Frage von Tl1995, 66

Kann ich ein Strafverfahren wegen positiven Bluttest erwarten?

Ich wurde diese Woche Montag mit dem Auto angehalten. Es wurde ein Schnelltest gemacht, da ich in Vergangenheit wegen Handeltreiben mit BTM verurteilt wurde. Der Test schlug auf Anphitamine an, was relativ ist, da ich meiner Unschuld bewusst bin und nie was zu mir genommen habe. Darauf wurde ein Bluttest gemacht, dem ich freiwillig zustimmte. Nun die Fragen: werde ich nur auf Anphitamine getestet oder auch auf andere Stoffe? Denn ich habe 17 Tage davor geraucht. Habe ich ein Strafverfahren zu erwarten oder "nur" Erziehungsmaßnahmen wie Geldstrafe, Enzug der Fahrerlaubnis, etc.? Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt THC gefunden wird? Ich habe große Angst, da für mich viel auf den Spiel steht (Familie, ..., ...)

Ich hoffe auf schnelle Antworten, möglichst auf alle Fragen. Danke im Vorraus.

Antwort
von Parhalia, 29

Deine Frage ist grundlegend leider zu unpräzise gestellt, da Du selbst bereits nennst, "in der Vergangenheit bereits wegen Handeltreibens mit dem BtMG in Kontakt gekommen zu sein )

Was Deine Zukunft als "Kraftfahrzeug-Führer" damit angeht ( mögliche Entziehung der Fahrerlaubnis ), das wird sich primär damit an Deine ( verkehrsrelevante ) Vorgeschichte und Deine BTM-Vorverfahren nebst aktuellen Testergebnissen richten.

Eine "Entziehung der Fahrerlaubnis" ist grundlegend schon ein ganz harter Einschnitt in die "bürgerliche Freiheit". DIE KANN Dir aber auch selbst DANN drohen, wenn Deine aktuellen Prüfwerte zwar einerseits unter gewissen Grenzbereichen liegen, aber die Hauptvorwürfe der Tat durchaus gravierende Schlüsse auf Deine Eignung zur Teilnahme am Kraftverkehr dennoch zulassen. 

( also z.B. schon reiner Drogenschmuggel in Kraftfahrzeugen ohne selbst Konsument zu sein )

DAS KÖNNTE je nach aktueller Tat und Vorgeschichte schon eine Entziehung der Fahrerlaubnis ( selbst ohne aktuell strafrechtlich relevante Drogenbefunde in Blut oder Urin ) bewirken.

Die rechtliche Strafzumessung nach STGB in Anlehnung an das BtMG richtet sich neben der aktuellen Tat natürlich auch an Deiner individuellen Vorgeschichte der eingetragenen Vorbestrafungen aus.

Die Drogenscreenings werden sich nur auf DIE Umstände beziehen, welche man Dir grundlegend verkehrsrelevant auch mit hinreichender Sicherheit zuordnen könnte. ( bezieht sich dann aber meist auch nur auf den verkehrsrelevanten Part zum Zeitpunkt der letzten Verkehrskontrolle & deren Feststellungen )

Kommentar von Tl1995 ,

Das heißt es wird garnicht auf THC getestet? Zum Detail: Ich wurde wegen dem Handeltreiben mit einer Geldstrafe von 750 Euro verurteilt. Wie schätz du demnach ein, was mich im allerschlimmsten Fall erwarten. Vielen Dank schonmal für die ausführliche Antwort!!!

Kommentar von Parhalia ,

Ich kann nur ganz grob ob der Formulierung Deiner Anfrage schätzen. DAS kann in sich selbst KEINERLEI konkrete Aussage eines möglichen ( Dir angängigen ) Strafverfahrens tatsächlicher Umstände replizieren.

Somit sage ich in meinem Teil der Antworten : "es wäre in dieser Situation mit diesen Infos konkret genauso hilflos, wie der Blick in eine "Glaskugel" ...

Echt helfen KÖNNTE Dir nur ein Rechtsbeistand bei Dir vor Ort, dem Du auch ganz konkret nebst aktuellem Tatvorwurf auch Einsicht in Deine "Akten" gewährst.

DAS können und wollen wir hier online nicht anbieten. Du MUSST Dich direkt bei Dir vor Ort an einen entsprechenden Rechtsanwalt wenden. ( denn SOWAS / verbindliche Rechtsberatung  kann KEIN Online-Forum im konkreten Rechtsfall ersetzen )

Antwort
von Tl1995, 25

Das heißt es wird garnicht auf THC getestet? Zum Detail: Ich wurde wegen dem Handeltreiben mit einer Geldstrafe von 750 Euro verurteilt. Wie schätz du demnach ein, was mich im allerschlimmsten Fall erwarten. Vielen Dank schonmal für die ausführliche Antwort!!!

Kommentar von Parhalia ,

Es bleibt schwierig zu sagen, was Dich konkret erwarten KÖNNTE. Auch weiss niemand, welche Art von "Schnelltest" bei Dir zur Verwendung kam. Die können sehr breitbandig ( also auf viele verschiedene Arten von Drogen ) oder auch eher begrenzt auf in der Kontrolle vermutete ( Cannabinoide, Opiate, Koks / Amphe eher "schmalbandig" gehen )

Wichtig ist, OB und WAS in Deiner Blutprobe an "aktiven Substanzen" ( konkret rechtsverwertbar betesteter Art ) dann nachgewiesen wurde.

Da kannst Du jetzt erst einmal nur abwarten, ob noch Post diesbezüglich kommt und wenn ja, WAS darin inhaltlich zum aktuellen Verfahren geschrieben wird.

Im besten Fall konnte man Dir keine rechtsverwertbaren Drogenbefunde in Deiner Blutprobe nachweisen und das Verfahren wird komplett mangels vorwerfbaren Befunden eingestellt.

Ich bin jetzt aber auch nicht sonderlich "Experte" für Drogen jeglicher Art. Warte halt die nächste Meldung diesbezüglich von den Behörden ab.

Denn "wilde Spekulationen" wären hier wenig sinnvoll und hilfreich. Denn rein in diesem Bezug KÖNNTE sich ein "Spektrum" zwischen sanktionsloser Einstellung über ordnungsrechtliche Massnahmen bis hin zu strafrechtlichen Konsequenzen ( Bussgeld / Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren ) ergeben.

Deshalb mache Dich jetzt nicht selbst wirsch, sondern warte die nächste Mitteilung von den zuständigen Behörden ab.

Mehr könnte Dir mit diesen dürftigen Infos zunächst auch ein Anwalt ohne Akteneinsicht und weiteren Verfahrensablauf ( der aktuellen Sache ) nicht "prognostizieren" können.

Aber grundsätzlich KANN es auch im Strassenverkehr wegen ALK & Drogen, u.U. Wiederholungstäter und ggf. anderen verkehrsrelevanten ( schweren ) Ordnungswidrigkeiten und / oder Straftaten besonders "einschlägiger Art" auch wirklich mal zur Verhängung einer Freiheitsstrafe ( in gravierenden / wiederholten / mehrfach "einschlägigen" Fällen mit jeweiliger Verurteilung auch ohne Bewährung ) kommen.

Rein fahrerlaubnisbezogene Massnahmen lasse ich in dieser Hinsicht auf die Fragestellung von vornherein mal aussen vor.

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