Frage von Kruemel28, 156

Kann ich aufstockendes Hartz 4 "kündigen"?

Hallo, mal angenommen ich arbeite 20 Std. die Woche und verdiene 800 Euro Netto, bekomme ja dann vom Amt automatisch ca. 180-200 Euro Aufstockung. Habe vorher Leistungen bezogen und die berechnen das ja dann neu.

Jetzt würde ich aber gerne zu jemanden ins eigene Haus ziehen und keine Aufstockung mehr erhalten, wie gehe ich da vor?

Mir würde dann eh nichts mehr zustehen, wenn man es als eheähnliche Gemeinschaft ansieht und selbst wenn nicht, wäre es ja mit viel Papierkram verbunden. Ich erhalte auch keinen Mietvertrag oder ähnliches. Ich würde halt nur einen Teil der anfallenden Kosten übernehmen und das regeln wir so untereinander.
Dem vielen Papierkram würden wir also gerne entgehen und mein Gehalt von 800 Euro würde ja mehr als ausreichen, wenn ich keine Miete mehr zahle und nur etwas zum Lebensunterhalt beisteuer, wie z.B. den Einkauf bezahlen oder Strom übernehmen.

Antwort
von Parhalia, 107

Lassen wir Deinen Einleitungssatz zur Vereinfachung der Klärung der Frage einfach mal raus, so gehst Du einfach zum Jobcenter ( weil wichtige Belange SO am besten abgeklärt werden ) und gibst dort persönlich Deine Abmeldung aus dem Leistungsbezug bekannt.

Sagst ganz klar : ich ziehe dann und dann dorthin und muss keine Miete mehr bezahlen. Meine Arbeit behalte ich und benötige ab diesem Datum keine Unterstützung mehr durch ergänzendes ALG II. 

Dann sollte das Thema weitestgehend auch schon durch sein. Ggf. möchte man dann höchstens im Nachgang noch die Ummeldebescheinigung bzgl. Deines Wohnsitzes sehen.

Kommentar von Kruemel28 ,

Das ist doch mal eine vernünftige Aussage. Danke!

Und das geht dann so einfach? Noch ist es zwar nicht so weit, aber wollte das schon mal rechtzeitig wissen. Man macht sich ja doch so seine Gedanken, wenn man bald umziehen möchte. Ich plane halt gerne alles früh genug :D

Kommentar von Parhalia ,

Ja, so einfach kann das gehen. Wie gesagt, erledige es dann halt nur ( rechtzeitig ) im Optimum persönlich.

"Rechtzeitig" nur in DEM Sinne, eine mögliche "Überzahlung" zu vermeiden. Und in Deinem / Eurem zukünftigen Sinne wäre es noch nicht mal verwerflich in der Empfehlung, den Umzug für den 1. eines Folgemonats der aktuell vorgeleisteten ALG II - Leistung zu finalisieren.

Beispiel: Du wüsstest bereits jetzt, dass Du am 1.April bei Deinem neuen Lebenspartner einziehen könntest, so gibst Du DAS im Laufe dieses Monats so früh wie möglich beim Jobcenter an. Dann kann es die Leistungen für April bereits einstellen.

Und in der Zwischenzeit sprichst Du dann beim Bürgeramt / Einwohnermeldeamt der jeweiligen Stadt vor und meldest Dich um. ( halt dann, wenn Du Deinen alten Wohnsitz halt tatsächlich aufgibst )

Kündigungsschreiben und ggf. Kündigungsbestätigung der bisherigen WHG  kannst Du dann auf Anfrage des JC notfalls auch nachreichen. 

Aber im Grundsatz..."so einfach"...😉

Kommentar von Kruemel28 ,

Naja die Überuahlung wären in dem Fall, dass ich 800 Euro verdiene, ja nur ein geringer Teil und zur Not auch zurückzahlbar.

Ich habe ja eh eine Kündigungsfrist von 3 Monaten bei meiner Wohnung, in der Zeit findet dann der Umzug und Verkauf von Möbeln nach und nach statt. Bisher ist meine Wohnung auch noch gar nicht gekündigt, möchte erstmal abwarten wie es bei seinem Haus weitergeht... nicht das wir beide im schlimmsten Fall auf der Straße sitzen.

Umziehen wollte ich wenn erst so im Juli/August.

Kommentar von Parhalia ,

Da hast Du absolut recht : bloss nichts überstürzen. Beim ALG II meldest Du Dich erst dann ab, wenn die Wohnung auch wirklich gekündigt ist und die letzte Monatsmiete gezahlt wurde.

Beim Verkauf des Mobiliars musst Du allerdings etwas aufpassen. Denn je nach Höhe der Erlöse kann dieses Geld dann durchaus mindernd auf das noch laufende ALG II angerechnet werden. Da müsstest Du Dir im Zweifel ein kleines Zeitfenster von ca. 4 Wochen zwischen Abmeldung beim Jobcenter und Übergabe der Wohnung lassen.

Wenn Du ohnehin nur einen geringen Betrag aufgestockt bekämest, so meldest Du Dich bei einem geplanten Auszug z.B. zum 31.07 dann beim Jobcenter zum 30.6  ab und ergänzt für Juli dann den kleinen Differenzbetrag aus dem Möbelverkauf.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz 4 & Jobcenter, 80

Dazu musst du nicht extra persönlich zum Jobcenter !

Du suchst dir aus dem Internet eine ALG - 2 Veränderungsmitteilung,die kannst du dann ausdrucken und ausfüllen.

Da trägst du dann ein wann und wohin du umziehen möchtest,schreibst dann noch auf ein Blatt Papier das du ab ..... keine Leistungen mehr benötigst,weil du dann in der neuen Wohnung mit deinem Partner eine BG - bildest.

Es könnte aber sein das du dann noch einmal eine Einkommensbescheinigung und aktuelle Kontoauszüge einreichen / vorlegen müsstest,je nach dem wie du dann noch Leistungen vom Jobcenter bekommst.

Kommentar von letiki05 ,

Bei vielen Jobcentern ist das auch formlos per Email möglich, wenn das zuständige JC eine Website hat.

Kommentar von Kruemel28 ,

Wieso sollte ich den dann noch was vorlegen? Aber solange es nur um meine Sachen geht ok. Von dem zu dem ich ziehe, bekommen sie nichts. Das geht die auch gar nichts an. Außerdem, wer sagt, dass es mein Partner ist?

Kommentar von isomatte ,

Wenn dir das Jobcenter trotz Verzicht auf Leistungen noch eine Aufstockung oder gar deine volle Leistung überweisen würde,für den Monat in dem du auch Einkommen ( Zuflussprinzip ) auf dein Konto bekommst,dann könnte von dir ein Nachweis über das erzielte Einkommen gefordert werden und wenn du das nicht möchtest,dann würdest du die volle Leistung inkl.des KK - Beitrags zurück zahlen müssen !

Du selber sagst das in deiner Frage,denn da sprichst du von eheähnlicher Gemeinschaft,wenn es nicht dein Partner / Partnerin ist,du also mit dieser Person nichts zu tun hast,dann kannst du auch keine eheähnliche Gemeinschaft mit dieser bilden und es dürfte auch kein Einkommen dieser auf deinen Bedarf angerechnet werden,denn dann würdest du keine BG - sondern nur eine WG - mit dieser Person bilden.

Antwort
von berlina76, 74

Aufstockungen bekommt man nicht automatisch sondern muß man beantragen.

Dann lass das doch einfach auslaufen. Wenn du keine Verlängerung einreichst bekommst du auch kein Geld mehr. 

Kommentar von Kruemel28 ,

Das wurde bei mir bisher automatisch berechnet, solange mein Bescheid noch läuft. Ich muss ihn jetzt zum 1.4. aber erstmal verlängern, da ich erst im Juli/August umziehe. Habe ja für meine Wohnung auch eine Kündignugsfrist und den Job muss ich erstmal sicher haben. Vielleicht habe ich ja auch Glück und ich bekomme die Vollzeitstelle, dann bin ich eh weg vom Amt.

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