Kann fehlende Ablenkung Depressionen verstärken?

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6 Antworten

Ja, ja, und ja! Definitv. Was du schilderst, war bei mir ganz genauso. Ich konnte nicht mehr zur Schule gehen, aber Zuhause ging es mir auch unglaublich sch**ße, wie du es geschildert hast. Geholfen hat mir ein Klinikaufenthalt, da ich dort sowohl eine Auszeit vom "restlichen Leben" hatte, alsauch Beschäftigung, Therapie und Leute, mit denen ich reden konnte (das erste Mal seit langem). Wenn ein Klinikaufenthalt ausgeschlossen ist (warum auch immer), versuch aber trotzdem, mehr rauszukommen! Während der Therapie habe ich gemerkt, dass ich gar nicht weiter zu Schule gehen möchte und mir das, in meinem Zustand, auch nichts bringen würde. Vor allem komme ich mit den Leuten dort nicht klar. Damit ich jetzt nicht nur zu Hause sitze und alles nur noch schlimmer mache (wie es lange Zeit war), fange ich im August ein freiwilliges ökologisches Jahr an. Bis zu den Sommerferien mache ich als Überbrückung mehrere Praktika, das ist mit der Schule abgesprochen und ich wurde dafür quasi "beurlaubt" (aber natürlich nur für die Zeit, wo ich wirklich eine Bestätigung für einen Praktikumsplatz habe). Vielleicht wäre sowas ja auch was für dich? Ich weiß natürlich nicht, was bei dir möglich, ist, in welche Klasse du gehst und so. Ich bin in der elften und habe bereits letztes Jahr meinen Abschluss gemacht, als meine Noten noch gut waren. Ich breche also jetzt quasi die Oberstufe ab. Aber auch wenn dir das nicht möglich ist: Geh wieder mehr raus! Auch, wenn du keine sozialen Kontakte oder so mehr hast... Vom drinnen sitzen wird nichts besser.
Beschäftige dich und nimm vielleicht alte Hobbys wieder auf! Wenn du z.B. gerne schauspielerst, such nach einer Theatergruppe in der Nähe, dort hast du mit ganz neuen Leuten zu tun. Wenn dir einen bestimmte Musik gefällt, besuch Konzerte! Ich habe auch nur drei Leute, die ich als "Freunde" bezeichnen würde, und die wohnen alle Ewigkeiten weg. Aber wenigstens weiß ich, dass da irgendwo wer ist, zu dem ich mit Problemen gehen kann. Woher kenne ich die? Meine beste Freundin war meine Zimmernachbarin in der Klinik. Meinen besten Freund kenne ich von einem Konzert meiner Lieblingband. Und meinen anderen Kumpel hab ich kennengelernt, als ich so gegen halb 11 nachts alleine in der Stadt rumsaß. Du siehst, es ist also trotzdem noch möglich, sich zumindest ein wenig zu beschäftigen und Leute kennenzulernen! Ein Nebenjob ist auch ne gute Beschäftigung. Und versuch dringend, deinen Schlafrythmus in den Griff zu bekommen. Man glaubt gar nicht, was das für eine enorme Auswirkung haben kann. Teilweise geh ich auch um halb sieben morgens ins Bett und wach dann so gegen 15 Uhr auf. Das ist GIFT für deine Psyche! Du vepasst den ganzen Tag und bist dann wieder ganz allein und ziehst dich zurück, du bekommst keine frische Luft, und kriegst vor allem keine Sonne ab. Versuch, das zumindest etwas in den Griff zu bekommen. Ich hoffe, ich konnte dir mit irgendwas ein bisschen helfen :)

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Es herrscht in der Natur überall das Yin,- und Yang-Prinzip vor. Es gibt den Tag, es folgt die Nacht, wir schlafwen, wir wachen auf, es gibt den Sympathikus und als Gegenspieler den Parasympathikus, das setzt sich fort bei etlichen Hormonen, die außer Agonisten auch Antagonisten haben. die Psyche unterliegt gleichfalls einem Rhyrmus, da exisitiert das Bedürfnis nach Anspannung, das dann durch Entspannung wieder abgelöst wird. Schon der Alte Ägypter Hermes Trismegistos wußte von den antagonistischen Rhytmen, nachzulesen in seinem Buch "Kybalion".

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Du soltest dir professionelle Hilfe holen und auch eine psychosomatische Reha machen, anstatt Dich Tag und Nacht mit Deiner Krankkheit zu beschäftigen und nur zu grübeln.

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Depressive Menschen brauchen immer Ablenkung, deswegen gibt es freiwillig auch Arbeitstherapie, basteln, werken, malen, zeichnen, 

Urlaub in einem anderen Land kann auch helfen, aber man macht dort nicht viel, und denkt wieder nur an das schlechteste.

Eine psychosomatische Klinik kann Dir weiterhelfen, frag mal einen Psychiater. Keine Sorge, jeder kann mal im Leben eine Depression haben.

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Hallo, 

also, erstens kann ich nicht verstehen, dass  dich ein Arzt ohne jegliche Therapie oder Unterstützung in irgend einer Form einfach ein Jahr schulunfähig schreibt. Was ist das für ein Arzt?

Dann ist es tatsächlich so, dass Menschen mit einer Psychosomatischen oder Psychischen Störung eine Struktur im Leben brauchen, damit sie funktionieren. 

Es können sich einzelne oder mehrere Symptome verstärken, wenn keine Leitlinie existiert. 

Menschen mit Depressionen brauchen Struktur!

Also, schaff dir eine Tagesstruktur, egal, ob du zur Schule gehst oder nicht. 

Stell dir den Wecker, steh auf, wasche dich, zieh dich an, mach das Fenster auf, richte dein Bett, geh frühstücken. 

Lese, ein Buch, die Losungen, die Zeitung, irgendwas, aber mach es jeden Tag, zur gleichen Zeit, mit der selben Intention. 

 Geh raus, mach Sport, oder geh wenigstens an die frische Luft. 

Geh einkaufen, plane dein Essen, koche für deine Familie mit, aber tu etwas und schaffe dir Leitlinien. 

Denn ohne Linie gehst du im Chaos deines Kopfes unter. 

Und rede mit deinem Arzt, du brauchst dringend Hilfe. 

Alles gute Dir,

LG Mata

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Ja, das kann wirklich zum Problem werden. Ist man Abgelenkt, denkt man über solche Dinge nicht nach. Wenn man nicht drüber nachdenkt macht man sich die Probleme nicht schlimmer als sie eigentlich sind.

Ich kann dir nur empfehlen zu versuchen, deinem Leben eine richtige Struktur zu verleihen und dir wirklich diese Ablenkung irgendwie zu verschaffen.

Mit Ablenkung meine ich nicht PC-Spiele oder soetwas in der Art, sondern etwas bei dem man Produktive Arbeit leistet, und sei es nur für den eigenen Körper in Form von Sport. Denn sich das Ergebnis seiner Arbeit anzusehen, was auch immer das dann sein mag, motiviert einen 1. zu mehr und verschafft einem 2. eine positivere Grundstimmung den ganzen Tag über. 

Aus diesem Loch rauszukommen mag schwer sein, aber es ist möglich. 

Viel Glück :)

Gruß RoX 

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