Frage von zaunfee, 117

Kann es passieren, dass ich meinem Mann nach der Scheidung Unterhalt zahlen muss?

Ich werde in Kürze von meinem Mann geschieden. Die Fakten sind wie folgt: Heirat o1/2000, Trennung 12/2010. Wir haben eine gemeinsame Tochter (17), sie geht noch zur Schule und wohnt bei mir. In der Ehe haben wir uns ein denkmalgeschütztes Haus gekaut, in dem ich bei der Trennung mit meiner Tochter geblieben bin. Ich habe auch während der Ehe Vollzeit als Sekretärin gearbeitet und auch immer mehr verdient als mein Noch-Mann, der Fernfahrer ist. Er verdient ca. € 1.800 brutto, ich inzwischen € 2.700 brutto. Zum Zeitpunkt der Trennung habe ich aber noch ungefähr genausoviel brutto gehabt wie er und konnte das alte Haus alleine zwar halten, aber nicht unterhalten. Dringende Reparaturen waren nicht möglich, deshalb haben wir es 2013 verkauft, leider unter Wert. Von den Hausschukden sind inzwischen noch da. € 30.000 übrig, die ich allein mit € 400,00 pro Monat abzahle. Der Vertrag mit der Bank läuft aber auf uns beide. Mein Mann zählt auch keinen Unterhalt für die Tochter, lediglich einen Handyvertrag von ca. € 60,00 und € 30,00 Taschengeld pro Monst. Trotz des besseren Verdienstes reicht es bei mir nur gerade so, weil ich auch noch einen Keinkredit mit cm. € 120,00 pro Monat abzahle. Angesichts der Scheidung werden wir gegenseitig auf den Versorgungsausgleich verzichten. Es gibt da auch keinen Streit oder so, ich frage mich nur, ab das Gericht trotzdem festlegen kann, dass mein Mann Untehalt von mir bekommen soll, weil die Verdienste so unterschiedlich hoch sind. Wir haben nur einen Anwalt und ich bin die Antragstellerin. Als letztes noch der Hinweis, dass ich in Kürze mit meinem Freund zusammenziehen werde, um bei der Miete zu sparen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von jurastudi, 35

Hallo, 

zu unterscheiden ist zwischen Trennungs-, Kindes- und nachehelichem Unterhalt.

Der Trennungsunterhalt kann bis zur rechtskräftigen Scheidung verlangt werden. Zu Grunde gelegt wird hierbei das Einkommen der Familienverhältnisse, also das Einkommen beider Ehegatten. Sofern du mehr verdienst, kann unter Umständen eine Verpflichtung zur Zahlung eines Trennungsunterhalts erfolgen. 

Der nacheheliche Unterhalt ab der rechtskräftigen Scheidung verlangt werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Klassiker ist der Betreeungsunterhalt. Der betreuende Elternteil kann einen Betreuungsunterhalt für den Zeitraum der ersten Drei Jahren nach der Geburt des gemeinsamen Kindes verlangen, da er hier mit der Betreuung ausgelastet ist. Dieser Unterhaltsanspruch kann sich im Einzelfall verlängern. Ansonsten kommt ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt nur in  Betracht, wenn der geschiedene Ehegatte nicht in der Lage ist, selbst für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Allerdings wird der nacheheliche Unterhalt in der Praxis nicht mehr häufig gewährt. 

Kindesunterhalt ist weiterhin durch den nicht betreuenden Elternteil zu gewähren, also durch den Elternteil, bei dem die Kinder nicht leben. Die Höhe des Kindesunterhalts richtet sich nach der sog. Düsseldorfer Tabelle und richtet sich bei Minderjährigen allein nach der  Höhe des Einkommens des Unterhaltsverpflichteten.Weitere Infos findest du hier: https://www.online-scheidung-deutschland.de/scheidungsrecht/unterhaltsrecht

Viele Grüße

Antwort
von DFgen, 38

Bis zur Scheidung besteht ggf. Anspruch auf "Trennungsunterhalt" des Ehepartners mit dem geringeren Einkommen an den anderen Ehepartner, der Mann hätte also ggf. einen Anspruch an dich.

  • Hierbei werden für die Berechnung die Einkommen der Ehepartner zum Trennungszeitpunkt herangezogen.

"Nachehelicher Unterhalt " (ab der Scheidung) wird nur noch im Ausnahmefall zugesprochen, da in der Regel beide Ehepartner ab der Scheidung selbst für ihren eigenen Lebensunterhalt sorgen müssen.

  • Dieser Unterhalt müsste dann erst wieder neu berechnet werden anhand der dann relevanten Einkommen.

Solltest du allein Kosten tragen, die eigentlich von euch beiden gemeinsam zu bestreiten wären (z.B. Hauskredit...), so könnte das bei deinem eigenen unterhaltsrelevanten Einkommen berücksichtigt werden.

Tatsächlich "eingefordert" werden muss Trennungs- bzw. nachehelicher Unterhalt vom Geringerverdienenden nur dann, wenn Jener ansonsten auf staatliche Unterstützung angewiesen wäre.... bzw. den Unterhalt verwenden müsste, um Unterhalt an andere Personen zahlen zu können.

Vorrang hat der Unterhalt für die noch minderjährige Tochter. Diesen Unterhalt müsstest du für sie von ihrem Vater einfordern. Die Höhe bemisst sich an seinem "unterhaltsrelevanten Gesamteinkommen".

(Falls die Tochter als Azubi bereits selbst ein eigenes Einkommen hätte, würde sich der Anspruch an den Vater dadurch reduzieren...)

Das Gesamteinkommen des Mannes setzt sich zusammen aus seinem eigenen Einkommen und dem möglichen Unterhalt, den er ggf. von dir als besser verdienendem Ehepartner beanspruchen könnte.

Das Zusammenziehen mit dem Freund hat keinerlei Einfluss auf dein Einkommen (sein Einkommen ist ohnehin nicht relevant....).

  • Nur, wenn du diejenige wärst, die einen Unterhaltsanspruch an den Noch-Mann hätte, würde die neue Gemeinschaft mit dem Freund daran ggf. etwas ändern....
Antwort
von Wiesel1978, 64

Wenn ihr beide darauf verzichtet, wird dir aber nichts aufgebrummt werden. Was allerdings sein kann, dass der Tochter Unterhalt zusteht. Ist das für Dich i.O. dass nur Du für die Hausschulden aufkommst ? Und wem gehört das Haus nun, nicht das Du zahlst und ihr beide im Grundbuch steht

Kommentar von zaunfee ,

"In Ordnung" ist nicht so ganz das richtige Wort...: es hat sich halt so ergeben, weil ich diejenige war, die die Trennung wollte und auch weil ich mich schuldig fühle.  Wir standen aber beide im Grundbuch. Das Haus ist ja Weg, aber die Folgevetrag mit der Bank läuft auch auf unsere beiden Namen. 

Für die Tochter hat er auch immer mal Geld gegeben, wenn es knapp war, auch jetzt für den Führerschein oder das Büchergekd für die Schule. Und ich weiß, dass er sein Konto pberzogen hat und auch einen Kredit für sein Auto abbezahlt von knapp € 300,00 pro Monst. 

Kommentar von Klappstuhl001 ,

das haus wurde 2013 verkauft.....

Kommentar von Wiesel1978 ,

Mal zwischendurch ist a) nicht verpflichtend und b) nicht unbedingt regelmäßig. Ich meine es nicht böse, aber wenn er irgendwann anders denkt ist die kagge am Dampfen (Sry @ Ausdrucksweise)

Kommentar von DFgen ,

Angesichts der Scheidung werden wir gegenseitig auf den Versorgungsausgleich verzichten.

Wenn ihr beide darauf verzichtet, wird dir aber nichts aufgebrummt werden.

Der "Versorgungsausgleich" hat nichts mit Unterhalt zu tun.....

Antwort
von Delegator, 57

Diese Seite könnte weiterhelfen:

https://www.scheidung.org/unterhalt-ehemann/

Antwort
von Klappstuhl001, 43

wenn ihr beide auf versorgungsausgleich verzichtet, brauchst weder du noch dein mann unterhalt bezahlen an den geschiedenen ehepartner.jeder muß irgendwie selber klar kommen mit seinem geld


Kommentar von DFgen ,

wenn ihr beide auf versorgungsausgleich verzichtet, brauchst weder du noch dein mann unterhalt bezahlen 

"Versorgungausgleich" hat nichts mit Unterhalt zu tun......

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