Frage von tolgaberrak, 31

Kann ich das als Antwort geben im test zu Buddhismus?

Hallo erstmal ich schreibe morgen ein test zum Thema Buddhismus und ein Thema wird sein den Zusammenhang von, karma,Wiedergeburt Und nirwana zu erklären ich habe geschrieben Im Buddhismus spielen alle 3 Faktoren eine wichtige Rolle den um ins nirwana zu kommen (also zur Erlösung der seele) muss man karma sammeln (mit Guten Taten) um am Ende die Erlösung zu finden also nicht wiedergeboren zu werden ich habe angst das sich da was mit dem Hinduismus vermischt hat kann ich das da so in den test klatschen und sorry wegen der Rechtschreibung musste schnell gehen

Antwort
von eleteroj3, 15

das, was wir Buddhisten als 'Wiederwerden' bezeichnen, ist tatsächlich keine hinduistische Seelenwanderung.

Bei uns ist Karma (das Getane) eine Meditationsaufgabe: wir sollen den unauflöslichen Zusammenhang von Haltung, Entscheidung, Tun nach außen hin einerseits mit den Rückwirkungen auf unsere Persönlichkeit, auf uns selbst andererseits wahrnehmen.

In unsere Sicht es einzig dieses Karma, also der Informationsstrom deiner Entscheidungen, Vorlieben, Abneigungen, Verirrungen, Wahnvorstellungen und Erleuchtungsmomenten, die sich bei deinem Sterben weitervererben auf neuenstehendes Leben - und dieses neuenstehende Leben entwickelt ein eigenes Ich, aber unter den Randbedingungen alten, geerbten Karmas.

Nirwana ist das Verwehen, die Auflösung des Ich-Wahns; der vollständig Erwachte weilt dann im Bewußtsein des Nicht-Ich, er erkennt, dass Ich, Seele, Person, nur Zuschreibungen sind ohne Eigensubstanz.

Kommentar von tolgaberrak ,

Damne Danke

Antwort
von svagatam, 5

Das ist generell die Lösung um ins Nirvana zu gelangen.

Nur wird es nicht überall so verstanden.

Ni- nicht; vana-Luft; wörtl.: Nicht wehen. Also ins "Nichts" im Buddhismus.

Allerdings im Hinduismus "fängt das Leben erst an" Bei Gott.

(im Nirvana)

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 17

Ich bin Buddhist und helfe dir gerne weiter.

Im Buddhismus gibt es keine ewige Seele, die erlöst werden könnte.

Das Konzept, der göttliche Wesenskern (Atman), das sich irgendwann mit dem ewig Göttlichen (Brahman) vereinigt, existiert im Hinduismus.

Das Parinirvana ist das endgültige Verlöschen jedes Triebs, der zur Wiedergeburt führen könnte und das Ende jeder Wiedergeburt.

Die Schaffung von Karma sollte allgemein vermieden werden, jedoch ist es besser, positives Karma zu schaffen, als negatives.

Letztlich ist es unmöglich, kein Karma zu schaffen, da nicht nur Taten und Worte, sondern bereits Gedanken eine Form von Aktivität sind.

Kommentar von tolgaberrak ,

Danke

Kommentar von Enzylexikon ,

Keine Ursache. :-)

Kommentar von kamikatzen ,

Sehr interessant Enzylexikon. Ich habe eine Frage dazu, falls du sie mir beantworten magst: Um das Ende der Wiedergeburt zu erreichen wäre es also förderlicher, keine Handlungen vorzunehmen denn gute Handlungen im Sinne von "guten Taten"? Weil als Laie denkt man sich (oder ich mir) ja, dass man gutes Karma durch gute Taten erreicht und man dafür auch belohnt wird?

Kommentar von Enzylexikon ,

Was die Wiedergeburt angeht, so haben die verschiedenen buddhistischen Richtungen auch unterschiedliche Interpretationen.

Gute Taten und Wiedergeburt

Hier spielt vor allem der asiatische Volksglaube hinein.

Die meisten buddhistischen Laien in Südostasien werden nie die Möglichkeit haben, dauerhaft Mönch zu werden, da sie ihre Familie ernähren müssen. Auch für Meditation werden sie kaum Zeit haben.

Deshalb gibt es dort die Vorstellung, wenn man "gutes tut" und insbesondere die Mönche durch Spenden unterstützt,könne man im nächsten Leben als Mönch wiedergeboren weden.

Passivität vs. Aktionismus

Rein logisch betrachtet wäre "völlige Passivität" natürlich das beste Mittel, um die Schaffung neuen Karmas zu verhindern - und tatsächlich wird der Buddhismus auch oft in dieser Weise missverstanden.

Doch ein Buddhist übt sich auch darin, Mitgefühl zu entwickeln und heilsam zu handeln, also zum Wohle anderer Lebewesen. Das setzt natürlich eine Handlung (Karma) voraus.

Dadurch gibt es im Buddhismus verschiedene Ansätze. Einige sind tatsächlich eher "passiv", während andere zB sogar den "engagierten Buddhismus" zu ihrem Ideal machen.

Gute Taten und Belohnung

Laut der Lehre des Buddhismus werden gute Taten nicht belohnt und böse Handlungen nicht bestraft, denn das würde eine Art von Richter voraussetzen, der ein moralisches Urteil spricht.

Im Buddhismus gibt es aber diesen Richter nicht - sondern man muss lediglich mit den Konsequenzen des eigenen Handelns leben.

Gerade in so einer globalisierten Welt dürfte dieses Prinzip vielen verständlicher sein, als dies evtl. früher der Fall war.

Ich bringe mal ein ganz stark vereinfachtes Beispiel, das bewusst andere Faktoren ausklammert, um nicht zu komplex zu werden.

Wenn ich Kleidung aus Billigproduktion kaufe, unterstütze ich die Sklavenarbeit in Fabriken in einem anderen Land.

Aus den Fabriken werden Giftstoffe in die Umwelt freigesetzt, die irgendwann auch uns erreichen werden, zB über die Nahrung.

Ist mein vergiftetes Essen jetzt meine "Strafe" für die Unterstützung der Ausbeutung? Nein, sondern einfach die Konsequenz daraus.

Vielleicht betrifft mich die Umweltvergiftung selbst noch nicht - dann haben aber künftige Generationen durch mein Handeln zu leiden.

Werden sie durch die Umweltverschmutzung "bestraft" ? Nein, denn schließlich habe ich das ganze verursacht, nicht meine Kinder.

Dieses Prinzip von Ursache und Wirkung ist "Karma" (Handlung), das hat nichts mit Belohnung und Strafe zu tun.

Wiedergeburt ohne Leben nach dem Tod

Innerhalb des Buddhismus gibt es wie gesagt unterschiedliche Ansichten, wie viel Bedeutung man der Wiedergeburt beimessen sollte.

In machen buddhistischen Strömung ist sie von großer Bedeutung, in anderen dagegen nahezu ohne Belang.

Es gibt auch ein Konzept der Wiedergeburt, das überhaupt nichts mit dem "Leben nach dem Tod" zu tun hat.

Das ist auch gar nicht so unklug, denn Buddha hat Fragen über Götter, Jenseits usw. als "unbeantwortbar" bezeichnet und erklärt, unnötiges Nachgrübeln bringe einen nicht weiter.

Dieser Theorie zufolge ist die Wiedergeburt in den sechs Daseinsbereichen (Höllenbewohner, hungriger Geist, Asura, Tier, Mensch, Himmelswesen) ein psychologisches Modell.

Jede dieser "Wiedergeburten" steht demnach symbolisch für bestimmte geistige Verfassungen, oder Gefühlszustände, die unser Leben gerade dominieren. Buddhisten, für die das Konzept der Wiedergeburt,

Hier habe ich das Mal ausführlicher erklärt:

https://www.gutefrage.net/frage/wenn-es-die-wiedergeburt-wirklich-geben-sollte-w...

Meine Meinung

Ich persönlich bin der Ansicht, dass wir nicht wissen, was nach dem Tod geschieht, so dass wir uns nicht verrückt machen sollten. Daher folge ich obigem, psychologischen Wiedergeburtsmodell.

Wir leben jetzt, in diesem Moment, und durch unser Handeln (Karma) beeinflussen wir uns selbst und andere. Wir können jetzt entscheiden wie wir handeln.

Schuldgefühle wegen der Vergangenheit, die sich nicht mehr ändern lässt, und Ängste vor zukünftigen Entwicklungen, die womöglich niemals so geschehen werden, wie befürchtet, lähmen uns nur.

Deshalb lehrt der Buddhismus eben auch die Bedeutung der Praxis. Es bringt nichts, an etwas zu glauben, auf etwas zu hoffen, oder zu erwarten, wenn wir nicht handeln.

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