Frage von critterUsermod, 127

Kann ein Vermieter/eine Hausverwaltung Mieter dazu zwingen, die Miete im Lastschriftverfahren zu zahlen?

Bis zu 50 Jahren zahlen ich und auch die anderen Mieter im Haus die Miete pünktlich zum 1. per Dauerauftrag. Nun kam gestern ein Schreiben der HV an alle Mieter mit den entsprechenden Formularen und der Aufforderung, diese auszufüllen und zurückzusenden, damit die Miete ab sofort per LS eingezogen werden kann.

Sind wir verpflichtet, darauf einzugehen? Wir sehen das so, dass wir damit die Zahlung aus der Hand geben. Die Miete ist jeden Monat gleich, warum also LS?

Hat ein Vermieter das Recht zu bestimmen, wie er an die Miete kommt, obwohl es bei keinem Mieter bisher zu Unregelmäßigkeiten durch die Daueraufträge gekommen ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete & Mietrecht, 34

Nun kam gestern ein Schreiben der HV an alle Mieter mit den entsprechenden Formularen und der Aufforderung, diese auszufüllen und zurückzusenden, damit die Miete ab sofort per LS eingezogen werden kann. Sind wir verpflichtet, darauf einzugehen? 

Nein, das kann der Vermieter bzw. die Hausverwaltung nicht bestimmen und ich würde es auch verweigern, wenn ich Mieter wäre (bin Eigentümer).

Du hast das Recht zu entscheiden wie die Miete überweisen werden soll.

Der Vermieter hat lediglich das Recht, dass die volle Miete am dritten Werktag im Monat bei ihm ist.

Schick die Unterlagen zurück mit einem Vermerk, dass Du wie bisher die Miete zahlst und keine Einzugsermächtigung erteilst-

LG

johnnymcmuff

Kommentar von critter ,

Allen Antwortgebern vielen Dank für die guten Ratschläge und Erklärungen!

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 33

Nein, das ist so nicht zulässig. Der Vermieter kann drum bitten, mehr nicht. Nur wenn lt. MV  vereinbart ist, dass  der Vermieter die Miete einziehen darf, ist der Mieter gehalten, dieser Vereinbarung zu folgen. Wenn es mit den Lastschriften allerdings Probleme gibt, darf er diese widerrufen. Z. B. wenn BK-Nachzahlungen oder Kleinreparaturkosten ebenso per Lastschrift eingezogen werden obwohl das keine Mietzahlungen im rechtlichen Sinne sind.

Du brauchst das Schreiben nicht beachten. Tu's in die Ablage, Widerspruch nicht erforderlich.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 62

Das wäre eine einseitige Vertragsänderung und somit unwirksam.

Wir sehen das so, dass wir damit die Zahlung aus der Hand geben.

Das hätte allerdings den Vorteil unberechtigte Abbuchungen zurück zu buchen.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 21

Die Formulare musst Du nicht ausfüllen.

Aber warum eigentlich nicht? Du müßtest Dich überhaupt nie mehr um pünktliche Mietzahlung kümmern. Der Vermieter wäre selbst dafür verantwortlich, wie er pünktlich an sein Geld kommt. Die Banken verlangen zukünftig immer noch mehr Geld für alles mögliche. Vielleicht auch demnächst zusätzliche oder erhöhte Gebühren für Daueraufträge. Die würden dann für Dich entfallen. Den Lastschrifteinzug muss der Vermieter selbst bezahlen.

Ansonsten brauchst Du nur noch die Kontoauszüge zu überprüfen und falls wirklich mal was falsch gelaufen ist, kannst Du jeden Einzug bis zu 8 Wochen nach Ausführung wieder zurück geben. Eine einfache Möglichkeit, um sich vor falschem Zugriff auf das Konto zu schützen. Eine falsche Überweisung kannst Du dagegen nur sehr schwer zurück holen.

Was also spricht gegen den Lastschrifteinzug?

Antwort
von beangato, 39

Ihr seid nicht dazu verpflichtet.

Das Problem ist dann auch, dass auch Nachzahlungen einfach abgebucht werden

Bei mir gab es mal folgendes Problem:

Unsere Wohnungen wurden verkauft an einen anderen Eigentümer. Die erste Mietzahlung wurde doppelt abgebucht, weil es wohl beim Übergang Probleme gab. Da war ich gleich mal 860 Euro los.

Kommentar von critter ,

Das ist auch unsere große Befürchtung. Fehler passieren nun mal, aber die mache ich dann lieber selber. :) Ja, die Nachzahlung von Nebenkosten wollen sie natürlich auch gleich auf dieselbe Art einziehen. Und dann darf man sich über die richtige Höhe der Kosten streiten, selbst wenn ein offensichtlicher Fehler vorliegt. Das Geld ist aber erst mal runter vom Konto. 

Kommentar von beangato ,

Zahlt einfach weiter wie bisher.

Ich hatte mal eine Nachzahlung von über 700 Euro. Glücklicherweise hatte ich da schon auf Dauerauftrag umgestellt. Diese Höhe war nämlich gar nicht korrekt und wurde vom Mieterschutzverein geklärt, so dass ich gar nichts zahlen musste, weil sich der Vermieter einfach nicht äußerte. Nach 3 Jahren war die Sache gegessen.

Kommentar von critter ,

Genau dieses Problem ist bei uns auch schon öfter aufgetaucht. :)

Antwort
von imager761, 17

Ich sehe das anders:

  • Ändert sich die Miethöhe, nicht aber euer Dauerauftrag, seit ihr Mietschuldner wider Willen und kassiert eine Abmahnung
  • Ist das Konto einmal nicht gedeckt (Urlaubsausgaben) und könnte der erteilte DA nicht ausgeführt werden, ebenso.
  • Eine fehlerhafte Überweisung muss man mühsam erstattet verlangen, eine unrichtige Lastschrift kann man wochenlang zurückbuchen lassen.
  • Selbst dann, wenn sie vorfällig erfolgen sollte.

Der Vorschlag des VM hat also durchaus nur Vorteile auf eurer Seite .- entsprechen muss man dem aber nicht, da er nicht durchsetzbar wäre.

G imager761

Antwort
von wilees, 36

Bei schon bestehenden Verträgen kann dies nicht nachträglich gefordert werden.

Antwort
von herja, 42

Hi,

du kannst entscheiden, ob du deine Miete per LS zahlen willst. Die HV hat kein Recht das zu verlangen.

Antwort
von DerHans, 36

Der Mieter ist lediglich zur pünktlichen Zahlung verpflichtet. Wie er diese leistet ist seine eigene Entscheidung.

Antwort
von herakles3000, 16

Nein können sie nicht und erst recht nicht bei Mietern die lange schon da wohnen.Sollte sie das dennoch erzwingen wollen einfach deinen Anwalt oder den mieterschutz einschalten..

Antwort
von Joschi2591, 28

Nein, hat er nicht.

Ist es nicht eher ein Vorschlag von Seiten der Hausverwaltung oder wie heisst es in der Formulierung wörtlich?

Antwort
von Barolo88, 39

der Mieter kann durchaus bestimmen in welcher Form er die Miete bezahlt, da muss man sich nichts vorschreiben lassen.

Antwort
von Lumpazi77, 32

Das Recht hat der Vermieter nicht, jedoch wäre es für Euch Mieter von Vorteil, weil man ggf. beim Lastschriftverfahren zurückbuchen lassen kann, was bei einer Überweisung nicht möglich ist !

Antwort
von Pferdemetzgerin, 39

nein, nur bei anmietung

kann er sagen, du nur wohnung, wenn ich lastschrift

jetzt wäre das ja eine änderung des bestehenden vertrages

geht nur, wenn die andere seite (ihr, die mieter) zustimmt

also wenn ihr nicht wollt, nicht

Antwort
von Pucky99, 44

Ihr könnt das machen wie ihr wollt.

Antwort
von ersterFcKathas, 40

was steht im mietvertrag ??

Kommentar von critter ,

Dazu steht gar nichts. Wir könnten auch jeden Monat eine einzelne Überweisung schreiben, da war uns freie Hand gelassen. Hauptsache, das Geld kommt pünktlich beim Vermieter an.

Kommentar von ersterFcKathas ,

dann macht es so weiter wie bisher... schön wäre es wenn alle mitziehen würden

Kommentar von critter ,

Da gibt es keine Probleme. Ich bin da der "Vorturner", und sie machen es dann so, wie ich vorschlage, was rechtens ist.

Kommentar von ersterFcKathas ,

viel glück  :o)

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