Frage von Bernd9090, 80

Kann er es einfach so einfordern?

Meine Freundin ist vor Monaten mit einem Blinden ( Vater von ihrem Ex) im Zug gefahren.Er meinte da er einen Behindertenausweis hat braucht er und sie als begleitung kein Ticket. Sie wurden kontrolliert und mussten eine strafe zahlen.( strafe + hin/rückfahrt= 190€) Sie hat die Hinfahrt selbst bezahlt und er den Rest.

Jetzt fordert der Vater von ihrem Ex die restlichen 140€ zurück. Sie muss bis Montag bezahlen, tut sie es nicht, werde er ruchtliche schritte einleiten. Sie kann es von ihrem Ausbildungsgehalt nicht mal eben so zahlen.

Ich das Rechtens?

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 32

Kläre zunächst einmal ab, ob nicht die Behindertenregelungen der DB gelten. Ggf. War die "Strafe" nicht zulässig.

https://www.bahn.de/p/view/service/barrierefrei/barrierefreies_reisen_handicap.s...

Sollte keiner der genannten Punkte zutreffen und die "Strafe" war nicht zulässig, sollte sie das Geld zurückfordern. Ansonsten muss sie das Geld zahlen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ja, das ist sogar gesetzlich geregelt.

Antwort
von Bitterkraut, 19

Lies dir den ganzen Paragrafen durch, zum Thema unentgeltliche Beförderung:

1.einer Begleitperson eines schwerbehinderten Menschen im Sinne des Absatzes 1, wenn die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson nachgewiesen und dies im Ausweis des schwerbehinderten Menschen eingetragen ist, und
https://dejure.org/gesetze/SGB\_IX/145.html

D.h. es wird darauf ankommen, ob dieser Eintrag im Ausweis des Blinden vorhanden  war. In dem Fall solltn sie sich das Geld von der Bahn wiederholen, dann war wohl das Personal nicht richtig geschult.

Antwort
von TreudoofeTomate, 29

Bezüglich des regulären Fahrpreises stellt sich die Frage, warum ist sie mit ihm Zug gefahren? Als Begleitperson oder weil sie zufällig das gleiche Ziel hatte?

Die Strafe ist auf jeden Fall ihre, denn sie allein ist dafür verantwortlich, sich vor Fahrtantritt um ihr Ticket zu kümmern. Sie hätte sich zumindest erkundigen müssen, ob stimmt, was der Blinde über die Fahrtkosten von Begleitpersonen sagt.

Kommentar von Bernd9090 ,

Sie ist als Begleitung mitgefahren.

Kommentar von TreudoofeTomate ,

Dann sollte es selbstverständlich sein, dass der Blinde die Kosten trägt. Ohne ihn, wäre sie doch niemals in den Zug gestiegen.

Antwort
von JollySwgm, 30

Rein rechtlich würde ich sagen das jeder für sein Ticket und für seine Strafe selber aufkommen muss.

Wenn er deiner Freundin dann das Geld geliehen hat umbogt Rückfahrtticket zu kaufen müsste sie es ihm zurück zahlen.

Moralisch sollte er jedoch für alle entstandenen Kosten aufkommen. Sie ist ja als seine Begleitperson gefahren und dadurch erst in alles rein geraten weil er sich vorher nicht ausreichend informiert hat.

Antwort
von megaboomer, 9

Wenn er vorher Mist erzählt hat, würde ich ihn freundlich auslachen und in Zukunft einen Bogen um ihn machen. Der Betrag ist eh viel zu niedrig.  Bellende Hunde beißen nicht. 

Antwort
von martin0815100, 44

Grundsätzlich hat er ja eine Fahrt bezahlt nachdem ihr es wusstet.

Will er nur die Rückfahrt? Ich vermute, dass dies dann rechtens ist.

Aber eine Ratenzahlung sollte zumindest möglich sein. Am Besten ist man einigt sich auf igendwas in der Mitte. Ein Rechtsstreit ist auch für ihn schwierig und Das Ausbildungsgehalt liegt vermutlich unter der Pfändungsfreigrenze.

Ich würde ihm also mitteilen, dass das Gehalt unter der Pfändungsfreigrenze liegt und er bis zum Abschluss der Ausbildung warten müsste wenn er es gerichtlich macht.

Aufgrund der Mitschuld wegen der Falschinformation würde ich nur die Rückfahrt oder einen Teil daovn anbieten (Hinweis auf die EInkommenslage kann nicht schaden9.

Grundsätzlich das so einleiten, dass man sich außergerichtlich einigen möchte. Und da müssen sich beide bewegen.

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