Kann ich als Hartz 4 Empfänger eine kurzfristige Beschäftigung antreten?

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5 Antworten

Sicher kannst du das,zu wünschen wäre wenn es nicht nur kurzfristig ist,denn Ziel ist es ja das du wieder ohne Sozialleistungen deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst !

Dir stehen dann vom Bruttoeinkommen zunächst die 100 € Grundfreibetrag zu,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto sind es noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch vom Netto abgezogen und das ergibt dann dein anrechenbares Einkommen,dieses wird dann auf deinen Bedarf angerechnet und deine Leistungen dementsprechend gekürzt oder du würdest ganz aus dem Bezug fallen.

Angenommen du würdest im Mai eine Beschäftigung aufnehmen,dein Einkommen aber erst im Juni ( Zuflussprinzip ) auf dein Konto bekommen,dann stünde dir für den Mai deine volle Leistung zu ohne das etwas angerechnet werden dürfte.

Nur wenn du Leistungen für Mai bekommst und dein Einkommen im Mai noch auf dein Konto bekommen würdest,wird dieses dann nach Abzug der oben genannten Freibeträge auf deine bezogenen Leistungen angerechnet und du müsstest dann das anrechenbare Einkommen zurück zahlen,max. das was du für den Monat bekommen hast.

Das ganze könntest du dann auf Antrag auch in Raten machen oder es würde evtl.mit laufendem Leistungsanspruch verrechnet.

Angenommen dein Bedarf läge inkl.Regelsatz und KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) bei 800 €.

Du würdest jetzt 1000 € Brutto und 780 € Netto verdienen,dann hättest du auf das Brutto 280 € Freibetrag,abzüglich von den 780 € Netto würden das 500 € anrechenbares Einkommen ergeben.

Da dein Bedarf bei angenommen 800 € liegen würden stünde dir eine Aufstockung von 300 € zu,du müsstest dann also ggf. 500 € zurück zahlen,weil das dein anrechenbares Einkommen wäre.

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Kommentar von Mooneyes
28.04.2016, 19:50

Vielen Dank für die Antwort! Das mit dem Hartz 4 soll natürlich nur was Vorübergehendes sein, ich mag diese Abhängigkeit selber nicht, muss ich gestehen. Alles so unübersichtlich :). Also ich bekomme wie gesagt momentan 404€ monatlich (inkl. Krankenversicherung und Lebenskosten). Bei dem Job rechne ich pro Monat mit ca. 500-600€ monatlich. Wie müsste ich das berechnen um in etwa abschätzen zu können, welche Abzüge mich erwarten?

LG

Christine

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Du darfst sogar eine langfristige Beschäftigung antreten und viel mehr Geld verdienen. Das würde Dich dann ganz aus der Bedürftigkeit bringen so dass Du eigenständig Dein Leben finanzieren kannst. Wäre doch toll, oder nicht?

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Kommentar von tommy40629
28.04.2016, 14:27

Das das nicht so einfach ist, zeigen die täglichen neuen ALG 2 Anträge. 

Viele Menschen haben auch keine Lust für 8,50€ brutto 8h täglich arbeiten zu gehen. Die gehen dann zum Amt und haben einen Nebenjob, weil sie dann weniger arbeiten gehen und am Ende auch 700 bis 800€ im Monat haben.

Was ich auch völlig legitim finde.  Für 952€ netto 160h arbeiten gehen ist Sklaverei!

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Jeder Mensch ist nach Hartz 4 verpflichtet!!! jeden zumutbaren Job anzunehmen.

Hier gibt es kein antreten dürfen, sondern eine Verpflichtung zur Arbeitsaufnahme.

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Kommentar von tommy40629
28.04.2016, 14:32

Verpflichtet ist man zu gar nichts!

Die Arbeitgeber sind verpflichtet sich an Recht & Gesetz & Moral zu halten.  Und wenn sie dann die Sklaven mit 8,50€ brutto + unbezahlter Überstunden abspeisen, dann muss dies kein Mensch mehr tun.

Arbeit muss sich lohnen und das geht heute bei 1400€ NETTO los!

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Hallo Mooneyes,

mein Name ist Max und ich bin einer der Gründer von InStaff. Wir rechnen alle unsere Beschäftigten über die Kurzfristige Beschäftigung ab und haben uns das her intensiv mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen auseinandergesetzt. Hier mal ein Versucht zur Antwort - bitte beachte, dass dies keine rechtliche Beratung ist. Dies können nur zugelassene Anwälte leisten.

Du hattest ja jetzt schon einige Antworten erhalten, die das ganze Thema aus deiner Perspektive betrachten. Aus Arbeitnehmersicht mag das alles korrekt sein, das kann ich nicht beurteilen. Es ist allerdings so, dass du für die sozialversicherungsrechtliche Einordnung verpflichtet bist, deinem Arbeitgeber deinen Status als ALG-Empfänger mitzuteilen und als ALG-Empfänger ist eine kurzfristige Beschäftigung grundsätzlich nicht möglich, weil die Krankenkassen dies bei ALG-Empfängern grundsätzlich als berufsmäßig einstufen.

Zum Hintergrund: Um eine kurzfristige Beschäftigung ausüben zu können, musst du 2 Bedingungen erfüllen:

  1. Du darfst im aktuellen Kalenderjahr noch nicht mehr als 70 Tage als Kurzfristig Beschäftigte/r gearbeitet haben.
  2. Du darfst die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausüben.

Die erste Bedingung spielt meist keine Rolle, bei der zweiten Bedingung kann die Berufsmäßigkeit auf 2 Arten zu Stande kommen:

  1. Durch das Erwerbsverhalten (der Lohn für die Tätigkeit ist nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Relevant für den Arbeiter).
  2. Durch den beruflichen Status, wobei gilt: "Unter anderem sind Personen, die beschäftigungslos und bei der Arbeitsagentur für eine mehr als kurzfristige Beschäftigung als Arbeitsuchende gemeldet sind, als berufsmäßig beschäftigt anzusehen." Quelle: https://www.minijob-zentrale.de/DE/0\_Home/01\_mj\_im\_gewerblichen\_bereich/06\_kurzfristiger\_mj/node.html

Die meines Erachtens nach korrekte Antwort ist also: Du kannst und solltest den Job auf jeden Fall annehmen, kannst aber nicht über die Kurzfristige Beschäftigung als Abrechnungsart abgerechnet werden, sondern müsstest über eine 450 EUR Beschäftigung - also als Minijob - abgerechnet werden, bzw. als Midijob, wenn du in der Gleitzone (450-850 EUR Verdienst) bist.

Viele Grüße
Max Kunz

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Ich war vor meinem Studium 3 Monate Harz4. Ich bin nebenbei putzen gegangen, habe quasi meinen Putzjob mit in die Harz4-Zeit gebracht.

Also 100€ vom Putzjob durfte ich behalten.

Dann darf man noch einen kleinen Teil anteilig behalten, der Rest wurde auf den Harz4 Satz gerechnet. 

Alles war über den 100€ ist, wird vom Regelsatz abgezogen.

Wenn das Einkommen schwankt, dann muss und sollte man auch der ARGE jeden Monat ein Schreiben schicken, wie viel man verdient hat.

Ist das Einkommen jeden Monat gleich, dann muss man das nur einmal der ARGE mitteilen, die rechnen das dann jeden Monat ab.

Für noch mehr Hinweise dort anrufen, die schicken einem die Unterlagen zu.  Das geht auch sehr schnell, weil die ARGE ja Geld einsparen kann.

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