Frage von Haeppna, 92

Kann es ein Mittel gegen alle Krebsarten geben?

Von angeblichen Wundermitteln gegen Krebs hört man ja ständig. Das Problem ist nur, dass bisher keines die Erwartungen erfüllt hat. Heute habe ich auf forschung-und-wissen.de folgendes gelesen:

http://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/medizin/malaria-impfstoff-gibt-ho...

Was haltet ihr davon?

Ergänzung: Die Originalquelle ist ein Artikel auf der Website der Uni Kopenhagen, mit dem Titel: "Malaria vaccine provides hope for a general cure for cancer"

Antwort
von jogibaer, 35

Man hat herausgefunnden, dass Krebs entsteht, wenn zuwenig Vitamin B 17 vorhanden ist. Mit diesem vitamin steuert der Körper die Krebszellen, wenn ie wieder verschwinden sollen. Ohne diesen Stoff geht es eben nicht.

Gib bei Google Vitamin B 17 ein.

Kommentar von Auskunft ,

Diese Warnung vor dem sogenannten "Vitamin B17" / Amygdalin / Bitteren Aprikosenkerne sollten alle User beachten und sehr ernst nehmen:

" Amygdalin kommt in den Kernen von z. B. Pfirsichen oder Aprikosen vor. Strukturell sehr ähnlich ist das halbsynthetische Laevo-Mandelsäurenitril-β-Glucuronisid (Laetril). Aus beiden Verbindungen kann Cyanid (Blausäure) freigesetzt werden. Obwohl Behörden und wissenschaftliche Einrichtungen Amygdalin und Laetril als unwirksam und toxisch bzw. bedenklich einschätzen (1-5), werden bittere Aprikosenkerne bzw. Amygdalin-/Laetril-haltige Fertigpräparate im Internet für die alternativmedizinische Prophylaxe und Behandlung von Krebs stark beworben.

Die Bezeichnungen Amygdalin und Laetril werden oftmals synonym benutzt oder die Bezeichnung "Vitamin B17" verwendet. Letztere ist jedoch irreführend, da weder Amygdalin noch Laetril die Kriterien für ein Vitamin erfüllen (5-7).

Amygdalin/Laetril wird in der Alternativmedizin eine Wirksamkeit gegen Krebs zugeschrieben. In malignen Zellen komme es durch deren veränderte Enzymausstattung zu einer vermehrten Freisetzung und zu einem verminderten Abbau von Cyanid, das für die zytotoxische Wirkung verantwortlich gemacht wird. Eine andere unbelegte Behauptung ist der Ausgleich eines postulierten Mangels an "Vitamin B17", der Krebserkrankungen begründe (5, 7, 10).

Cyanid ist eine toxische Substanz und kann zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen, indem es die mitochondriale Atmungskette und die Bildung des intrazellulären Energielieferanten Adenosintriphosphat (ATP) blockiert. Typische Symptome einer Cyanid-Intoxikation sind je nach Schweregrad Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Tachy- oder Dyspnoe, Hyper- oder Hypotension, Arrhythmien, Bewusstseinsverlust, Krämpfe, Herz-Kreislauf-Versagen und Tod. Laborchemisch bestehen häufig eine metabolische Azidose und ein erhöhtes Laktat (11).

Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von Amygdalin/Laetril bei Krebs muss als widerlegt gelten (5).
Dem fehlenden Nachweis der Wirksamkeit steht die Toxizität von Amygdalin/Laetril gegenüber.
Aktuelle Einschätzungen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stellte kürzlich klar, dass "Amygdalin-haltige Produkte, die zur Behandlung von Tumorerkrankungen angeboten werden, [...] gemäß § 2 Abs. 1 Arzneimittelgesetz (AMG) Arzneimittel und damit als Fertigarzneimittel zulassungspflichtig [sind]" (5). Eine Zulassung als Fertigarzneimittel besitzt Amygdalin jedoch nicht. Das BfArM stellt darüber hinaus fest, dass der Einsatz von Amygdalin mit erheblichen Risiken behaftet ist, eine Wirksamkeit in der Behandlung von Tumorerkrankungen jedoch als widerlegt gelten muss. Nach Einschätzung des BfArM ist Amygdalin als "bedenkliches Arzneimittel" im Sinne des § 5 AMG einzustufen. "Bedenkliche Arzneistoffe dürfen danach nicht in Verkehr gebracht werden und nicht an anderen Menschen angewendet werden. Eine Abgabe ist somit für Amygdalin selbst dann unzulässig, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt" (5).

Bei fehlender Wirksamkeit und erheblicher Toxizität rät die AkdÄ von der Anwendung von Amygdalin-haltigen Fertigarzneimitteln und anderen Amygdalin-haltigen Produkten ab."

http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Bekanntgaben/Archiv/2014/20141212.htm...

Antwort
von Christophffel, 50

Ich glaube zwar auch nicht dass das der "heilige Gral" der Medizin-Forschung ist, aber die Argumentation ist relativ logisch.

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