Frage von nini97, 95

Kann eine leichtverletzte Person (Straßenverkehr) Anzeige erstatten?

Unter welchen Voraussetzungen kann sie Anzeige erstatten ? und wie geht es dann weiter ? Person saß im Bus , der stark abbremsen mußte)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TheGrow, 21

Hallo nini97,

unabhängig ob es immer noch um die gleiche Frage wie vor paar Wochen geht, so gilt folgendes.

Wird eine Person ursächlich dadurch verletzt, dass sich eine andere Person sich nicht an die Regeln der Straßenverkehrsordnung gehalten hat und es dadurch einen Unfall verursacht hat, liegt im allgemeinen der Straftatbestand der "fahrlässigen Körperverletzung" gem. § 229 StGB vor.

Die verletzte Person, kann die Person die den Unfall verursacht hat sowohl anzeigen, wie auch einen Strafantrag stellen.

Allerding stellt in den meisten Fällen die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Unfallverursacher wegen Geringfügigkeit gem. § 153 StPO ein, so dass die Körperverletzung strafrechtlich ohne Folgen bleibt.

Zivilrechtlich kann die Verletzte Person gegen den Unfallverursacher völlig unabhängig ob dieser wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt wurde, Schadensersatzansprüche in Form von

  • Schmerzensgeld
  • Verdienstausfall
  • Behandlungskosten
  • Schäden an Bekleidung und der mitgeführten Gegenstände geltend machen.

Unter Umständen muss sich die Person, die verletzt wurde eine gewisse Mitschuld an den Verletzungen geben lassen, wenn sie die Art und schwere der Verletzungen selber zu vertreten hat.

Der Prozentsatz der ihr eine Mitschuld gegeben wurde, wird ihr dann von der Höhe der Schadensersatzforderung abgezogen.

Beispiel: Der Person wird eine Mitschuld von 25 % gegeben. Ihr Schadensgeldanspruch beträgt 1000 Euro, dann werden Ihr von den 1000 Euro 25 % sprich 250 Euro abgezogen, so dass ihr nur 750 Euro von der Gesamtforderung von 1000 Euro zustehen.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von nini97 ,

ganz herzlichen Dank, ja die Frau ist schon völlig "durch den Wind" , was da alles auf sie zukommen könnte. Ich werde sie noch mal beruhigen. Ganz liebe Grüße

Antwort
von testwiegehtdas, 50

Die Person hätte sich anständig festhalten müssen oder anderweitig sichern. Tut sie das nicht, war es von ihr fahrlässig.

Lies mal die AGBs und Beförderungsrichtlinien von dem Busunternehmen...

Der Bus wird ja nicht aus Spaß gebremst haben, sondern weil jemand davor gebremst hat oder irgendwas auf/neben der Straße war...

Antwort
von cappuccino1809, 45

Mit dem Fahrausweis schliesst man auch eine Versicherung ab.

Und wenn die Person auch noch saß und nicht stand und sich dann durch das Bremsen verletzte, dann muß die Versicherung des ÖPNV Unternehmens dafür haften.

Kommentar von m01051958 ,

Es gibt tgl andere Autofahrer die u.a Busse durch verkehrswidriges verhalten zu Vollbremsungen oder Ausweichmanöver nötigen .. Und wenn es dafür Zeugen gibt , sind betreffende PKW Führer zur Rechenschaft zu ziehen. 

Kommentar von cappuccino1809 ,

Warum der Bus bremsen musste, spielt erstmal keine Rolle.

Fakt ist, das man mit dem Fahrausweis ein Beförderungsvertrag abschliesst, der auch eine Fahrgastversicherung beinhaltet.

Und wenn die Person saß und nicht stand, und ,durch Zeugen belegbar, sich aufgrund der Notbremsung verletzte, dann muß diese Fahrgastversicherung erstmal dafür aufkommen.

Die Versicherung kann dann versuchen, das Geld von demjenigen zurück zu fordern, der für diese Notbremsung verantwortlich war.

Von Nöten ist es jedoch, genug Zeugen, besser auch den Busfahrer zur Seite zu haben.

Ein normaler Linienbus hat keine extra Sicherungen, wie Gurte oder ähnliches und dem Fahrgast ist es wohl kaum zuzumuten, das er sich für jede Busfahrt einen Spanngurt mitbringt, um sich vor eventuellen Notbremsungen zu schützen. ;-)

Antwort
von m01051958, 60

auch leichte Verletzungen gehören in den Begriff , Körperverletzung .. und somit berechtigt auf Schmerzensgeld .. was nur über eine Anzeige erreichbar wird.. Ein Grund warum bei jedem kleinen Rempler (meist mit Auto) , jeder gleich zum Arzt rennt..

Kommentar von TheGrow ,

auch leichte Verletzungen gehören in den Begriff , Körperverletzung .. und somit berechtigt auf Schmerzensgeld .. was nur über eine Anzeige erreichbar wird

Das ist schlichtweg falsch.

Man kann sowohl sowohl

  • Schadensersatz wie Schmerzensgeld fordern, ohne einen Strafantrag wegen "fahrlässiger Körperverletzung" zu stellen (Zivilrechtliche Forderung) als auch
  • Strafantrag stellen ohne Schadensersatz zu fordern (Strafrecht)

Strafrecht und Zivilrecht sind völlig getrennt voneinander zu betrachten.

Im Strafrecht geht es darum, dass der Täter für seine Tat bestraft wird. Von der Bestrafung hat der Geschädigte aber nichts weiter als eine Genugtuung

Im Zivilrecht geht es da drum, Ansprüche geltend zu machen.

 

Kommentar von m01051958 ,

Aber Schmerzensgeld gibt es nur wenn attestiert von einem Arzt..Wenn schon so kleinlich dann richtig.. Danke für die Aufklärung!

Kommentar von TheGrow ,

Was bitte hat den das Attest des Arztes mit dem Hinweis zu tun, dass Schmerzensgeld eben nicht nur über eine Anzeige erreichbar ist?

Und selbst der Satz ist nicht korrekt:

Aber Schmerzensgeld gibt es nur wenn attestiert von einem Arzt

Ich kann die Verletzungen auch von der Polizei oder auf andere Art dokumentieren lassen. Ein ärztliches Attest ist zwar sicherlich von Vorteil, wenn man Schmerzensgeld einfordert, aber von Vorteil bedeutet nicht, dass man ohne ärztliches Attest keinen Anspruch auf Schmerzensgeld hat.

Antwort
von Steffile, 75

Anzeige oder Schadensgeld? jedenfalls ueber einen Anwalt.

Kommentar von CaptainSuncake ,

Was soll "Schadensgeld" sein?

Kommentar von m01051958 ,

er meint sicher " Schmerzensgeld"

Antwort
von beangato, 62

Unter gar keinen Umständen kann da Anzeige ersattet werden.

Und gegen wen will die Person Anzeige erstatten? Der Busfahrer kann nichts dafür, wenn ihn beispielsweise jemand ausgebremst hat oder die Fahrspur geschnitten hat.

Kommentar von nini97 ,

gegen den Autofahrer

Kommentar von m01051958 ,

es sei denn es gibt Zeugen ,dass der Bus zur Vollbremsung unnötig genötigt worden ist..Dann wird der Autofahrer zu Rechenschaft gezogen.Kam früher oft vor , wenn PKWs Lkws genötigt haben und deren Ladung umgefallen ectr..

Kommentar von beangato ,

gegen den Autofahrer

Den muss man dann aber erst mal haben.

Die sind so schnell weg, dass man sich meistens nicht mal das Kennzeichen merken kann.

Antwort
von Gerneso, 59

Meines Wissens herrscht auch im Bus eine Anschnallpflicht.

War die verletzte Person nicht angeschnallt?

Kommentar von Kandahar ,

Seit wann gibt es denn Gurte in einem Linienbus?

Kommentar von CaptainSuncake ,

Schonmal in einem Stadtbus gefahren?

Antwort
von Anonym6829347, 39

Der Bus muss natürlich abbremsen oder soll er einfach durch die anderen Autos durchfahren. Anzeigen kann sie versuchen, wird aber nichts bringen

Antwort
von FragaAntworta, 62

Anzeigen kann jeder, ob es dann erfolgreich wird oder nicht, liegt dann an den Ermittlungen dazu, wichtig ist ein Beweis und Zeugen, wenn man Forderungen erhebt, nur eine verletzte Person und sonst niemand, da wird es schwer.

Antwort
von Novos, 38

Es steht in den AGB, dass der Fahrgast für festen Halt / Stand zu sorgen hat.

Antwort
von ErsterSchnee, 57

Wieso verletzt man sich, wenn ein Bus bremst? Und wen will man dann anzeigen?

Kommentar von nini97 ,

Bus musste wegen anderem Verkehrsteilnehmer abbremsen der vor ihm die Busspur kreuzte  um in eine Einfahrt abzubiegen. Bus und Auto sind nicht zusammengestossen. Busfahrer behauptet er hätte stark abbremsen müssen, natürlich war niemand im Bus (Stadtbus) angeschnallt.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Dann kann man den anderen Verkehrsteilnehmer anzeigen und auf Schmerzensgeld verklagen. Soll der Busfahrer ihm reinbrettern? Oder wie hätte die Alternative zum Bremsen ausgesehen?

Kommentar von nini97 ,

auch wenn man sich nur leicht verletzt hat ? und was fällt unter den Begriff "leichtverletzte Person" ?

Kommentar von ErsterSchnee ,

Klar kann man. Schmerzensgeld ist aber Zivilrecht, d.h. man muss denjenigen privat verklagen und die Kosten (erstmal) selber tragen.

Kommentar von nini97 ,

und wie würde der Autofahrer davon erfahren ? durch die Polizei ? oder kommt Schreiben von der Versicherung ?

Kommentar von ErsterSchnee ,

Nö, der bekommt dann ein Schreiben von Deinem Anwalt, wo genau drinsteht, wer ihn verklagt und warum.

Kommentar von nini97 ,

und was fällt genau unter den Begriff "Leichtverletzte Person" und wie viel Schmerzensgeld kann man dann verlangen ?

Kommentar von ErsterSchnee ,

Keine Ahnung, was "leichtverletzt" ist. Aber viel mehr als ein paar hundert Euro wird es nicht geben. Ich schätze mal, dass vom Schmerzensgeld wegen der übrigen Kosten nichts übrigbleibt.

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