Frage von wealldieanyway, 37

Kann es sein das ich eine "antisoziale Persönlichkeitsstörung" habe?

Keine Ahnung wie ich Anfangen soll aber naja ich versuch mein bestes... Also: Vor ein paar Monaten bin ich mehr oder weniger zufällig auf das Thema (?) "Antisoziale Persönlichkeitsstörung" gestoßen. Nachdem ich halt etwas mehr da drüber gelesen habe, ist mir halt immer mehr "aufgefallen" das es auch auf mich zutreffen könnte.

Hier ein paar "Beispiele" (keine Ahnung.) (Die Symptome habe ich von therapie.de rauskopiert)

Die Betroffenen haben ein mangelndes Einfühlungsvermögen und zeigen Gefühlskälte gegenüber anderen. - Ich kann absolut nicht verstehen was in Menschen vorgeht, selbst wenn ich irgendwie das Gleiche / etwas ähnliches erlebt hab. Das einzige was ich verstehe ist halt das Gefühl ganz grob. (Trauer, Wut, Freude ....)

Sie haben eine Schwäche, Beziehungen und Bindungen zu anderen aufzubauen. - Kurz und knapp: Ich will keine neuen Freunde.

Die Betroffenen empfinden nur geringe oder keine Schuldgefühle und sind unfähig zu sozialem Lernen. - Meistens Lach ich dann nur wenn ich irgendwas "böses" gemacht hab.

Sie sind anhaltend reizbar. - Naja, ich beleidige / schlage zwar niemanden aber trotzdem ist immer eine "Art von Hass" in mir.

Die Betroffenen sind nicht in der Lage, sich an Gesetze und gesellschaftliche Normen anzupassen. Dies zeigt sich darin, dass sie wiederholt Handlungen begehen, die einen Grund für eine Festnahme darstellen. - Naja das ist etwas "schwierig". Ich mach zwar mehr oder weniger das was ich will... Aber Gesetze brechen. Eher nicht. Bis auf Cannabis besitzen und das ein oder andere "bekritzeln"

Sie verhalten sich falsch, indem sie wiederholt lügen, betrügen oder Decknamen gebrauchen. Dieses Verhalten dient allein dem persönlichen Vorteil oder dem eigenen Vergnügen. - Ich find es einfach "lustig" Menschen zu manipulieren ( zählt das dazu?) / anzulügen.

Die Betroffenen zeigen keine Reue, wenn sie andere Menschen gekränkt, misshandelt oder bestohlen haben. Dies zeigt sich in Gleichgültigkeit oder einer rationalen Haltung gegenüber den Ereignissen. - Naja das stimmt nicht ganz. Wenn ich einen Menschen verletze (relativ leicht) tut es mir nicht wirklich leid. Aber ich könnte keinen Menschen irgendwie einen Finger abschneiden, ohne das es mir auch nur ein bisschen leid tut.

Das sind NICHT alle "Symptome". Wie gesagt nur ein paar Beispiele.

Aber jetzt mehr oder weniger meine Frage: Ich bin schon so seit ein paar Jahren. (Zur Zeit bin ich 16) Kann es sein das ich wirklich eine "antisoziale Persönlichkeitsstörung" habe? & Kann man da irgendwie beim Arzt "nachfragen" ?

Ein "Problem" hätte ich damit nicht. Mich interessiert es irgendwie einfach.

Antwort
von roseperfume,

Nein, du begreifst die Symptome nicht, beziehungsweise verdrehst sie so, als das jeder Mensch auf dieser Erde eine antisoziale Persönlichkeitsstörung hat. 

Menschen mit (ich kürze) APS sind dauerhaft gefühlskalt, jedoch in der Lage Gefühle in bestimmten Situationen, meistens solchen, die ihnen zum Vorteil wären, zu zeigen und sie verstehen die Gefühle anderer Menschen nahezu perfekt, sie sind ihnen nur egal. Dass du keine neuen Freunde willst, hat null mit dem Symptom zu tun. 

Da APS Patienten keine Beziehungen aufrecht erhalten können, vor allem weil sie Menschen immer wieder betrügen, verletzen, manipulieren, manchmal körperlich verletzen, wandern sie von Person zu Person, also haben ständig neue Freunde und ersetzen ihre alten einfach. Das gilt auch für Liebesbeziehungen. 

Was ist denn das Böse, was du getan hast? Jemand mit APS hat auch dann keine Schuldgefühle, wenn er ein Haus angezündet hat. Er besitzt keine Reue. Oder täuscht sie vor, sogar liebend gerne. 

Gut, es kann ein tiefsitzender innerer Hass in dir sein, aber wenn man einen Patienten mit APS auf seine hässlichen Schuhe anspricht wird dieser ausrasten und dich in Grund und Boden stampfen. Kleinste Auslöser führen bei ihnen zu impulsivsten Handlungen, die für jeden normalen Menschen unverständlich sind. 

Zumindest müsstest du mehrfach und gerne gestohlen haben, Marihuana und Grafitti sind fast schon gesellschaftsfähig. Nicht alle APS Patienten brechen Gesetze, es gibt welche, die relativ sozial angepasst sind, weshalb ich dem Symptom sowieso widerspreche, aber sie sind immer dazu geneigt eine Straftat zu begehen, wenn es ihnen einen Vorteil verschafft, außerdem gibt es ihnen einen Kick, wenn sie mit der Straftat durchkommen. 

Patienten mit APS leiden unter pathologischem Lügen, sie lügen auch, wenn es absolut nicht notwendig gewesen wäre. Sie belügen Freunde, Familie, Angestellte, Vorgesetzte, völlig egal. Sie übertreiben meist Leistungen oder stellen Dinge besser da, als sie es sind. Sie manipulieren selbst ihre Liebsten, um sie dazu zu bringen Dinge für sie zu tun. Das ist nicht einfach, "sie haben Spaß dadran", das ist zwanghaft. 

Ihnen tun ihre Handlungen nicht nur nicht leid, sondern sie verstehen häufig gar nicht, warum andere ihnen die Schuld geben. Sie werden das Problem rationalisieren, um von der Gefühlsebene loszukommen, sie werden lügen, manipulieren, Tatsachen verdrehen, um die Meinung derjenigen zu ändern, die sie gekränkt haben. Und wir reden hier von Misshandlungen wie Mobbing bishin zu häuslicher Gewalt. 

Du bist 16 und schon seit ein paar Jahren so, antisoziale sind sehr früh verhaltensauffällig, grundsätzlich stellt man die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung aber erst ab dem 18. Lebensjahr, obwohl die ICD 10 derartiges nicht vorsieht (Die DSM V schon). 

Als Antisozialer ist man jedoch nicht geboren, vor allem das Elternhaus spielt dabei eine große Rolle. 

Ich würde hiermal ganz klar sagen, nö, du bist nicht antisozial und du kannst da auch froh drüber sein, ziemlich blöde Sache APS. Für den Betroffenen sowie für seine Mitmenschen und seine Liebsten. 

Persönlichkeitsstörungen im Allgemeinen sind keine Labels, die man sich an die Stirn klebt, da diese das Leben erheblich beeinträchtigen können. 

Antwort
von GoodFella2306, 18

Menschen tendieren häufig dazu, wenn Sie sich mit einem bestimmten Thema auseinandersetzen, Bestandteile dieses Themas auch auf sich zu beziehen.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es auf einen selbst zutrifft, sondern lediglich das man denkt oder glaubt, sich mit den Paradigmen identifizieren zu können.

Eine vergleichbare Erkrankung ist die Hypochondrie, wo jemand bloß etwas von einer Krankheit hören oder lesen muss, und schon meint er an den Symptomen dieser Krankheit zu leiden. Wenn es dich wirklich so sehr beschäftigt, dann lass dir doch einfach einen Termin bei einem Neurologen oder Psychologen geben, der wird dann ganz schnell abklären ob du darunter leidest.

Kommentar von wealldieanyway ,

Naja mehr ist mehr oder weniger klar das irgendwas in meinem Kopf nicht ganz "normal" ist. Das wäre eine "Erklärung."

Und naja... ich will nicht unbedingt das meine Eltern was davon mitkriegen das ich zum Psychologen gehe. Was ziemlich schwierig ist da keiner in der Nähe ist. Nicht weil es mir peinlich wäre oder sonst was, aber die würden sich zu viele Sorgen um mich machen was mich jetzt schon nervt.

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