Frage von gabriele2901, 34

Kann Gehalt reduziert werden,wenn Resturlaub z wenigerwertigen Wochenstd.gegeben werden muss?

mein befristeter Arbeitsvertrag über 30% TZeit ging am 29.02.2016 in den unbefristeten Vertrag über 90% Beschäftigung im Krankenhaus zurück...Nun War ich aber die letzten 2 1/4 Jahre krank und habe mich nun auf einen leidensgerechten Arbeitsplatz beworben, ab Mai bis September zu 50% und dann 75% oder 90%...Da ich Anspruch auf Resturlaub 2014/15 habe ( 47 Tage a'30% ) habe ich diesen Monat "Urlaub". Nun möchte mein AG mir trotz des bestehenden Vertages über 90% nur 30% Gehalt auszahlen! ist er dazu berechtigt und muss er den Urlaub nicht auf die 90% umrechnen?

Antwort
von TBone42, 16

Die Änderung der Arbeitszeit erfolgte erst in diesem Jahr, wenn ich dich richtig verstehe. Der Resturlaub stammt aber, wie du selbst schreibst, aus 2014/15 (47 Tage a'30%) und wird daher vollkommen zu recht zu den damaligen Bedingungen abgerechnet.

Bis 29.02.2016 gelten also auf jeden Fall die 30%, erst ab dem 01.03.2016 greifen dann die 90% - und das gilt auch für den Urlaub.

Kommentar von gabriele2901 ,

Erstmal danke für die schnelle Antwort! Ergänzend hinzufügen möchte ich:Ich bin seit 31.3. 2016 wieder vom MDK als  "gesund" erklärt worden. Mein Vertrag ist seit 1.3.2016 wieder unbefristet bei 90%. Dass mir 47 Tage a' 30%Urlaub zu steht, ist nicht die Frage, sondern ob man mir nur 30 % Gehalt auszahlen darf bei Anspruch auf 90%! Man würde dies gerne bis 6.Juni 2016 tun, dann wäre der Urlaub abgegolten. Ich allerdings dann Insolvent! Ich arbeite im Krankenhaus auf Intensiv seit 40 Jahren, bin seit 1 Jahr nachgewiesenerweise aus Orthopädischen Gründen nicht mehr in der Pflege einsetzbar, und kämpfe nun um einen leidensgerechten Arbeitsplatz,den ich ab Mai hätte,kulanterweise würde ich mich auf einen Deal über 4 Mon.auf 50% einlassen,bis eine Stelle frei ist. 

Kommentar von TBone42 ,

Es besteht ja eben kein Anspruch auf die 90%. Wenn du gearbeitet hättest, hättest du zu dieser Zeit ja auch nur 30% bekommen. Diese 30 % gelten für alles bis einschließlich 29.02.2016 (das MDK-Datum 31.03. ist nicht relevant). 

Der Vertrag - und damit die 90% - gilt ab dem 01.03.2016.

Kommentar von gabriele2901 ,

Ja...bis zum 1.3. Bestand Anspruch auf 30% , jetzt stelle ich aber 90% meiner Arbeitskraft zur Verfügung...und habe daher auch einen Anspruch auf 90% Gehalt. Der Urlaubsanspruch wird ab 1.3. Ja auch mit 90% für 2016 angerechnet.

Kommentar von TBone42 ,

Eben: Erst ab dem 01.03.2016. 

Du beschreibst alles vollkommen korrekt, ziehst aber die falschen Schlüsse.

Kommentar von gabriele2901 ,

Ergo...verzichte ich auf meinen Resturlaub, habe ich Anspruch auf 90% Gehalt?? Welcher Rechtsgrundlage entspringt dies?

Kommentar von TBone42 ,

Noch einmal: Du stellst seit dem 01.03.2016 vertragsgemäß deine Arbeitskraft zu 90% zur Verfügung. Also hast du auch für alles ab dem 01.03.2016 Anspruch auf entsprechende Bezahlung (Gehalt, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, u.s.w.).

Vorher waren es 30%, die vertraglich vereinbart waren. Das bedeutet, dass alles aus dieser Zeit zu den Bedingungen abgerechnet wird, wie es im zu dieser Zeit gültigen Arbeitsvertrag festgehalten wurde. Das bezieht sich aber wirklich nur auf Nachzahlungen etc. aus dem Zeitraum vor dem 01.03.2016.

Sonst könnte ja auch jeder, der beispielsweise von einer Halbtags- zu einer Ganztagsstelle wechselt, eine Nachzahlung verlangen, weil er ja "jetzt" 100% zur Verfügung stellt. Und wie würde es dir gefallen, wenn die Telekom dir mitteilen würde, dass die Preiserhöhung ab 01.07.2016 für dich ab dem 01.04.1998 gilt, weil du seit diesem Datum deinen Festnetzvertrag bei der Telekom hast - und die Differenz als saftige Nachforderung berechnet?

Es geht nicht darum, dass du auf irgendwelche Ansprüche verzichten sollst. Es ist eben nur definitiv so, dass die alten Ansprüche eben nur zu den alten Konditionen abgerechnet werden können.

Und ab dem 01.03.2016 gibt's dann eben 90%.

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