Frage von Janouschka, 93

Kann er sich "rausklagen"?

Hi. Mein Freund wurde vor über einem Monat in die Psychatrie eingewiesen. Von seiner Mutter. Sie meint, er wäre stark suizidgefährdet, was nicht stimmt. Erst das Alles hat dazu geführt, dass er wirklich keinen Sinn mehr im Leben sieht... Musste ihn abhalten. Mehrmals. :'-( Ohne das Ganze wäre es niemals so weit gekommen. Nach dem Aufenthalt in der Psychatrie ist vorgesehen, ihn in eine WG zu stecken. Dann darf er nicht nach Hause bis er 18 ist. (sind beide 16) Wir könnten uns nicht treffen.. Er wohnt ca 1000km von mir entfernt. Kann man da gesetzlich irgendetwas machen? Er hat auch schon einen Freund gefragt, der Jura studiert und der meinte, dass das ginge.. Aber ich frage lieber hier nochmal nach. Schon mal Danke im voraus. :)

Antwort
von turnmami, 14

Wenn die Eltern ihn nach der Psychatrie nicht mehr zuhause aufnehmen, dann wird er über das Jugendamt in eine betreute WG kommen. 

Er ist noch nicht volljährig, also bestimmen entweder die Eltern oder das Jugendamt über seinen Aufenthalt.

Wie soll er sich da rausklagen? Das Jugendamt wird eine Betreuung nur in Absprache mit dem Familiengericht übernehmen. Da hat er zwar ein Mitspracherecht, aber er ist zu jung, um alleine zu wohnen

Antwort
von Seanna, 19

Nö.

Gegen wen sollte er auch klagen?

Seine Mutter kann ihn nicht einweisen, das muss schon ein Arzt gewesen sein. Und der muss einen guten Grund für ein so genanntes PsychKG gehabt haben.

Sonst könnte ja jeder seine Verwandten die ihm auf den keks gehen oder die er gerne entmündigt hätte 'einweisen'.

Was man beantragen kann ist eine Anhörung durch einen Richter des Amtsgerichtes, der dann entscheidet ob er weiter untergebracht werden muss oder nicht. Mag sein dass da bei minderjährigen das Jugendamt noch Mitspracherecht hat.

Kommentar von turnmami ,

Bei jeder "Zwangseinweisung" bestimmt zuerst ein Familiengericht über den Aufenthalt des Jugendlichen. Dazu gehört auch eine Anhörung des Betroffenen. Wenn der Richter dann den Aufenthalt bestimmt, sieh es schlecht aus für denjenigen

Kommentar von Seanna ,

Auch da muss es die Möglichkeit einer Überprüfung durch einen Richter und einen Zweitgutachter geben.

Antwort
von iDubstep1, 46

Bin zwar kein Jura Student oder ähnliches aber wenn er Nachweislich gesund ist sollte er da wieder raus kommen. Denke mal dir und ihm ist klar dass das nicht von heut auf morgen geht aber das sollte klappen. Und du musst dich da auch einsetzten.

Kommentar von Janouschka ,

Wie soll ich das von hier aus machen?

Ach ja.. Er ist nicht gesund. Er ist depressiv. Schwer sogar, aber er war trotzdem nicht suizidgefährdet.

Kommentar von abefghi ,

Das ist dann widerrum schlecht

Kommentar von Janouschka ,

Ja :/

Antwort
von RMHaus, 48

Man kann sicher Tests beantragen, die beweisen, dass er vor der Einweisung gesund war und keine psychischen Probleme hatte.
Und wenn du als Freundin dann vielleicht auch mal in einem Gespräch mitredest könnte es sicher deutlich einfacher werden, ihn dort wieder heraus zu bekommen.
Im schlimmsten Falle muss man sich sonst ans Jugendamt der jeweiligen Stadt wenden oder direkt einen Anwalt aufsuchen (was natürlich meistens Geld kostet, weshalb das Jugendamt die näherliegende Lösung ist).

Kommentar von Janouschka ,

Das Problem ist, dass er psychisch nicht gesund war. Er ist schwer depressiv... Aber er war keineswegs suizidgefährdet.

Ich kann an keinem Gespräch teilnehmen. Dafür müsste ich ja hinfahren, aber wo soll ich das Geld für Unterkunft etc hernehmen?

Kommentar von RMHaus ,

Naja, trotzdem könnte man dies sicher auf irgendeine Art und Weise prüfen.

Notfalls kann man sowas in der heutigen Zeit doch auch per Telefon oder gar per Skype etc. führen, wenn der Weg deutlich zu weit ist.

Kommentar von Janouschka ,

Ja, schon. 1000km sind deutlich zu weit..

Ich wüsste nicht wie man das nachweisen sollte. Die können ja nicht in seinen Kopf gucken. 

Kommentar von RMHaus ,

Aber es gibt bestimmt Spezialisten die bestimmte Fragen o.ä. stellen um herauszufinden, wie er denkt und was er denkt.
Sowas ist sicher alles möglich. Ansonsten kannst du doch auch einfach mal einen Anwalt anrufen und fragen, ob es was kosten würde, ihn ein paar Fragen zu stellen.
Vielleicht kann man ihn auch auf rechtlichen Weg dort herauskriegen, denn wenn bewiesen wird, dass er klar denken kann, hat er sicher auch ein Recht darauf mitzubestimmen ob er in dieser Einrichtung bleibt oder nicht.

Kommentar von Janouschka ,

Hm. Ja. Das klingt plausibel.

Dankeschön :)

Kommentar von RMHaus ,

Gerne!

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