Frage von Petruschkaa, 74

Kann es sein, dass manche Russische (Nach)namen ins Deutsche übersetzt/geschrieben werden?

Der Name meines Vaters war zB. Evald Rikhov. Jetzt heißt er Ewald Riekhof wie kann das sein (er ist kein Russlanddeutscher)

Antwort
von juergen63225, 30

Die Transscription (Umsetzung der Kyrillischen in Lateinische Schrift) ist nicht eindeutig .. und unterschiedlich je nach Sprache in die übersetzt wird. Kommt also immer drauf an, wann und wo erstmalig ein lateinisches Dokument ausgestellt wurde. Und es ist ausserdem üblich, dass man Namen ändert, die in der neuen Heimat schlecht auszusprechen sind:

Auch viele Deutsche haben Namen geändert, Umlaute weggelassen, Sch in Sh .. oder einfach komplizierte Namen abgekürzt. 

Евалд Риков oder Рыков

Könnte man transcribieren zu:

Ewald Rikov oder Rykow oder Rikhoff .. Riekhof ist da nicht weit von entfernt, 
in Amerika wäre es vieleicht Rykov geworden .. kommt auch drauf an, obs das längere "i"    и   war im Originalnamen oder das   ы  was irgendwo zwischen I und Ü ausgesprochen wird, also im englischen als y transscribiert wird.

Kommentar von dimawowaputjew ,

Ich nörgel mal ein wenig rum.. ;-)

1. Эвальд und nicht Евалд.

2. Transkription/transkribieren. 

3. Sind И und Ы Allophone eines Phonems und beide in betonter Stellung annähernd lang (auch: halblang), in unbetonter kurz und somit das и mitnichten länger als das ы.

Kommentar von juergen63225 ,

Danke .. ich lerne gerne dazu, beschäftige mich nur Hobbymässig mit dem Russischen .. 

Antwort
von Othetaler, 43

Das solltest du deinen Vater fragen. Er wird ja freiwillig dafür entschieden haben.

Schau auch mal hier: https://web1.karlsruhe.de/service/d115/detail.php?prod\_id=459

Antwort
von dimawowaputjew, 17

Dein Vater heißt wahrscheinlich noch genauso wie früher, nur wird sein Name anders geschrieben. Auf Russisch wird er Рикхов geschrieben? Oder Рикгоф? Jedenfalls macht das wegen der "Auslautverhärtung" (sprich Stimmtonverlust im Auslaut) im Deutschen keinen Unterschied, ob -ov, -ow oder -off transkribiert wird. 

Und da es im Russischen nun mal keine kurzen betonten Vokale gibt, ist auch das "ie" legitim. Denkbar wäre auch Rieckhoff... Ist nur zu klären, ob das "o" kurz oder lang ist, die Schreibung mit einem "f" am Ende deutet jedenfalls auf ein langes "o" hin...

Und Namen werden nicht übersetzt. Ansonsten wäre jeder Кузнецов ein Schmidt, jeder Рыбаков ein Fischer und jeder Мельников ein Müller. Sie werden an das entsprechende Laut-/Schriftsystem angepasst, bzw. transliteriert Kusnezow/Kuznecov, Rybakow/Rybakov, Melnikow/Mel'nikov.

Wenn der Name einmal aus russischen Urkunden (im Idealfall nach ISO9-95) übertragen wurde, dann kann der Standesbeamte die Schreibweise auf Wunsch ändern. Ein Herr Löwen war u.U. vorher (bei korrekter Transliteration) ein Herr Leven (Левен) und eine Frau Schönefeld eine Šenefel'd (Шенефельд). Der Name ist doch aber immernoch der gleiche.

Vielleicht ist dein Vater doch Abkömmling von Russlanddeutschen und der Name wurde folglich ans russische Schrift-/Lautsystem angepasst und man kann die Schreibweise anhand (in Deutschland gebliebener) Verwandter feststellen. Riekhof (Рикхов oder Рикгоф) ist wohl ein zu ungewöhnlicher Name für einen Russen.

Kommentar von Petruschkaa ,

er wurde Рихов geschrieben :)

Kommentar von aetnastuermer ,

Nach den aktuellen ISO-Normen ergibt sich in Deutschland die Schreibweise "Rihov"; mir ist bewusst, dass dadurch eine falsche Aussprache entsteht, denn "h" in der Mitte müsste als weiches "ch" gesprochen werden. Es besteht jedoch der Grundsatz, dass die Anzahl der Buchstaben bei der Übertragung nicht verändert werden darf. 

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