Frage von schilling1899, 96

Kann ich als Vermieter eine Minderung anbieten, wenn ich eine Wohnung früher übernehmen möchte?

Hallo,

Ich bin der Vermieter eines Mehrfamilienhauses und wohne aus beruflichen Gründen ca. 800km weit weg. Daher kann ich nicht jeden Tag im Haus sein. Es kommt ja hin und wieder zu Kündigungen zu Monatsenden. Da aber das Monatsende meistens auf einen Werktag fällt, wird die Übernahme einer Wohnung schwierig. Könnte ich das Problem lösen, indem ich einem Mieter anbiete, einige Tage vorher auszuziehen und eine entsprechende Minderung anbieten? Es kann ja auch dazu kommen, dass ich in den Urlaub fahre und deswegen die Wohnung nicht am Monatsletzten übernehmen kann. Andererseits könnte ich bei vorzeitiger Übernahme wahrscheinlicher einen neuen Mieter finden, der einen Monat eher einziehen würde, als wenn ich die Suche ab dem nächsten Monatsersten beginnen müsste. Könnte man das als WinWin Situation sehen? Eine Hausverwaltung ist mir noch zu teuer.

Danke

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 25

Wenn der Mieter vor dem Vertragsende ausziehen "soll" muß er eh nur so lange Miete zahlen wie er die Wohnung tatsächlich nutzen kann.

Vorausgesetzt der Mieter kann schon früher in die neue Wohnung wäre es möglich den Vertrag einige Tage früher zu beenden. Zu viel gezahlte Miete wäre dann halt zu erstatten.

Ansonsten mußt Du warten bis der Mieter die Wohnung zurück gibt. Verpflichtet ist er dazu nach Ende des Mietverhältnisses.

Andererseits könnte ich bei vorzeitiger Übernahme wahrscheinlicher einen neuen Mieter finden, der einen Monat eher einziehen würde, als wenn ich die Suche ab dem nächsten Monatsersten beginnen müsste.

Mit der Nachmietersuche kannst Du doch schon beginnen sobald Du von der Kündigung des Mieters Kenntnis hast.

Es kann ja auch dazu kommen, dass ich in den Urlaub fahre und deswegen die Wohnung nicht am Monatsletzten übernehmen kann.

Dann mußt Du halt jemand damit beauftragen.

Abwesenheit, aus welchem Grund auch immer, entbindet nicht von den vertraglichen Pflichten.

Das gilt für Mieter und Vermieter.

Antwort
von Genesis82, 24

Warum so kompliziert? Versuch dich mit dem Mieter so zu einigen, dass die Übergabe an dich am Wochenende nach seinem Auszug stattfindet. Einen halben bis einen Monat als Puffer bis zum nächsten Einzug plane ich auch immer ein, kostet mich zwar etwas Geld, ist aber günstiger, als wenn es zu bösen Überraschungen kommt (Mieter zieht nicht rechtzeitig aus, Wohnung ist nicht wie vereinbart renoviert, vorhandene Mängel beseitigen).

Oder - was ich bei einem so weiten Weg zum Haus machen würde - beauftrage eine Hausverwaltung. Die können dann nicht nur den Ein- und Auszug mit den Mietern "überwachen", die kümmern sich auch um die Instandhaltung, haben Rahmenverträge (damit kannst du also evtl. bei Handwerkern, Stromversorgern, Versicherungen etc. sparen) und können auch neue Mietverträge abschließen. Die Kosten kannst du ebenso steuerlich geltend machen, wie deine Fahrten zum Haus. Und die Fahrten dorthin sind sicherlich deutlich teurer, als eine Hausverwaltung - dein Zeitaufwand noch gar nicht mit eingerechnet.

Kommentar von Kuestenflieger ,

Außerdem ist eine Hausverwaltung ihnen verpflichtet ,Mietersorgen zu erledigen ,  das Gebäude zu kontrollieren und - mit ihrer Billigung - Reparaturen zu veranlassen. Die Kosten sind Teil der Nebenkosten .

Antwort
von imager761, 24

Der Mieter schuldet Übergabe mit Beendigung seines Mietverhältnisses, also am letzten Miettag oder dem nächstfolgenden Arbeitstag zu üblicher Geschäftszeit.

Üblicherweise findet aber bereits eine Besichtigung zur Mängelfestsellung, Rückbauumfang und ggf. geschuldeter Renovierung mindestens 14 Tage vorher statt, um die Wohnung in vertragsgemäßem Zustand nahtlos weitervermieten zu können.
Mit reiner Übergabe, Schlüsselempfang und Zählerstandprotokoll kann man nun jemanden beauftragen: Sofern kein Hausmeister oder Nachbar entgeltlich dafür bereitstünde, einen Dienstleister (Hausmeisterserve, Housesitter) auf Stundenbasis beauftragen. Und ihn verpflichten, lediglich Quittungen über Schlüsselempfang und Zählerstände auszustellen, aber kein Übergabeprotokoll zu unterschrieben, wenn man auf sein sechsmonatiges Prüf- und Mängelbehebungsrecht nach Übergabe nicht verzichten will.

Natürlich kann man sich auch auf eine vorfristige Übergabe verständigen und die vorbezahlte Miete entsprechend taggenau (in bar) erstatten - so der Mieter da mitspielt.

G imager761


Antwort
von Gerneso, 43

Anbieten kannst Du das. Der Mieter muss das aber nicht akzeptieren. 

Wenn es ihm entgegen kommt, wird er das Angebot natürlich super finden. Wenn er aber bis Monatsende Zeit braucht, kannst Du ihn nicht zwingen die Übergabe schon eher vorzunehmen.

Es kann also in vielen Fällen eine Win-Win-Situation sein, aber eben nicht unbedingt für jeden Mieter.

Antwort
von GravityZero, 58

An sich ist das kein Problem und wohl auch oft im Interesse des Mieters. Darauf eingehen muss er nicht, aber ich würde es auf jeden Fall anbieten.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 9

Wenns dem Mieter passt und du ihm eine Abstandszahlung anbietest, steht dem nichts im Wege. Es hängt einzig vom Willen und Wollen des Altmieters ab. Reine Verhandlungssache.

Antwort
von Charlybrown2802, 43

warum nicht, wenn der Mieter sich drauf einlässt ;-)

Antwort
von sojosa, 33

Warum willst du ihm denn kündigen? Und ist er mit der Kündigung einverstanden?

Kommentar von ChristianLE ,

Wo steht in der Fragestellung geschrieben, dass er einem Mieter kündigen will?

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