Frage von Tommy38518, 40

Kann eine Herausgabe aufgrund des Fehlens eines Testaments und einer falschen Aussage vor Gericht erzwungen werden?

Hier der Fall:

A. ist geschieden und Vater eines Jungen B. aus erster Ehe. Er lebt danach mit einer neuen Lebensgefährtin C. in einer eheähnlichen Beziehung, aus der mit der gemeinsamen neuen Partnerin das gemeinsames Kind (von A und C) D. resultiert.

Durch den Tod von A. meint nun B. nach über 7 Jahren plötzlich Besitzansprüche gegen C aus dem angeblich noch bestehenden Nachlass von A erheben zu können und bedient sich dabei der Behauptung, alles dies bereits zu Lebenzeiten seines Vaters (A) durch diesen geschenkt bekommen zu haben.

Dass er dabei aber nach noch nicht einmal 2 Stunden nach der Beerdigung bereits bei C vorsprach und sich dort mehrere Dinge aus dem Haus herausholte, ohne sich nach den Eigentumsverhältnissen zu erkundigen sondern nach dem Motto vefuhr,: Was brauche ich, was gibt es hier zu holen und was kann ich mitnehmen und dabei den Schmerz der Hinterbliebenen C dahingehend massiv ausnutzte, in dem er auch in ihr damaliges persönliches Vermögen mit eingriff, vermeidet er selbst anzusprechen.

Nunmehr begehrt er wiederum mit der Begründung, Anspruch an noch weiteren Dingen zu haben, weil diese ihm diese ebenfalls bereits zu Lebzeiten geschenkt worden seien und stützt sich auch darauf, dass es ja kein Testament gäbe und C ja jetzt erst einmal das Gegenteil beweisen müsse.

Die Halbschwester von B, D, meint dazu auch noch, Zitat: "Was ich will, das kriege ich auch, und das was ich nicht kriege, das hole ich mir anders."

Nun soll die Mutter von D, C, beweisen, dass dem nicht so ist.

Wie stellt sich für Euch diese Situation dar?

Vielleicht gibt es hierzu einen entsprechenden Link bzw. ein Fallbespiel, mit dem man sich zu dieser Thematik eingehend belesen kann

Danke.

Antwort
von 19Michael69, 12

Hallo Tommy,

ohne die Hintergründe genau zu kennen stehen ein paar Dinge fest:

B und D haben gesetzlich die gleichen Anrechte auf das Erbe. Dabei spielt es keine Rolle, wieviel Kontakt zu Lebzeiten bestand.

C könnte, wenn es wirklich kein Testament gibt, sogar ganz leer ausgehen.

Für das alles muss jetzt aber erst einmal das Vermögen von A festgestellt werden. Das ist auch von dem mit C zusammen erwirtschafteten Vermögen abzugrenzen. Denn von diesem gehört C die Hälfte. Die andere Hälfte gehört zum Erbe.

Dieses zusammen erwirtschaftete Vermögen muss unter Umständen von C nachgewiesen werden.

Das alles bezieht sich aber auf das Vermögen an sich. Nicht auf einzelne Dinge oder Gegenstände.

Sind B von A wirklich bestimmte Dinge geschenkt worden, gehören sie ihm und somit nicht mehr zum Erbe. Das muss aber wiederum von B nachgewiesen werden und er darf sie sich nicht einfach unter den Nagel reißen.

Persönliche Dinge und das Vermögen von C gehen B natürlich gar nichts an.

Auch ich bin der Meinung, dass es hier leider ohne Anwalt nicht gehen wird.

Sich im Internet zu belesen, dabei auf einen Fall zu hoffen, der alle Hintergründe auch ganz genauso hat und das dann mit absoluter Rechtssicherheit zu klären, halte ich für unnötig und unmöglich.

Viele Grüße

Michael

Antwort
von kabbes69, 10

Ohne juristische Kenntnisse würde ich den Standpunkt vertreten, dass B und D sich das teilen, was zum Todeszeitpunkt von A (vor 2010! ) vorhanden war. Eine Schenkung, die noch nicht im Besitz von B ist, müsste B mir an Hand von notariellen Urkunden beweisen, sonst behaupte ich als C, dass A die Schenkung, ebenfalls nur mündlich , widerrufen hat. 

Als C würde ich, bei offenbar 2 fragwürdigen  Kindern, mir und A die Knochen verfluchen, keinen Erbvertrag beurkundet zu haben. Der Anspruch auf Herausgabe des  an der Beerdigung mitgenommenen Eigentums von C dürfte wohl verjährt sein. 

Wie die Falsch- Aussage vor Gericht jetzt hier im Zusammenhang steht? 

Antwort
von Menuett, 5

Ich kann die 7 Jahre hier nicht einordnen - der Mann ist seit 7 Jahren tot?

Wenn er seit 7 Jahren tot ist, kann B gar nichts mehr fordern - das ist bereits seit 4 Jahren verjährt.

Beziehung besteht seit 7 Jahren?

Natürlich kann B da nicht einfach zugreifen, da sind garantiert Dinge von A und C gemeinsam angeschafft worden oder auch von C alleine. Das müßte C dann evtl. nachweisen.

Wenn B da keine Schenkung nachweisen kann, dann kann B auch nicht einfach etwas aus der gemeinsamen Wohnung entfernen.

Antwort
von auchmama, 25

Sorry, aber bei dem schlecht durchschaubarem Durcheinander, würde ich einen Fachanwalt für Erbrecht aufsuchen! Nur der kann alle Unterlagen einsehen, die Zusammenhänge nach entsprechenden Rückfragen begreifen und wirklich zuverlässigen Rat geben!

Viel Erfolg

Antwort
von Ranzino, 19

B ist wie D gesetzlicher Erbe und ohne Testament ist es nun mal genau die Hälfte. Ohne Testament bekommt C gar nix.

Kommentar von Ranzino ,

Schenkungen muss B natürlich nachweisen,

Antwort
von frodobeutlin100, 5

Erben sind die Kinder des Erblassrs (A) also B und D - die Lebensgefährtin C erbt mangels Testament gar nichts ....

Zu dem Erbe gehört aber nur was Eigentum des A war .... Eigentum der C hat damit gar nichts zu tun ...

Die beiden Kinder des A also B und D beerben den A jeweils zu 1/2

das heißt es muss der Nachlass des A festgestellt werden und dann zwischen B und D geteitl werden

Falls B behauptet Dinge aus dem Nachlass seien bereits vor dem Tod von A an B verschenkt worden - muss B das beweisen ...

zu unrecht Wegenommenes was also nicht nachweislich an B zu Lebzeiten des A verschenkt worden war könnte gemäß § 812 BGB zurück gefordert werden

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im Übrigen empfehle ich den Gang zu einem Anwalt ...

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