Frage von eiiaai, 471

Kann ich Antrag auf TEIL-Erwerbsminderungsrente stellen ohne Angst zu haben, dass der Rententräger VOLLE Erwerbsminderungsrente bewilligt?

Ich beziehe zur Zeit Krankengeld. Es besteht die Möglichkeit bei meinem Arbeitsgeber mit TEIL-EM-Rente und Änderungsvertrag (nach meiner Genesung) zu arbeiten. Besteht die "Gefahr", dass der Rententräger VOLLE und nicht TEIL-EM-Rente bewilligt? Die VOLLE- EM-Rente schließt eine weitere Beschäftigung bei meinem Arbeitsgeber aus. Und das kann ich finanziell nicht leisten. Daher zögere ich mit der Antragstellung auf EM-Rente. Wer hat Erfahrung?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo eiiaai,

Schau mal bitte hier:
Recht Rente

Expertenantwort
von Konrad Huber, Experte für Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung, 313

Hallo eiiaai,

Sie schreiben:

Kann ich Antrag auf TEIL-Erwerbsminderungsrente stellen ohne Angst zu haben, dass der Rententräger VOLLE Erwerbsminderungsrente bewilligt?

Ich beziehe zur Zeit Krankengeld. Es besteht die Möglichkeit bei meinem Arbeitsgeber mit TEIL-EM-Rente und Änderungsvertrag (nach meiner Genesung) zu arbeiten. Besteht die "Gefahr", dass der Rententräger VOLLE und nicht TEIL-EM-Rente bewilligt? Die VOLLE- EM-Rente schließt eine weitere Beschäftigung bei meinem Arbeitsgeber aus. Und das kann ich finanziell nicht leisten. Daher zögere ich mit der Antragstellung auf EM-Rente. Wer hat Erfahrung?

Antwort:

Der Bezug von Krankengeld ist einschließlich Lohnfortzahlung auf maximal 78 Wochen befristet, dann bleibt nur noch das ebenfalls zeitlich individuell befristete ALG 1!

Die zeitliche Befristung des ALG 1 kann nur im Zusammenhang mit einem laufenden Verfahren auf Erwerbsminderungsrente für die Dauer dieses Verfahrens erweitert werden!

Stichwort:

Nahtlosigkeitsregelung!

Des weiteren müßen Sie davon ausgehen, daß die Krankenkasse in der Regel das Krankengeld nicht einfach so mir nichts dir nichts 78 Wochen lang leistet, sondern daß Sie früher oder später (Je nach Krankenkasse) von der Krankenkasse konsultiert und zu einem Antrag auf REHA oder zu einem Antrag auf Erwerbsminderungsrente aufgefordert werden! Es gilt ohnehin der Grundsatz: REHA geht vor Rente!

Sie zögern laut Ihren eigenen Angaben, eine volle Erwerbsminderung zu beantragen, weil Sie sich das finanziell nicht leisten können!

Dann müßen Sie sich aber auch die Frage stellen, ob Sie sich das gesundheitlich leisten können! Hier weiß niemand, wie es um Ihre gesundheitliche Situation wirklich bestellt ist und für einen wirklich kranken und arbeitsunfähigen Menschen stellen sich andere Fragen, als nur nach dem Geld!

Die Zugangshürden zur Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente sind sehr hoch, denn es muß ja nachgewiesen werden, daß auch leichte Tätigkeiten wie Pförtner, Museumswärter, Nachtportier usw. nur noch 3 bis unter 6 bzw. unter 3 Stunden ausgeübt werden können! 

Sie schreiben leider nicht, ob Sie vor dem 2.1.1961 oder nach dem 1.1.1961 geboren sind!

Wer nach dem 1.1.1961 geboren ist, hat in der DRV keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit und muß für die Bewilligung einer vollen Erwerbsminderungsrente an Hand seiner eigenen Krankenakte glasklar nachweisen, daß die Leistungsfähigkeit dauerhaft auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

Bei einer teilweisen Erwerbsminderungsrente muß an Hand der eigenen Krankenakte glasklar nachgewiesen werden, daß die Leistungsfähigkeit auf Dauer, auf 3 bis unter 6 Stunden pro Arbeitstag, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

Selbst wenn im weiteren Verlauf die DRV feststellen sollte, daß Ihnen auf Grund Ihrer gesundheitlichen Situation eine volle Erwerbsminderungsrente zusteht, heißt dies noch lange nicht, daß Sie dann mit Gewalt zu einer vollen Erwerbsminderungsrente gezwungen werden!

Sie als betroffene Person/Patient entscheiden dann letztendlich, ob Sie sich in Zukunft 3 bis unter 6 Stunden oder unter 3 Stunden pro Arbeitstag im Hamsterrad abquälen wollen! 

Des weiteren gibt es sowohl bei der teilweisen als auch bei der vollen Erwerbsminderungsrente individuelle Hinzuverdienstgrenzen!

Bei der teilweisen Erwerbsminderungsrente richtet sich die Höhe des zulässigen Hinzuverdienstes nach Ihrem bisherigen Einkommen und wird im Rentenbewilligungsbescheid genau beschrieben!

Bei der vollen Erwerbsminderungsrente dürfen monatlich bis zu 450 und zweimal pro Jahr bis zu 900 Euro hinzuverdient werden!

Besteht die "Gefahr", dass der Rententräger VOLLE und nicht TEIL-EM-Rente bewilligt?

Antwort:

Viele Antragssteller würden sich über die Bewilligung einer vollen Erwerbsminderungsrente sehr freuen und kämpfen oft jahrelang vergeblich darum!

Selbst wenn die DRV Ihnen eine volle Erwerbsminderungsrente bewilligen sollte, könnten Sie Ihren Antrag immer noch zurückziehen, solange noch kein rechtskräftiger Rentenbescheid vorliegt!

Unterschätzen Sie die Aktivitäten der Krankenkasse und der Agentur für Arbeit nicht, denn diese Sozialversicherungsträger werden alles tun, damit diese den Schwarzen Peter loswerden!

Bevor Sie nun also Angst vor einer Entscheidung der DRV für volle Erwerbsminderungsrente haben, sollten Sie zuerst einmal abwarten, was Ihnen die DRV überhaupt zugestehen würde!

Eine DRV-Entscheidung ist nicht in Stein gemeißelt, denn gesundheitliche Probleme können sich auch bessern! Die DRV kann jederzeit eine erneute Leistungs-/Gesundheitsprüfung veranlassen!

google>>

deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Die Beantragung einer Erwerbsminderungsrente ist kein Spaziergang und ohne eine aktuelle und optimierte, eigene Krankenakte besteht kaum Aussicht auf Erfolg!

google>>

erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

Auf die Hinzuziehung eines kompetenten Rechtsbeistandes sollte nicht verzichtet werden!

google>>

vdk.de/deutschland/pages/mitgliedschaft/64026/rechtsberatung

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von Capsoni ,

Ist zwar nett, das du hier ellenlange Abhandlungen darlegst.. aber meinst du nicht, das dies den Fragesteller verwirrt ? Er wollte ERFAHRUNGEN... und keine Infragestellung ob er wirklich krank ist oder Infos zur Nahtlosigkeit sondern Infos zur Teilrente.

Weniger ist manchmal mehr !!!!

Antwort
von Capsoni, 213

Schwierige Frage... da man nicht weiß wie es dir geht.

Wenn du einen Rentenantrag stellst wirst du sehr wahrscheinlich zur Reha müssen. Dort wird festgestellt inwieweit du noch erwerbstätig sein kannst. Es gibt die Einteilung 0-3h = voll erwerbsgemindert, 3-6h teilweise erwerbsgemindert, 6h+ nicht erwerbsgemindert.

Explizit ankreuzen welche Rente du möchtest kannst du nicht. Ich hatte aber meinem Rehaantrag ein Schreiben beigefügt, das ich meinen Arbeitsplatz in Teilzeit halten kann und somit, wenn möglich, ich eine Teilrente möchte. Dies habe ich den Ärzten in der Reha dann auch so gesagt. Die haben dann den Rehabericht entsprechend geschrieben und für mich eine Teilrente empfohlen. Die Rentenversicherung ist dann dieser Empfehlung gefolgt.

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