Kann es sein, das in wirklichkeit alle Menschen den gleichen Geschmack haben?

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7 Antworten

Diese Frage wurde meines Wissens von einem bekannte Philosophen intensiv diskutiert, nur fällt mir gerade sein Name nicht ein (dachte, es wäre Arnold Gehlen, aber vermutlich laut wiki eher nicht).


Ich würde allerdings dagegen halten, dass man heutzutage schon viele biologische Experimente zur Wahrnehmung gemacht hat, die wohl alle ähnliche Ergebnisse hatten. Die meisten Menschen können sich auch mit Begriffen aus der Kunst anfreunden, z.B. bzgl. "kühlen" und "warmen" Farben (wenige würden Blau eine warme Farbe nennen).


Natürlich wissen wir nicht, wie andere Menschen etwas konkret wahrnehmen. Wir wissen, dass Tiere die Welt anders wahrnehmen, ohne dass wir das groß mitbekommen (z.B. Papageien können im UV-Spektrum sehne und erkennen bspw, im Gefieder der Artgenossen viel mehr Nuancen als wir Menschen - trotzdem kann man ihnen Farben beibringen und diese zuverlässig abfragen. Also wenn der Vogel "rot" kennt, tippt er auf Aufforderung rote Gegenstände an und keine rosafarbenen).


Wir wissen von Menschen, die anders wahrnehmen z.B. durch Synästhesie (Farbenhören ist weit verbreitet: Man hört einen Ton und sieht dabei eine Farbe vor sich). Auch das spricht man im Alltag nicht an, weil man anfangs glaubt, jeder würde das so wahrnehmen. Man glaubt, jeder, der sagt "das klingt wie eine Geige" würde dabei braune Fäden vor dem inneren Auge sehen, das halt nur nicht erwähnen.


Nun weiß man über Synästhesie Bescheid, darüber gibt es ein paar Bücher und Untersuchungen. Man weiß auch über Farbenblindheit Bescheid - bei Interesse Olivers Sacks "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte/ Eine Anthropologin auf dem Mars" lesen: Dort wird über einen Maler berichtet, der erst im Alter farbenblind wird und über einen Mann mit einem neurologischen Defekt, der dazu führt, dass er keine Formen mehr wahrnehmen kann, sondern alles als abstrakte Linien sieht).


Für sehr unwahrscheinlich halte ich es allerdings, dass Dein Bruder Obstsalat mit Steakgeschmack wahrnimmt. Denn zum Geschmack gibt es viele Studien und Experimente, die immer recht vorhersehbar verlaufen. Hinzu kommt, dass wir als Kind gelernt haben "wenn das so aussieht, riecht und schmeckt, ist das ein Apfel, und wenn das so aussieht, riecht und schmeckt, ist das ein Steak", also durch diese Lernerfahrung eine gemeinsame Basis haben. Schwieriger wird es, wenn man etwas probiert, das man nicht (er-) kennt, also jemand einen mit verbundenen Augen füttert. Dann kann man sich schnell stark vertun oder nur sagen "ich kenne es, weiß aber nicht, was es ist".


Es gibt allerdings ein Buch von Torey Hayden, "Hörst du mich, Venus", über ein Kind, das misshandelt wurde und diverse psychische Probleme hatte. Das Kind wurde anfangs immer mit Schokolinsen belohnt. Am Ende lernte es, wieder zu sprechen, nachdem es lange freiwillig geschwiegen hatte, und sagte der Erzieherin, dass es keine Schokolade mochte. Auf weitere Nachfragen kam angeblich: "Die schmeckt wie (Kot)." Das ist für unsere moderne Welt tatsächlich mMn sehr ungewöhnlich - die meisten Kinder lieben Schokolade. Keine Ahnung, ob die Autorin sich das ausgedacht hat, ob ein sensorischer Defekt vorlag, der das verursachte oder ob der Geschmack des Mädchens ohne besonderen Anlass so stark von der Norm abwich. Falls diese Behauptung wahr ist, kann man schon sagen, dass das Mädchen Schokolade ganz anders wahrnahm als die meisten andern in Industrieländern aufgewachsenen Menschen.

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Unsere Nahrung ist ähnlich aufgebaut. Natürlich gleicht nicht ein Kartoffelbrei exakt einem zweiten, aber genau genug, um sagen zu können, dass es Kartoffelbrei ist und dort so und so viele Geschmacksstoffe drin sind. Auch die Konsistenz ist objektiv messbar.

Wenn von zwei Personen eine Person den Kartoffelbrei nicht mag, dann liegt das entweder daran, dass die Sensoren der Personen anders sind oder an der Verarbeitung im Gehirn.

Zwei Klone mit den selben Erinnerungen und Erfahrungen müssten eigentlich sowohl Farben identisch sehen können und sie mit den selben Erinnerungen in Verbindung bringen wie wenn sie das Gleiche essen würden.

Wenn von zwei Personen eine Person sagt, dass ihr etwas schmeckt und eine zweite sagt, dass ihr das nicht schmeckt, dann ist doch gerade das ein Zeichen dafür, dass Geschmäcker nicht gleich sind.

Bei deinem Bruder ist es ähnlich. Zwar nimmt niemand Farben so wahr wie dein Bruder, aber das kann nur daran liegen, dass entweder mit seinen Augen etwas eklatant anders ist oder die Verarbeitung der Informationen im Gehirn.

Die Farben werden immer die gleichen sein. Die kann man auf einer Skala abtragen. Es geht nur um die Interpretation. Es ist davon auszugehen, dass diese von Mensch zu Mensch wenigstens leichte Abweichungen hat, denn es gibt keine zwei gleichen Menschen.

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Es kommt darauf an, wie individuell man diese Frage betrachtet. Es gibt Dinge die auf jeden gesunden Menschen zutreffen, wie z.B. das Bedürfnis nach Frieden, Gleichstellung ohne jegliche Bevorzugung oder Benachteiligung. Falls das nicht so ist, muss die Person dringend behandelt werden.

Bei der Partnerwahl oder z.B. dem Musikgeschmack sind die Bedingungen genauer für sich selbst definiert. Sicherlich gibt es auch hier Grenzen, wie extremer Altersunterschied, was meist wieder auf eine Krankheit hindeutet aber welche Augenfarbe man als schön empfindet ist höchstwahrscheinlich bedingter Zufall.

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Nein, die Geschmacksrezeptoren wachsen unterschiedlich von Mensch zu Mensch. Die Sehstärke und die Fähigkeit Farben zusehen bildet sich auch komplett anders aus.

Dein letztes Beispiel macht keinen Sinn, bzw deine Schlussfolgerung. Das Steak was er istt, schmeckt genau so wie das Steak was du isst. Nur gefällt ihm der Geschmack besser als dir.

Bei den Farben ist es aber etwas anders und deswegen solltest du das auch nciht vermischen. Es gibt verschiedene, sehr seltene Mutationen die es einem Menschen erlauben, bzw verhidnern, die Farben "normal" zu sehen. Mir fällt der Name grade nicht ein, aber z.B. können die betroffenen Personen Dinge in Bildern sehen, die du für einfarbig oder für zufällig gemalt hälst.

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Deshalb könnte es doch sein, das eigentlich jeder das selbe mag, aber
der Geschmack, die Farben etc. vom Gehirn anders verarbeitet werden.

"Mögen" oder nicht entsteht erst im Gehirn. Das heißt VOR der Verarbeitung im Gerhin können wir noch gar nicht "mögen" oder "nicht mögen"

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Interessante Frage, du stellst auch gute Fragen wie ich ^^ Die ein oder andere Studie hat das jedoch schon als Falsch bewiesen....

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Mir ist diese Frage schon so oft durch den Kopf gegangen, nur kann man das nicht richtig beweisen, da man einfach nicht komplett erfahren kann, wie der andere etwas wahrnimmt. 

Jedem müsste klar sein, dass es Farben in DER Realität nicht gibt, unsere Augen denken sich dass so, weil bestimmte Wellen und so auf einen treffen. Diese Erkenntnis ist auch nicht neu.

Es kann aber auch sein, dass die eigentliche Farbe Grün, ich blau nenne und du gelb. Man kann es nicht falsifizieren, oder verifizieren!

Ich denke mir das auch mit Geschmäckern und anderen so, aber wie das jetzt genau ist, und die Gründe, vermag ich dir leider nicht zu sagen.

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