Frage von SilentGlitcher, 27

Kann ich auf schadensersatz klagen?

Hallo,

Ich habe mit jemandem einen selbstgeschriebenen Kaufvertrag abgeschlossen. Ich bin der Verkäufer und er ist der Käufer. In dem Vertrag sind wir beide namentlich genannt, die Verkaufsgegenstände aufgelistet und der Preis und das Bezahldatum ist ebenfalls darauf. Auserdem haben wir beide unterschrieben (mit Datum)

Nun wurde mir aber mitgeteilt das er den Verkaufsgegenstand aufgrund angeblicher momentaner finanzieller engpässe nicht kaufen und somit den vertrag nicht erfüllen kann.

Es fand zwar der eigentliche Verkauf nicht statt, kann ich ihn aber trotzdem auf Schadensersatz verklagen? Schließlich muss ich mich jetzt nach einem neuen Käufer umsehen und hoffen das ich ein gleichwertiges Angebot aushandeln kann.

Vielen dank für jede Antwort

Antwort
von Interesierter, 27

Wie alt bist du denn? Bist du volljährig? Ist dein Geschäftspartner auch volljährig?

Wenn ja, könntest du auf Schadensersatz klagen. Das ist schon richtig. Dazu müsstest du aber erst mal einen Schaden dem Grunde und der Höhe nach nachweisen.

Praktischerweise wird dieses Vorhaben aber kaum von Erfolg gekrönt sein. Wenn der Käufer kein Geld hat und die Ware nicht bezahlen kann, wird er kaum in der Lage sein, Schadensersatz, Gerichtskosten und deine Anwaltskosten zu bezahlen. Im Endergebnis ist die Wahrscheinlichkeit, dass du auf diesen Kosten komplett sitzen bleibst und ausser Spesen gar nichts hast. Deswegen will diese Entscheidung gut überlegt sein.

Kommentar von SilentGlitcher ,

Ja wir beide sind voll jährig. 

Im falle einer erfolgreichen klage müsste er doch sobald er geld hat, dieses an mich weitergeben oder nicht ?

Seine finanziellen engpässe dauern bestimmt nicht ewig. 

Und der Schaden entspricht doch dem ausgemachten Preis, welcher im Vertrag steht oder nicht ?

Kommentar von Interesierter ,

Im falle einer erfolgreichen klage müsste er doch sobald er geld hat, dieses an mich weitergeben oder nicht ?

Nicht zwangsläufig. Du hättest dann einen vollstreckbaren Titel und könntest ihm den Gerichtsvollzieher ins Haus schicken. (Kostet wieder Geld) Er muss dir aber nicht mitteilen, wenn er wieder flüssig ist.

Seine finanziellen engpässe dauern bestimmt nicht ewig.

Vermutlich nicht. Geht er aber in die Privatinsolvenz, ist deine Forderung mit der Restschuldbefreiung hinfällig und du siehst keinen Cent.

Und der Schaden entspricht doch dem ausgemachten Preis, welcher im Vertrag steht oder nicht ?

Nein, das ist nicht korrekt, denn du hast ja die Ware noch und könntest sie immer noch verkaufen. Wenn du die Ware nun verkaufst und einen geringeren Preis erzielst, wäre die Differenz zwischen diesen beiden Preisen, dein Schaden. Du müsstest aber nachweisen können, dass ein besserer Verkauf nicht möglich war.

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