeben. Denen müsste ich dann wohl auch Bescheid sagen, oder?

Antwort
von dresanne, 29

Da kommt kein Geld - hundertprozentig. Du bist auf eine alte Abzockmasche hereingefallen. Erstatte unmgehend Anzeige gegen den Kontoinhaber.

Antwort
von Doktorfruehling, 10

Ja und ja und ja auf alle deine Fragen, Buche als Lehrgeld ab. du solltest dich fragen, wer bei deiner Einkommenssituation auf die Idee kommt dir Geld zu leihen und den Kontakt ueber WA herstellt.

Antwort
von TheGrow, 18

Hallo densch92,

hast Du die Strafanzeige erst einmal gestellt, kannst Du diese nicht zurücknehmen.

Meine Vorredner die geschrieben haben, dass man eine Anzeige zurücknehmen kann irren.

Hat die Polizei erst einmal Kenntnis von einer Straftat des Betruges ist die Polizei verpflichtet auch dann gegen den Beschuldigten zu ermitteln, wenn der Anzeigende dieses gar nicht mehr wünscht.

Wird der Beschuldigte später angeklagt, bist Du sogar verpflichtet als Zeuge gegen den Angeklagten auszusagen.

Ergeben aber die polizeilichen oder staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, dass der Herr gar keine betrügerischen Absichten hatte, wird die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Herren gem. § 170 Absatz 2 StPO einstellen.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von densch92 ,

Kann mir dann da von rechtlicher Seite was passieren? Da ich ja anfangs irrtümlich einen Betrug unterstellt hatte?

Kommentar von TheGrow ,

Dir kann nur dann was passieren, wenn Du wissentlich falsche Angaben machst und den Herren des Betruges verdächtigst, obwohl Du weißt, dass er gar keinen Betrug begangen hat.

Aber wenn Du alles was passiert und  abgelaufen ist, wahrheitsgemäß bei der Stellung der Anzeige angibst, kann Dir auch nichts passieren.

Es ist Dein gutes Recht bei Verdacht des Betruges, die Polizei über diesen Verdacht zu informieren.

Antwort
von rodney2016, 18

Um deine konrete Frage zu beantworten: Anzeigen kann man auch wieder zurückziehen, falls sich das jeweilige Problem geklärt hat.

Kommentar von densch92 ,

Falls es beispielsweise zu einer Klärung kam und faktisch keiner "zu Schaden gekommen ist"?

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