Kann ich bei Handwerker-Wucher Geld zurück bekommen?

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11 Antworten

Ab 15 € bedeutet dass es mindestens 15 € kostet. Eine Obergrenze gibt es hier nicht.

Grundsätzlich wird die Vergütung durch den Vertrag bestimmt. Habt ihr nichts Anderes vereinbart, gelten die in den AGB s genannten Sätze. Geben auch diese nichts her, gelten die üblichen Vergütungssätze.

Das heisst zunächst mal, dass der Dienstleister eine prüfbare Rechnung zu erstellen hat, aus der die ausgeführten Leistungen, deren Einzelpreis sowie Zuschläge und Pauschalen hervorgehen müssen.

Einfach nur eine Pauschale abrechnen, für die es keine Grundlage gibt, geht nicht.

Grundsätzlich wäre es natürlich sinnvoll, die Vergütung VOR der Ausführung zu vereinbaren.

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Das ist leider die übliche Vorgehensweise, bei den unseriösen Vertretern dieser Zunft. Eine Chance dein Geld zurück zu erhalten hast du nicht wirklich. Du hast ohne konkrete Preisabsprachen einen Auftrag erteilt UND du hast bezahlt, somit ist das Geschäft abgeschlossen.

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Wie viel darf ein seriöser Schlüsseldienst kosten? 

Als ganz groben Richtwert können Sie sich merken, dass ein Pauschalpreis für eine normale Türöffnung mit einer typischen Arbeitszeit vor Ort von ca. 15 Minuten unter der Woche während den normalen Arbeitszeiten zusammen mit der Fahrtzeit ungefähr 150 Euro (brutto, inkl. USt) beträgt. Findet die Türöffnung durch den Schlüsseldienst am Abend oder am Samstag statt, so ist eine Türöffnungspauschale von ca. 200 Euro (brutto) angemessen, an einem Sonntag oder an einem Feiertag müssen Sie mit einer Pauschale von 250 Euro rechnen.
Diese Beträge sind aber, wie gesagt, nur grobe Anhaltspunkte, die Sie sich leicht merken können. Die tatsächlich akzeptablen Pauschalen hängen davon ab, ob es sich um eine Türnotöffnung im ländlichen Raum, in größeren Städten, oder in sehr großen Ballungsgebieten handelt.

Ob Du wg. der 100 € (auch wenn es viel Geld ist, der Anwalt kostet auch etwas) streiten willst oder nicht musst Du dir überlegen. Wenn in der Anzeige Festpreis steht dann sieht es anders aus, in diesem Fall dürfte er nur einen Zuschlag für den Sonntag berechnen. Du schreibst aber ab.

für mehr Infos gehe z.B. auf http://www.kanzlei-hollweck.de/ratgeber/schluesseldienste/

http://www.bundesverband-metall.de/_data/S003/anlagen/10%2002%2016%20Pauschalen%20T%C3%83%C2%BCr%C3%83%C2%B6ffnung%202010-%20V2.pdf (Stand 2011)

Tipp, wenn der Schlüsseldienst im Treppenhaus wirbt einfach diese Werbung entfernen.

Seröse Schlüsselnotdienste finden Sie beispielsweise über die örtliche Polizei (bitte nicht den Notruf, das kann teuer werden) oder die Handwerkskammer.

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Kommentar von ThommyHilfiger
08.02.2016, 16:24

Örtlicher Schlüsseldienst, dessen Geschäft man kennt = Gute Idee. Aber VORSICHT. In Telefonbüchern stehen oft örtliche Nummern, die dann weiter geleitet werden! Das BESTE ist, einen Schlüssel bei Bekannten deponieren.

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Das wird sehr schwer. Ihr seid auf eine 15€-Werbeaussage ohne nähere Beschreibung hereingefallen (für 15€ macht er Mittwochs um 12 seinem Nachbarn die Tür auf). Desweiteren habt ihr bei Beauftragung oder spätestens vor Ort nicht nach den Preisen gefragt. Garantiert habt ihr auch einen "Arbeitszettel" unter-schrieben. Und der Aussage mit der Hausratversicherung zu glauben, ist m.E. schon etwas naiv...

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Wenn (wie hier) die Höhe der Vergütung nicht vereinbart war, gilt § 632 BGB: Vergütung (1) Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Herstellung des Werkes (= Türöffnung) den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist. (2) Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt (= vereinbart), so ist bei dem Bestehen einer Taxe die taxmäßige Vergütung, in Ermangelung einer Taxe die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen. Da eine Taxe nicht bestehen dürfte, muss im Prozess vermutlich ein Sachverständiger die (orts-)übliche Vergütung bestimmen. Dabei ist natürlich nicht nur die EINE Sekunde (wirklich nur EINE? Der Kerl muss zaubernkönnen!) Öffnungszeit zu berücksichtigen, sondern auch die Zeit, die für An- und Rückfahrt benötigt wurde. Bei Ansatz von 60 € pro Stunde, Sonntagszuschlag, Kilometergeld und Mehrwertsteuer kann sich das ganz schön läppern. Aber 350 € ist doch sehr happig. Wenn du Vertragsrechtsschutz hast oder dir einen Prozess leisten kannst, zieh vor Gericht! Die AGB des Schlüsseldienstes gelten übrigens nur, wenn sie zuvor vereinbart worden sind.

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15 euro kostet es nie. selbst ein normaler schlüsseldienst wird 30 bis 70 euro nehmen.

du kannst genr klagen, wenn du eine rechtschutzversicheurng hast.

und für das nächste mal such shcon mal einen schlüsseldienst raus, frag vorher mal freunde und verwandte, ob sie einen haben, den sie angeurfen haben oder er shcon bei ihnen gearbeitet hat.

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An Wochenden dürfen die happige Zuschläge fordern. Deshalb sollte man immer (!!!) einen Zweitschlüssel an einem sicheren Ort aufbewahren (also nicht unter der Fußmatte).

Aber ich brauchte für diese Erkenntnis auch erst die Lehre, mal bei 10 ° C unter Null zwei Stunden ausgeschlossen gewesen zu sein.

Trotzdem, 350,- € kann man schon fast als Straßenraub bezeichnen. Wie weit war denn die Anfahrt? In jedem Fall würde ich das im Internet erwähnen, wenn es für diesen Schlüsseldienst ein Bewertungsportal gibt.

Die 350,- € musst Du aber wohl oder übel als Lehrgeld abbuchen. Bitter!

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Kommentar von kzumollegah
10.02.2016, 23:06

Zweitschlüssel war dabei, der andere steckte aber noch drinnen. Anfahrt waren 5 km. 

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Ich glaube nicht, das es sich lohnt dagegen zu klagen, denn die Klage kostet auch Geld.......Fürs nächste Mal, seriöse Schlüsseldienste erfährst du über die Polizei.

Deren Schlüsseldienste sind Mitglied der Innung.

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Das hat leider wenig Erfolg. Die haben ihre AGB so abgesichert. Da hat man leider schlechte Karten.

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Das ist eine Wucherrechnung, die ich der Handwerkskammer übergeben würde.

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Das kommt so oft vor und ich frag mich wirklich warum diesen Abzockern nicht endlich das Handwerk gelegt wird.

Ich würde nun am liebsten Schreiben. "Ja klar gehe gegen den Wucherer Gerichtlich vor!" Aber ich fürchte das du da am Schluss mehr Geld zahlst, wie jetzt auch.

Allerdings wenn du Rechtsschutz hast  würde ich sagen ja unbedingt.

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Kommentar von ThommyHilfiger
08.02.2016, 16:17

Du hast ja recht, aber wäre es nicht cleverer, sich die Maschen der Schlüsselmafia einfach mal "einzuprogrammieren" und ihnen so die Geschäftsgrundlage zu entziehen? Schließlich wird seit Jahren im den Medien darüber berichtet.

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Kommentar von Interesierter
08.02.2016, 16:33

Irgendwie ist es schon erstaunlich, wie schnell wir alle vergessen.

Bevor die Tür geöffnet wird, denkt offenbar keiner über Geld nach. Die verschlossene Tür ist der Mittelpunkt des Universums.

Ist die Tür erst mal auf, wird das zur Bagatelle und die zugegeben meist gepfefferte Rechnung wird zum Stein des Anstoßes. Der Handwerker, der sich gerade noch als der Retter aus höchster Not feiern lassen durfte, wird ganz schnell als Wucherer, Betrüger oder sonst was betitelt.

Hätte ich einen Schlüsseldienst, ich würde am Sonntag auch nicht unter 200€ + MwSt. antreten.

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