Frage von YourNightmare23, 79

Kann er den PC zurückverlangen?

Hallo zusammen! Ein Freund von mir hat mir einen PC geschenkt, mit der Voraussetzung, dass ich mit ihm zusammen lerne und ihn nicht weiterverkaufe. Heute früh (ca. 2 Uhr) hat er mir dann geschrieben, ich solle ihm alles (+ 50€ Weihnachtsgeld) bis zum 15.01 zurückschicken, ansonsten würde er mich anzeigen. Kann er dieses Geschenk zurückverlangen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Muckula, 37

Hm, was denn für Weihnachtsgeld??

Ob er das zurückverlangen kann oder nicht, hängt von eurem Vertrag ab. Ich nehme mal an, dass ihr nichts schriftlich gemacht habt. Wenn ihr mündlich vereinbart habt, dass du den PC kriegst unter der Auflage, ihn nicht zu verkaufen und gegen die Gegenleistung, mit ihm zu lernen, ist das aber prinzipiell erstmal auch ein gültiger mündlicher Vertrag.

Die Frage ist, ob es dafür Zeugen gibt? Wenn nicht, müsste dein Freund natürlich erstmal beweisen, dass er dir den PC nicht einfach geschenkt hat. Ein echtes Geschenk kann man i.A, nicht zurückverlangen.

Anzeigen kann er dich nicht, da du keine Straftat begangen hast. Er kann dir eine schriftliche Rechnung senden, worin er die Rückgabe bis zum 15.1. fordert. Wenn du das nicht tust, bist du bzgl. dieser Rechnung in Verzug und er kann dir z.b. einen gerichtlichen Mahnbescheid senden, dem du widersprechen kannst oder auch nicht. Wenn du nicht den PC zurückgibst und nicht widersprichst (und den Fall damit vor Gericht bringst), kann er theoretisch einen vollstreckbaren Titel erwirken und das Ding per Gerichtsbeschluss einkassieren. Das wäre das übliche Vorgehen, um Vertragsbrüchige oder Schuldner zur Zahlung/Herausgabe zu zwingen.

Per SMS geht sowas aber nicht, da muss man schon eine richtige Aufforderung schriftlich zustellen.

Die Frage ist also: Gab es einen (mündlichen) Vertrag zu diesen Konditionen, und hast du ihn gebrochen (nicht mit ihm gelernt)?

Falls ja, kann er den PC zurückverlangen, denn dann handelt es sich nicht um ein Geschenk, sondern um einen Handel mit Gegenleistung. Du hast dann die Vertragsbedingungen nicht erfüllt und er kann daher seine Gegenleistung, den PC, zurückverlangen, muss dann aber im Zweifelsfall natürlich auch nachweisen, dass es diese Vereinbarung gab und du sie nicht eingehalten hast. Es stünde dann bei Ermangelung von Zeugen Aussage gegen Aussage im Extremfall Gerichtsprozess.

Ich würde jetzt erstmal in Ruhe das Gespräch suchen. Dein Freund war vermutlich sauer und hat im Affekt gehandelt, nicht weil er ernsthaft den PC zurückwill und notfalls gerichtliche Schritte einleiten will. Versucht doch mal, die Sache erstmal so zu klären.

Kommentar von YourNightmare23 ,

Der PC ist mit Transportschaden zu mir gekommen, ich hätte ihn heute reparieren lassen. Da er sich nicht bei mir gemeldet hat und der Pc nicht funktionierte, konnte ich natürlich nicht mit ihm lernen. Er hat gestern auch noch geschrieben, dass er nicht mehr mit mir lernen wird, er den PC zurückhaben will usw.

Auf meine Nachfrage auf ein klärendes Telefonat kam nur "Ich sehe keinen Grund dazu".

Kommentar von YourNightmare23 ,

Die 50€ hat er dazugelegt, ebenfalls als Geschenk.

Jetzt ist er der Meinung, ich solle von diesen 50€ den Rücktransport bezahlen und den Rest zurück in den Karton legen.

Kommentar von Muckula ,

Wie gesagt, ich würde erstmal deinen Standpunkt (PC kaputt, daher konntest du noch nicht mit ihm lernen, du hast die Vereinbarung nicht gebrochen) mitteilen und abwarten. Wenn er dir 50 Euro explizit geschenkt hat, kann er die natürlich auch nicht zurückverlangen.

Antwort
von Interesierter, 31

Ich würde hier nicht von einer Schenkung sondern eher von einem Verkauf ausgehen, da eine Gegenleistung vereinbart wurde und Schenkungen nach Par. 516 BGB unentgeltlich sein müssen.

Daher stellt sich die Frage, ob du deinen Teil der Vereinbarung erfüllt hast bzw noch erfüllst oder nicht.

Falls nicht, kann dein Freund natürlich auch den PC zurückverlangen. Außerdem könnte er Schadensersatz fordern, soweit ihm ein Schaden entstanden ist.

Eine Anzeige ist natürlich Quatsch, da hier keine Straftat vorliegt.

Weiter stellt sich die Frage, ob ihr beiden volljährig seid. Wenn nicht, könnten die Eltern deines Freundes dem Spuk ein schnelles Ende setzen und du wärst den PC sofort wieder los.

Kommentar von YourNightmare23 ,

Der Pc hatte einen Transportschaden, deswegen konnte ich erstmal nicht mit ihm lernen. Ich hätte ihn heute reparieren lassen. Außerdem hat besagter Freund das Lernen mit mir durch geringe Kontaktaufnahme (keine Antworten mehr auf Nachrichten) verweigert. Er weigert sich auch in Zukunft, hat er geschrieben. 

Wie soll ich dann meinen Teil der Vereinbarung halten können?

Kommentar von Interesierter ,

Der PC hat mit deiner Verpflichtung nichts zu tun.

Offenbar hast du etwas zugesagt und nicht eingehalten. Eine Schenkung liegt nicht vor.

Daher mein Tipp: Gib den Rechner und alles, was du bekommen hast, wieder zurück.

Den Rechner behalten, aber die Verpflichtung nicht zu erfüllen, das geht gar nicht.

Kommentar von YourNightmare23 ,

Wenn ich sie aufgrund seiner Verweigerung und des Schadens nicht einhalten konnte und er sich weiterhin weigert, seinen Teil (das Lernen mit mir, daran ist er schließlich auch beteiligt) beizutragen, sieht das Ganze etwas anders aus, oder nicht?

Kommentar von Interesierter ,

Nun, er wird behaupten, deine Weigerung mit ihm zu lernen, sei der Grund für euren Streit gewesen, was ja wohl auch zum Teil stimmt.

Du solltest auch bedenken, dass ihr beide minderjährig seid und du den PC bei einem Widerspruch seiner Eltern so oder so zurückgeben musst.

Außerdem muss ich dich fragen, ob du es für moralisch richtig erachtest, den Rechner ohne Gegenleistung einfach zu behalten?

Antwort
von BarbaraAndree, 46

Auf welcher Grundlage will er dich denn anzeigen? Du hast ihm doch den PC nicht gestohlen. Gibt es Zeugen oder eine schriftliche Vereinbarung für dieses Geschenk? Vielleicht war er nicht mehr ganz nüchtern, als er dir geschrieben hat, warte einfach mal ab.

Kommentar von YourNightmare23 ,

Es existiert ein Chatverlauf mit genau diesen Vorraussetzungen, also dass ich mit ihm lerne und dass ich ihn nicht weiterverkaufen darf.

Es gibt also keinen schriftlichen Vertrag oder etwas handschriftliches, was belegt, dass ich den PC bei einem Streit (wie wir ihn seiner Meinung nach hatten) zurückgeben muss.

Kommentar von Muckula ,

Nee, ein Streit hebt keinen Vertrag auf. Das wär ja noch schöner ;)

Kommentar von YourNightmare23 ,

Trotzdem war der Streit der Grund für seinen Sinneswandel.. meine Eltern sind der Meinung, ich soll den PC zurückschicken, damit ich meine Ruhe vor ihm habe und ich einen eigenen Pc kaufe, der nicht auf emotionalen Bindungen besteht.

Kommentar von NinoJoel ,

Das ist diene Entscheidung rein rechtlich gesehen kann er dir nichts.

Aber dennoch würde ich mir überlegen ob ich den ganzen Erger haben will.

Die 50 $ sind lächerlich und er hat keinerlei recht auf sowas.

Abgesehen davon ist das Erpressung.

Antwort
von NinoJoel, 40

Also zuerst mahl verstehe ich diese Person nicht.

Man kann nicht einfach etwas verschenken und 50 $ verlangen da das Erpressung ist.

Theoretisch kannst du ihn sogar anzeigen.

Z.B 

Von Hand zu Hand gereicht: Die formlose Handschenkung

Im Alltag ist die sogenannte Handschenkung der häufigste Fall. Dabei muss das Geschenk nicht tatsächlich von einer Hand in die andere wandern, bei so mancher Zuwendung mag das angesichts der Größe oder auch der Beschaffenheit (Bsp.) auch schlicht unmöglich sein. Gemeint ist mit der „Handschenkung“ der sofortige Vollzug: Der Beschenkte wird sofort bereichert, z.B. Eigentümer des geschenkten Buches, oder Inhaber der Kinokarten.

Eine solche sofort vollzogene Schenkung ist formlos wirksam.  

Kommentar von YourNightmare23 ,

Die 50 Euro hat er als Geschenk dazugelegt. 

Antwort
von Ronox, 18

Da ich davon ausgehe, dass ihr beide ohnehin noch minderjährig seid, muss man auf die Frage, ob der vertragliche Rückforderungsanspruch (plus ominöses "Weihnachtsgeld") besteht, gar nicht eingehen. Der Vertrag und die Übereignung ist unwirksam. So oder so, gibt es hier nichts anzuzeigen, da keine Straftat vorliegt.

Kommentar von YourNightmare23 ,

Er ist volljährig, ich bin es nicht.

Das Geld war als Geschenk (ohne jegliche Gegenleistungen) dabei. 

Antwort
von rudisma, 42

Geschenk ist Geschenk und solange du bei ihm nicht unter Vertrag stehst brauchst du dir keine sorgen zu machen

Kommentar von Interesierter ,

Ein Geschenk ist gem BGB unentgeltlich.

Hier wurde aber eine Gegenleistung vereinbart, die nicht erbracht wurde. 

Kommentar von YourNightmare23 ,

*Die nicht erbracht werden konnte.

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