Frage von Ferbie333, 153

Kann ich als Verkäufer einen zu hohen Preisvorschlag für meinen Artikel rechtlich geltend machen?

Sehr geehrte Community!

Ich wollte meine Wii U, die lediglich ein einziges Mal bespielt wurde, über eBay verkaufen. Zur Auswahl standen zwei Optionen: Der Sofort-Kauf-Preis von 289,99 €; alternativ dazu konnten Interessenten mir einen Preisvorschlag zusenden.

Gestern Abend gegen 22 Uhr erhielt ich urplötzlich einen Preisvorschlag von gigantischen 27.101,00 € für die besagte Wii U. Als ich gegen 2 Uhr nach Hause kam und dies sah, schlug ich selbstverständlich umgehend zu und nahm diesen an. Anschließend übersendete ich der Käuferin (übrigens aus Deutschland) meine Zahlungsinformationen. Soweit so gut ...

Gegen 8:30 Uhr heute Morgen erhielt ich eine Nachricht der Käuferin über eBay, in der sie darum bittet, vom Kauf abzusehen, da sie versehentlich einen Tippfehler gemacht habe.

Jetzt steht natürlich Folgendes zur Debatte:

  1. Die Auktion wurde durch die Annahme des Preisvorschlags beendet und eine erneute Einstellung des Artikels würde mich dementsprechend Aufwand/Geld kosten.
  2. Wie sieht es rechtlich aus? Kann ich auf diesen Preisvorschlag beharren? (Was im Moment zumindest nicht meine Intention ist.)
  3. Mir ist durchaus bewusst, dass ein Tippfehler nur in beschränkter Weise rechtlich geltend gemacht werden kann, wenn er umgehend angemerkt wird. Jetzt ist es allerdings so, dass bei eBay meins Wissens nach vor jedem Preisvorschlag noch einmal eine Bestätigungsfrage stattfindet, geschweige denn hat die Käuferin mich erst am nächsten Morgen kontaktiert. Ist ihre Frist, den Fehler zu bemerken, damit abgelaufen?
  4. Wie sieht es jetzt trotz alledem mit einem Schadensanspruch aus? Schließlich habe ich andere potentielle Käufer sowie Preisvorschläge ausgeschlagen.
  5. Wie würden Sie einen solch kuriosen Fall handhaben?

Zu meiner Verteidigung, wieso ich solch einen Preisvorschlag überhaupt annehmen konnte, sei gesagt, dass in meinem Bekanntenkreis ein ähnlicher Fall stattfand. Einem Freund von mir wurde für einen Artikel, der exakt 200 € kostete, ein Preisvorschlag von 1000,00 € zugesendet, welchen er sofort annahm. Ein paar Tage später wurde ihm sogar die volle Summe überwiesen, was daraufhin deutet, dass der Käufer einfach nur "Geld unters Volk" bringen wollte. In meinem Fall ging ich, eben durch diese Erfahrung, ebenfalls von einem solchen Fall aus.

Vielen Dank für Ihre Antworten im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Ferbie333

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von haikoko, Community-Experte für Ebay, 58

Gestern Abend gegen 22 Uhr erhielt ich urplötzlich einen Preisvorschlag
von gigantischen 27.101,00 € für die besagte Wii U. Als ich gegen 2 Uhr
nach Hause kam und dies sah,

Du kannst ja versuchen den Kaufvertrag zivilrechtlich durchzusetzen. Aber alle Kosten bleiben an Dir hängen, da die Käuferin natürlich Recht hat, spätestens mit dem: http://dejure.org/gesetze/BGB/119.html

Schon bei Annahme des Preisvorschlags Deinerseits würde jeder Richter von unlauteren Absichten ausgehen.

Dir ist, entgegen Deiner Einschätzung, kein Verlust entstanden. Somit kannst Du auch keine Schadensersatzansprüche geltend machen. Das "Schließlich habe ich andere potentielle Käufer sowie Preisvorschläge ausgeschlagen." war vorher.

Eier also nicht rum und erkläre Dich mit der Lösung des Kaufvertrag einverstanden.

Bei ebay eröffnest Du einen Fall: http://resolutioncenter.ebay.de/
und gibst an: "Ich habe mich mit dem Käufer geeinigt, die Transaktion abzubrechen.". Bitte vorher den Käufer das zu bestätigen und ebay wird Dir danach eine Gutschrift der Verkaufsprovision erteilen.

Und nun kommt Deine größte "Arbeit": Artikel wieder einstellen. Du kannst sogar im Text angeben, dass der Artikel wieder eingestellt wird, weil der vorhergehende Käufer sich bei der Abgabe des Gebots leider vertan hat.

Kommentar von haikoko ,

Wie würden Sie einen solch kuriosen Fall handhaben?

Wie ich das handhaben würde, habe ich Dir in meiner Antwort geschrieben. Was ich über Deine Überlegungen denke, schreibe ich lieber nicht.

Kommentar von Ferbie333 ,

Guten Abend!

Auch Ihnen möchte ich für Ihre äußerst hilfreiche Antwort zuerst einmal danken!

Aber auch Sie bitte ich, davon abzusehen, mir etwaige niedere oder unlautere Absichten nachzusagen! Ich finde die enstandene Thematik sehr interessant und wollte über jegliche Optionen, die damit in Relation stehen, Bescheid wissen.

Kommentar von haikoko ,

Ich zitiere mich:

Eier also nicht rum und erkläre Dich mit der Lösung des Kaufvertrag einverstanden.

Antwort
von Glyphodon, 48

Wie sieht es rechtlich aus? Kann ich auf diesen Preisvorschlag beharren? (Was im Moment zumindest nicht meine Intention ist.)

Die Käuferin hat dir mitgeteilt, dass es sich um einen Tipfehler handelte.

Nach §119 BGB ist kein Kaufvertrag zustande gekommen.

http://dejure.org/gesetze/BGB/119.html

Wie sieht es jetzt trotz alledem mit einem Schadensanspruch aus?
Schließlich habe ich andere potentielle Käufer sowie Preisvorschläge
ausgeschlagen.

Dir steht kein Schadensersatz zu, weil du genau wußtest, dass die Käuferin sich geirrt haben muß.

Lies dazu bitte §122 (2) BGB.

http://dejure.org/gesetze/BGB/122.html

Wie würden Sie einen solch kuriosen Fall handhaben?

Ich hätte den Preisvorschlag abgelehnt.

Kommentar von Ferbie333 ,

Guten Abend!

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Ich bitte Sie, davon abzusehen, mich als kaltherzigen Menschen zu klassifizieren, der ausschließlich auf seinen persönlichen Vorteil aus ist! Dem ist nicht so und ich hatte niemals vor, einen Anwalt über den Fall zu konsultieren.

Ich wollte mich, dem Interesse wegen, einfach nur über jegliche Optionen diesbezüglich absichern.

Kommentar von Glyphodon ,

Ich bitte Sie, davon abzusehen, mich als kaltherzigen Menschen zu
klassifizieren, der ausschließlich auf seinen persönlichen Vorteil aus ist! Dem ist nicht so und ich hatte niemals vor, einen Anwalt über den Fall zu konsultieren.

?? Lies dir bitte meine Antwort nochmal durch. Wo habe ich dich auch nur andeutungsweise als kaltherzig bezeichnet??

Noch sachlicher konnte ich nicht antworten.

Was ich von Leuten wie dir halte, schreibe ich lieber nicht...

Kommentar von dresanne ,

Du bist doch diejenige gewesen, die gefragt hat, ob sie die Summe rechtlich durchsetzen kann. Jetzt schiebe mal nicht anderen den schwarzen Peter zu.

Antwort
von miezepussi, 30

Da Du schon bei Annahme des Kaufvertrages wusstest, dass es sich um einen Tippfehler handelt, warum bist Du überhaupt erst darauf eingegangen?? Ich hätte erst mal nachgefragt bei dem potentiellen Käufer. Auf ein paar Stunden Wartezeit wäre es doch sicherlich nicht angekommen.

Wie gesagt, da Du ja wusstest, dass es ein Tippfehler war, kannst Du dich schlecht rausreden. Du wirkst unglaubwürdig und damit unseriös.

Antwort
von dresanne, 38

Wenn Du ein wenig nachgedacht hättest, wärst Du alleine dahinter gekommen, dass das nur ein Tippfehler sein kann. Ich an Deiner Stelle hätte den Bieter darauf aufmerksam gemacht, anstatt zuzuschlagen. Nun hast Du den Ärger. Brich den Verkauf ab oder melde nach ein paar Tagen einen nicht bezahlten Artikel, damit Du die hohe Verkaufsprovision nicht zahlen musst. Die Bieterin wollte 271,-- Euro eingeben und hat sich vertippt bei den 0-Stellen.


Kommentar von dresanne ,

Für Deine unüberlegte Annahme hast Du jetzt 199,--Euro Verkaufsprovision am Hals.

Antwort
von windsbraut0307, 55

Das ist ein schwierige Frage und selbst wenn du im Recht bist, wird das ohne einen Anwalt wohl nichts werden. Und selbst hier würde so etwas wohl auf einen Vergleich hinaus laufen. Anständiger Mensch der du bist, verzichtest du darauf den Reibach auf Kosten einer Frau zu machen, die sich vertippt hat. Überlege mal in welche Nöte du einen Menschen bringst, weil du dir dessen Fehler zunutze machen willst. Das ist einfach nicht in Ordnung.

Kommentar von Ferbie333 ,

Hallo!

Wiegesagt, ich hatte niemals die Intention, auf eine derart horrende Summe zu bestehen, weil natürlich der Zweifel, dass es sich nur um einen Tippfehler handelt, weiterhin bestand hatte. Ebenso wäre es moralisch natürlich alles andere als verständlich.

Kommentar von windsbraut0307 ,

na eben, komm nimm dein Herz in die Hand und sei großzügig. Welche Freude hätte man an einem solchen Geschäft, wenn jemand anderes dadurch in Not gerät??

Antwort
von archibaldesel, 37

Damit kommst du nicht durch. Die Käuferin kann die Willenserklärung gem. Paragraph 119 BGB wegen Irrtums anfechten. Die Frist hat sie gem. Paragraph 121 BGB auch eingehalten.

Antwort
von Rosswurscht, 34

Wenn ersichtlich ist, dass es sich bei einem Gebot um einen Tippfehler handelt kann das Gebot wiederrufen werden. Da gabs mal irgendwo ein Urteil zu ...

Kommentar von windsbraut0307 ,

Auch dann wenn der Kauf schon abgeschlossen ist?

Kommentar von Rosswurscht ,

Ja, weil es sich offensichtlich um ein Irrtum handelt kann man so ein Gebot wiederrufen.

Antwort
von Carlystern, 36

Ich nehme an der preisvorschlag sollte sich max. Auf 271,00 Euro belaufen. Denk mal nach über 27000 eiro wo lebst du. Es ist nicht zu übersehen das es sich um einen Fehler handelt. Daher gehe auf die Käuferin ein.

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