Frage von Remo9999, 63

Kann eine Firma sich vor Abfindung drücken?

Hallo!

Wenn jemand seinen Job nicht mehr machen kann, weil er krank geschrieben ist, und er nach seiner Kündigung Anspruch auf eine Abfindung hat, weil er schon 20 Jahre bei dieser gearbeitet hat? Kann die Firma einem ewig einfach "behalten" und was ist, wenn man einen anderen Beruf macht? DANKE!

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Antwort
von Hexe121967, 34

ich kenne Abfindungen nur dann wenn der Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen die Kündigung ausspricht. wenn der Arbeitnehmer selber kündigt, bekommt er nicht automatisch eine Abfindung.

Kommentar von zonkie ,

So in etwa ist auch mein Gedanke. Eine Abfindung ist doch regelmäßig eine Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes. Kündigt der Arbeitnehmer ist der Arbeitgeber fein raus?

Erste Suche sagt sogar das Abfindungen nicht pauschal zustehen.

Antwort
von GanMar, 37

Ja, die Firma kann den Mitarbeiter "behalten" und ihm eine andere, gesundheitlich zuträgliche Tätigkeit geben, wenn eine solche Stelle im Betrieb existiert oder geschaffen werden kann. Für den Mitarbeiter wäre das ein enormer Vorteil.


Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 25

er nach seiner Kündigung Anspruch auf eine Abfindung hat, weil er schon 20 Jahre bei dieser gearbeitet hat

Woraus sollte sich ein Abfindungs-"Anspruch" ergeben? Aus einer entsprechenden gesetzlichen Bestimmung jedenfalls nicht!

Abfindungsansprüche bestehen nur dann, wenn sie arbeits- oder tarifvertraglich, aufgrund einer Betriebsvereinbarung oder eines Interessenausgleichs und Sozialplans vorgesehen sind.

Daneben besteht ein Abfindungsanspruch nach dem Kündigungsschutzgesetz KSchG bei einer betriebsbedingten Kündigung, wenn der Arbeitnehmer einen Kündigungsverzicht erklärt und die Abfindung für diesen Fall zugesagt ist (§ 1a "Abfindungsanspruch bei betriebsbedingter Kündigung"), und in Zusammenhang einer Kündigungsschutzklage, wenn das Arbeitsgericht das Arbeitsverhältnis auf Antrag des Arbeitnehmers wegen Unzumutbarkeit der Fortsetzung für aufgelöst erklärt (§ 9 "Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch Urteil des Gerichts, Abfindung des Arbeitnehmers").

Alleine die Fakten im genannten Fall bedingen keinen Abfindungsanspruch!

Kommentar von Familiengerd ,

korrigierende Ergänzung:

wenn der Arbeitnehmer einen Kündigungsverzicht erklärt

Es muss selbstverständlich heißen: "wenn der Arbeitnehmer einen Klageverzicht erklärt"!

Antwort
von petrapetra64, 6

woraus resultiert denn der Anspruch auf Abfindung, steht das im Arbeitsvertrag? Denn das ist ja schon extrem ungewöhnlich, dass eine Firma freiwillig eine Abfindung zahlt, wenn jemand wegen Krankheit die Firma verläßt. 

Gesetzlich steht einem ja nur eine Abfindung zu, wenn der Arbeitsplatz verloren geht als Ausgleich. Dass die Gesundheit dem Arbeitnehmer verloren geht, ist ja nicht Schuld des Arbeitgebers. Und wenn, dann zahlt da meistens die Berufsgenossenschaft (Berufskrankheit).

Wenn der Arbeitgeber dann langfristig nicht mehr in dem Beruf arbeiten kann, kann der Arbeitgeber zwar kündigen, weil der AN ja die Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, aber der Arbeitsplatz bleibt ja weiterhin erhalten.

Da gibt es gewöhnlich daher auch keine Abfindung. 

Sollte das hier wirklich im Arbeitsvertrag stehen, dann steht da sicher auch drin, unter welche Bedingungen gezahlt wird.

Wenn du einen anderen Job antrittst, wirst du mit Sicherheit kündigen müssen, sonst kannst du ja nicht woanders arbeiten. Und ohne weitere Krankschreibung musst du an deinen alten Arbeitsplatz zurück und diesen ausfüllen können, wenn sie dich nicht kündigen. Und bist du weiter krank geschrieben, gibt es nach 1,5 Jahren ja kein Geld mehr. 

Antwort
von Mojoi, 33

Der Arbeitgeber ist nicht gezwungen, den kranken Arbeitnehmer zu kündigen. Solange bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen. Und da er vermutlich aus der Lohnfortzahlung lange raus ist, kostet es erst mal nichts.

Aber der saure Apfel kommt irgendwann mal auf ihn zu.

Und: Wenn er Jahre lang krank ist, zählt das zu seiner Betriebszugehörigkeit mit dazu (mit einer kleinen Unsicherheit sage ich das, weil ich mir nicht sicher bin, ob diese zusätzliche Betriebszugehörigkeit bei der Abfindungsberechnung mit reinspielt).

Antwort
von Andreaslpz, 28

Keine Firma ist verpflichet eine Abfindung zu zahlen. Wenn sie ihm einen anderen Arbeitsplatz zuweisen kann hat sie ihre Fürsorgepflicht im Groben erfüllt.

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