Kann Gott wirklich tot sein?

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11 Antworten

Falsch! Nietzsche behauptet nicht, dass Gott tot ist. Dazu müsste man sich allerding mit den beiden Stellen in "Die fröhliche Wissenschaft" und "Also sprach Zarathustra" auseinandersetzen. In "Die fröhliche Wissenschaft" behauptet das der "tolle Mensch" als Vorwurf an die Menschen. Am Ende stellt er selbst fest "Ich komme zu früh", sagte er dann, "ich bin noch nicht an der Zeit." - D.h. "Gott ist tot" ist ein gesellschaftlicher Prozess und noch im Gange. (Text in: http://sterneck.net/literatur/nietzsche-gott/index.php)

Im Zarathustra heißt es:

"Also sprach der Teufel einst zu mir: »auch Gott hat seine Hölle: das ist seine Liebe zu den Menschen.«

Und jüngst hörte ich ihn dies Wort sagen: »Gott ist tot; an seinem Mitleiden mit den Menschen ist Gott gestorben.«"

Hier spricht wieder nicht Zarathustra selbst sondern zitiert den Teufel. An keiner Stelle also kann man behaupten, dass Nietzsche behauptet, dass Gott tot sei. Es gibt aber auch keinen Existenzbeweis Gottes sondern die Zusammenhäng lassen eher darauf schließen, dass Nietzsche Gott als eine gesellschaftliche Leitidee auffasst, die sich die Menschen selbst kaputt machen, ohne bereits eine neue gefunden zu haben. Das läuft auf Feuerbachs Religionskritik hinaus.


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"Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittag
eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie:
"Ich suche Gott! Ich suche Gott!"
Da dort gerade viele von denen zusammenstanden, welche nicht an Gott glaubten,
so erregte er ein großes Gelächter.
Ist er denn verlorengegangen? sagte der eine. Hat er sich verlaufen wie ein
Kind? sagte der andere.
Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sich vor uns? Ist er zu Schiff
gegangen? ausgewandert? - so schrien und lachten sie durcheinander. Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken. "Wohin ist Gott?" rief er, "ich will es euch sagen!
Wir haben ihn getötet - ihr und ich!
Wir sind seine Mörder! Aber wie haben wir das gemacht?
Wie vermochten wir das Meer auszutrinken?
Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen?
Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt
sie sich nun? Wohin bewegen wir uns?
Fort von allen Sonnen?
Stürzen wir nicht fortwährend?
Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten?

Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts?
Haucht uns nicht der leere Raum an?
Ist es nicht kälter geworden?
Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? Müssen nicht Laternen am Vormittag angezündet werden?
Hörenwir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben?
Riechen wir noch nichts von der göttlichen Verwesung? - auch Götter verwesen!
Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!
Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?" (Friedrich Nietzsche)

Das Mordinstrument, so dünkt mir scheint unser unermesslicher Glaube zu sein - der Glaube an unsere Vergebung, Erlösung und  Errettung. Wobei doch der Glaube "tiefer" steht als die Liebe (1. Kor. 13:13) - aber vielleicht tötet sich die Menschheit auch irgendwann in diesem Glauben auch selbst. Wir sind auf dem "besten" Weg dazu mit unseren Glauben an ein unendlichen Wachstum und danach ein ewiges Leben.

oder:

Wo der Glaube Berge zu versetzen vermag, kann er auch Götter töten - man muß es nur glauben.

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Mit "Gott ist tot." ist die Idee von Gott gemeint. Der Welterklärungsversuch mit Gott sei obsolet.

Er hätte auch "Gott ist kalter Kaffee." schreiben können. Damit wäre nicht gemeint, dass Gott aus Kaffee bestünde.

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Gott ist keine materielle Person, sondern gilt als eine metaphysische Instanz. Auch bei den meisten Gläubigen. (Dort steht Gott eher für Werte und Richtlinien.)

Demnach stellt Nietzsche die biblische Personifizierung in Frage, da im Leben wohl keiner Hilfe von einem physikalischen Gott erhalten hat bei den vielen negativen und unverständlichen Ereignissen der Menschheit. Somit wäre lediglich die Moral hilfreich für den Menschen und bedarf keine Personifizierung eines Gottes.


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Gott kann der Tod sein, ja. Du meinst wahrscheinlich, ob Gott tot sein kann, oder? Nun ja, ich würde sagen, dass er bereits "tot" ist, im Sinne von "nicht existent" in unserer Dimension, aber jederzeit kommen kann.

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Kommentar von SpookyWizard
12.07.2016, 18:57

Netter Kommentar! ^-^

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Ich denke, dass Sie nicht an Gott glauben.

Ich glaube an Gott. Wenn Sie Gründe/Argumente haben wollen, um an Gott zu glauben, dann können Sie mich fragen oder auf mein Profil gehen, dort findet man Argumente.

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Sieh dir mal den Film "Gott ist nicht Tot" dazu an  ^^

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Lies bitte auch weiter:


Wichtig
ist es aber für das Verständnis Nietzsches in der damit verbundenen
Frage auch weiter zu lesen, heißt es an dieser Stelle doch: "Gott
bleibt tot: Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die
Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die
Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet - wer wischt
dies Blut von uns ab?" Nietzsche geht - zumindest in dieser Passage - also
durchaus von einer Existenz Gottes als verehrungswertem Wesen aus und stellt
lediglich dessen Tod fest. Von einer existentiellen Leugnung kann hier ebenso
wenig die Rede sein wie von einer philosophischen Tötung.


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Diese Frage sollte jeder für sich selbst entscheiden.

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Gott kann nicht sterben. Er unser schöpfer kann nicht sterben!

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Kommentar von Meatwad
12.07.2016, 14:44

Abgesehen davon, daß er selbstverständlich nicht unser Schöpfer ist: Gut, nehmen wir an, es gäbe ihn. Wieso sollte er nicht sterben können?

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Wahrscheinlich im übertragenen Sinne. Zb im Geiste eines Ex-Gläubigen...

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