Frage von TheKn0wledge, 262

Kann ich das von meiner Psychiaterin verlangen, darf sie das?

Hey,

ich möchte das kurz und bündig schreiben: bei mir im Kopf ist nicht alles richtig verdrahtet, wie es sein sollte. Ich bin zwar nicht in irgendeiner Form geistig behindert und an sich auch zu normalem Sozialverhalten befähigt, allerdings höchst depressiv, suizidal, zeige Symptome des Borderline-Syndroms und einer leichten Schizophrenie.

Ich bin - Borderline und Depression "zum Dank" - nun in psychologischer, ambulanter Betreuung (SVV lässt sich im Sommer schlecht verbergen, schon gar nicht vor kontrollsüchtigen Müttern), meine Psychologin arbeitet halbwöchentlich auch in einer psychiatrischen Klinik (Tagesklinik, glaube ich), weiß allerdings "nur" von den leichten Depressionen und den geringen Anzeichen des Borderline-Syndroms, da ich ihr nicht alles gebeichtet habe bzw. nicht beichten kann, aus Angst bzw. Sorge, in die Klinik zu müssen.

Es ist nämlich so, dass ich eigentlich alle Anzeichen für eine starke Depression habe - und das schon so lange ich denken kann (mit Ausnahme einer Beziehung die dazwischen lag, wenn sie das liest und sich angesprochen fühlt, danke nochmal dafür, du hast mir sehr gut getan), inklusive Todeswunsch, mangelnder Todesangst, Antriebslosigkeit (ich werde von meinen Eltern gezwungen mit dem Hund spazieren zu gehen und tue dies des öfteren im Pyjama, ich unterdrücke meinen Harndrang um mich nicht aufraffen zu müssen aufs Klo zu gehen, in den Ferien gibt es Tage an denen ich mir nicht einmal die Zähne putze uvm.), Suizidgedanken, -planung und -träume. All das kann ich allerdings sehr gut verbergen (möchte die Aufmerksamkeit nicht usw.).

Meine Therapeutin hat mir erzählt, dass ich ihr ruhig alles erzählen kann, und das möchte ich eigentlich auch, denn ich möchte ihre Zeit nicht verschwenden, sie nicht unnötig mit meinen Problemen belasten, anderen Patienten die Termine "klauen" und meiner Krankenkasse nicht mehr kosten als nötig.

Allerdings hat sie mir auch erzählt,dass wenn eine Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt, oder aber eine schwere Depression, dass dann eine ambulante Behandlung nicht mehr ausreicht und sie mich dann in eine mindestens teilklinische Behandlung übergeben muss.

Nun, das möchte ich jedoch nicht. Aus diversen Gründen.

Meine Frage ist: Ist meine Therapeutin gezwungen, mich bei meinem Maß an Erkrankung an die Klinik zu übergeben? Darf sie mich dann nicht mehr weiter betreuen, oder will sie einfach nicht? Kann ich von ihr verlangen, mich weiter ambulant zu therapieren, selbst wenn ich ihr all das sage?

Antwort
von fraschi, 38

So funktioniert das Ganze nicht......

Zunächst mal ist auf jeden Fall Ehrlichkeit zwischen Patientin und Therpeutin besonders wichtig, um eine Vertrauensbasis zu schaffen und Hilfe richtig angewendet werden kann.

Zudem gibt es Erkrankungen, die einen Aufenthalt in einem spezialisierten Krankenhaus notwendig machen.

Suizidgefahr ist so eine Erkrankung, da es eine psychisch starke Beeinflussung der eigenen Denkweise darstellt und nicht ungefährlich ist.

Die Fachärzte dieser Kliniken möchten dein Leben retten und auch erreichen, das du etwas über die Erkrankung lernst und damit umgehen kannst.

Zudem können diese Ärzte auch für die Zukunft etwas mit auf den Weg geben.

Ich habe das selbst erlebt und war im Jahre 2012 in akuter Selbstmordgefahr.

Heute geht es mir deutlich besser, denn in einer solchen Klinik kann man auch für sich etwas tun....z.B. neue Dinge lernen und neue Leute kennenlernen, die ähnliche Probleme haben, um sich gegenseitig zu helfen.

Aber dafür muß man selber etwas tun und wenn man das nicht möchte....aus welchen Gründen auch immer....hat eine Therapie keinen Zweck, denn man muß in der Therapie mit den Ärzten miteinander an der Erkrankung arbeiten und nicht gegeneinander.

Und wer die Chance einer Heilung fahrlässig verspielt, muß dann auch die Folgen davon in Kauf nehmen.

Gruß,

fraschi

Antwort
von Anduri87, 38

Viele Probleme und wenig Unterstützung

Es scheint so als ob du mehrere schwere Laster mit dir herumträgst. Allerdings kann ich dir nur folgendes Raten:

Du bist höchst gefährdet (denn du planst wie beschrieben ja schon deinen eigenen Suizid) und du führst deinen Einzeltherapeut/in an der Nase herum denn sie scheint das ganze nicht wirklich mitzubekommen. Du brauchst aber dringend jemanden dem du zu 100% vetrauen kannst, und dem du alles erzählen kannst sonst macht eine Therapie keinen sinn.

Ich spreche selbst aus Erfahrung denn nur mit einem kompetenten und vertrauenwürdigen Gesprächstpartner kann man alle seine eigenen Probleme wirklich angehen!

Und so wie es aussieht wäre ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik das beste für dich. Da kannst du wirklich effizient an dir arbeiten, und bist letztlich auch gezwungen dich mal gegenüber anderen zu öffnen.

Allerdings kann man dich auch zu nichts zwingen. Sofern dein Therapeut nicht weiss das du deinen Suizid planst haben sie nicht die möglichkeit dich in eine Klinik zwangsmässig einzuweisen. Ich würde dir allerdings trotzdem raten zumindest in eine Tagesklinik zu gehen.

Lg, Anduri87

Antwort
von rinielein, 60

Vllt kannst du ihr glaubhaft erklären, wieso du nicht in eine Klinik willst, da wird es ja anscheinend Gründe für haben.

Bist du medikamentös eingestellt? Könnte man zumindest mal ausprobieren, was aber ja auch einige Zeit dauert, bis man bei Antidepressiva die richtige Wirkung erzielt. 

Es scheint zumindest Dinge zu geben, die dich deine Probleme etwas vergessen lassen, wie die von dir erwähnte Beziehung. Gibt es nichts in deinem leben, was du anstrebst, was dich glücklich machen würde? 

Besprich so etwas doch mit deiner Therapeutin, vielleicht findet ihr einen gemeinsamen weg, der ausprobiert werden kann bevor ein klinikaufenthalt zur Sprache kommen muss.


Alles Gute!

Antwort
von LittleMistery, 67

Wenn du dich nicht selbst oder andere gefährdest musst du nicht zwangsweise in stationäre Therapie, ich rede jetzt von geschlossener. Sobald das aber vorliegt wird sie dich einweisen dürfen und auch müssen, denn es ist zu deiner eigenen Sicherheit. Allgemein würde ich glauben, dass sie dich einweisen kann, wenn die ambulante Therapie dir zu dem Zeitpunkt nicht hilft. Würde ich sagen, aber weiß ja nicht wie die das genau meint oder wie andere das sehen.

Antwort
von Virginia47, 26

Du darfst von dir verlangen, dass du offen und ehrlich bist. 

Wie soll deine Psychiaterin dich sonst betreuen, wenn du ihr nicht die ganze Wahrheit sagst? 

Sie ist keine Hellseherin. Und kann nicht aufgrund vager Vermutungen eine Therapie zum Ansatz bringen. 

Entweder du willst dir helfen lassen - dann mit allen Konsequenzen. Oder du willst weiter so vor dich hintümpeln und im Selbstmitleid zerfließen. 

Mache dir mal keine Gedanken darum, ob du eventuell anderen einen Platz wegnimmst. Du stehst im Vordergrund. Du willst Hilfe. Und da wäre vielleicht auch ein Klinikaufenthalt angezeigt. 

Ich bereue jedenfalls nicht, dass ich in der Klinik war. Ich habe da sehr viel über meine Krankheit gelernt. Und auch gelernt, mir selbst zu helfen, wenn mal kein Ansprechpartner da ist. 

Kommentar von TheKn0wledge ,

Sorry, aber Klinik ist keine Option für mich. Absolut nicht.

Antwort
von PilleniusMC, 85

Sie ist für den Moment deine behandelnde Ärztin also darf sie deine Behandlungsmethode vorschreiben und da kasst du nichts dran ändern. Du solltest es durschziehen hauptsählich weil das eine Kombination ist bei der es oft zu Suizidversuchen kommen.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Gut, wenn sie mich also in die Klinik zwingen kann und wird, dann sollte ich ihr wohl nicht von meinen wahren Gefühlen und Gedanken sagen. Danke :)

Kommentar von PilleniusMC ,

Solltest du vielleicht schon, weil es zumindest Einsichtsfähigkeit beweist.

Antwort
von Dahika, 85

allerdings höchst depressiv, suizidal, zeige Symptome des Borderline-Syndroms und einer leichten Schizophrenie.

So ein Quatsch.  Wenn ich eines hasse, sind es diese dämlichen Selbstdiagnosen.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Wenn der eigene Hausarzt einen noch am selben Tag zum Psychiater schickt, ist dir das Diagnose genug?

Kommentar von sozialtusi ,

Das ist einfach nur ein Anzeichen für die Grenze des Hausarztes. Das macht der auch bei nem bisschen Depression ;)

Kommentar von LittleMistery ,

Das sind Verdachtsdiagnosen und nichtmal richtige.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Und wenn der Psychiater noch am gleichen Tag die Möglichkeit eines Klinikaufenthaltes erwähnt, darauf sogar ziemlich deutlich rum reitet, mir sogar schon die Station zeigen wollte, und mir direkt nen Termin gibt fürs nächste Mal?

Antwort
von schokocrossie91, 42

Wie erwartest du eine Antwort, wenn du nicht einmal klarmachst, wieso du partout nicht in stationäre Behandlung willst? Willst du keine Hilfe? So klingt das nämlich.

Antwort
von Dxmklvw, 48

Die Beschreibung kommt mir vor wie eine zu erwartende stattgefundene starke emotionale Bindung an die Psychiaterin, was zwar vorübergehend sinnvoll für den Rapport und die Weiterbehandlung ist, aber auf absoluter Einseitigkeit beruht und es auch sollte und am (noch nicht absehbaren) Ende der Behandlung in der Loslösung dieser Bindung münden sollte.

Die geschilderten sonstigen Symptome können zutreffend sein, müssen es aber nicht, und es besteht eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, daß sie aus dem Inneren heraus erzeugt werden als Strategie, um der Psychiaterin emotional noch näher zu kommen.

Die Schilderung insgesamt spricht eher für einen recht gesunden Menschen, der sein Seelenleben durchschnittlich gut unter Kontrolle hat. Doch das alleine ist für eine Bewertung belanglos, weil Schriftsprache kaum oder gar nicht etwas über das wirkliche Befinden aussagen kann. Dazu fehlen die körpersprachlichen Informationen.

Antwort
von putzfee1, 78

Du möchtest gar keine Hilfe? Warum nimmst du dann überhaupt diesen Therapieplatz in Beschlag und überlässt ihn nicht jemandem, der wirklich Hilfe sucht? 

Entweder lässt man sich richtig helfen oder man lässt es ganz bleiben. Alles andere ist halber Kram und nützt weder dir noch sonst irgendwem was.

Kommentar von putzfee1 ,

Ach übrigens, wer hat denn diese ganzen Dinge bei dir diagnostiziert? 

 allerdings höchst depressiv, suizidal, zeige Symptome des Borderline-Syndroms und einer leichten Schizophrenie.

War das ein Fachmann, also ein Psychiater? Oder verlässt du dich tatsächlich dabei auf den Internet-Test, den du irgendwann vor zwei Jahren mal gemacht hast? https://www.gutefrage.net/frage/internet-psychologie-tests-glaubhaft?foundIn=use...

Internettests sind bei sowas nämlich Blödsinn. Wenn es nie von einem Facharzt diagnostiziert wurde, läufst du seit über zwei Jahren mit einer vermutlich falschen Selbstdiagnose rum.

Antwort
von Elizabeth2, 109

eigentlich musst du dir überlegen, wie du damit umgehen willst. Ich finde es schrecklich, dass du dir nicht helfen lassen willst mit der tollen Chance, nach einem Klinikaufenthalt ein akzeptables bis vielleicht sogar schönes Leben zu führen. Sicher, ein langer Weg, aber der Preis, den du jetzt zahlen musst (Klinik) - das lohnt sich. Lasse dich aber sehr gut beraten, welche Klinik zu dir passt.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ich gehe nicht in eine Klinik. Punkt. Ende. Aus.

Kommentar von Elizabeth2 ,

wir können dir aber überhaupt nicht helfen. Niemand - und schon gar nicht Therapeuten und Fachleute - DÜRFEN sehenden Augens zulassen, dass jemand schwer suizidgefährdet ist. Die müssen handeln.  Es ist alles sowieso deine Entscheidung - aber wie das so ist mit Entscheidungen - immer sind alle anderen mitbetroffen. Allen voran diejenigen, die dich sehr liebhaben.

Kommentar von Elizabeth2 ,

Ich lese die anderen Fragen von dir  hier - nun, wenn es deine Methode ist, mit dir selber klar zu werden - bitte. Manchmal hilft es ja schon drüber zu schreiben. Die Idee von der einen, bleibe wie du bist, aber suche dir etwas, woran dein Herz hängt, was dir wirklich wichtig ist - ist gar nicht schlecht. Was bedeutet dir viel? Vielleicht bist du besonders Tierlieb? Magst du dich mal engagieren bei einem Tierheim? Soviele Hunde warten auf Leute, die spazieren gehen wollen mit denen. Zum Beispiel.

Antwort
von FelinasDemons, 106

Du scheinst sehr viele Probleme zu haben. Das Thema war ja schon,dass du nicht in eine Klinik willst. Ganz ehrlich. Möchtest du überhaupt Hilfe bekommen? Um mit alldem klar zu kommen? So kommt es nämlich nicht rüber. Sonst würdest du alles versuchen und über deinen Schatten springen. Deiner Therapeutin ALLES erzählen (ich meine was bringt das sonst?) Und falls das für deine Genesung wichtig ist stationär gehen. Ist nicht böse gemeint oder so. Aber wenn du an deiner Lage nichts ändern willst...
Zurück zu deiner Kernfrage: Wenn du Eigen-oder Fremdgefärdet bist MUSS sie dich (normalerweise) in eine stationäre Therapie schicken. Zu deinem eigenen besten. Du könntest mit ihr auch darüber reden,weshalb du einen Klinik Aufenthalt strikt ablehnst.
Na ja,ich wünsche dir trotdem mal alles Gute.

Kommentar von FelinasDemons ,

*trotzdem

Antwort
von einfachichseinn, 28

Bevor du dir sorgen machst, was deine selbst angerichteten Diagnosen für Folgen haben, solltest du ersteinmal schauen, dass du gefestigte Diagnosen erhältst.

Und so schnell wirst du in der Regel auch nicht eingewiesen.

Und selbst wenn das doch passieren sollte, ist das kein Weltuntergang. Eher im Gegenteil die meisten Menschen profitieren sehr davon.

Antwort
von Aengstlicher, 27

Ist sie zumindestens hübsch- wenn ja- mach Ihr doch den Hof. Dann kommst automatisch auf andere Gedanken!

Antwort
von sozialtusi, 92

Es geht Dir also eigentlich ganz gut mit Deinen Problemen?

Kommentar von TheKn0wledge ,

Nein, habe ich auch nie behauptet. Aber Klinik ist für mich einfach nicht möglich bzw keine annehmbare Option.

Kommentar von sozialtusi ,

Aber es ist doch logisch, dass man ohne entsprechend engmaschige Überwachung nicht in ambulanter Therapie bleiben kann, oder?

Kommentar von TheKn0wledge ,

Klar ist es das. Aber ich will einfach nicht in die Klinik. Punkt. Daran ist nicht zu rütteln.

Kommentar von sozialtusi ,

Der Psychologe/Psychiater wird es Dir wahrscheinlich nicht ins Gesicht sagen, aber er würde denken "Dann ist es noch nicht schlimm genug". Vielleicht brauchst du auch einfach mehr Aufmerksamkeit. Hier kannst du es ja auch erzählen und auch Moderatoren können Dir die Rettung oder die Polizei vorbeischicken ;)

Kommentar von TheKn0wledge ,

Weiß ja niemand wo ich wohne, also. Und nein, Aufmerksamkeit ist das letzte was ich will.

Kommentar von sozialtusi ,

Öhm... Du weißt aber schon, dass du im Netz nicht anonym bist, oder?

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