Kann ein Pflichtberechtigter (50%) den Erben auch umgekeehrt auszahlen, wenn eine Immobilie (Wohnung) als Nachlass an den Erben vererbt wird?

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7 Antworten

Was mich wundert wieso hier noch niemand gefragt hat, wie die Aufteilung 45 zu 55 % und obereres und unteres Stockwerk zu Stande gekommen ist? Wie wurde das vertraglich geregelt? 

Bist du dir sicher das hier keine Teilungserklärung gemacht wurde? Gibt es evtl. für jedes Stockwerk ein eigenes Grundbuchblatt? 

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Kommentar von Mario1983z
04.07.2016, 10:52

Gute Frage aber leider keine Ahnung.

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Das ist schwierig. Erst einmal ist deine Lebensgefährtin Alleinerbin geworden, damit ist sie auch Alleineigentümerin der Wohnung geworden (ich gehe davon aus, dass die Wohnungen in Wohnungseigentum aufgeteilt worden sind). Der Pflichtteilsanspruch besteht auch. Soll die Witwe also die Wohnung erhalten, müsste ein Vertrag geschlossen werden, in dem sich deine Lebensgefährtin verpflichtet, die Wohnung gegen Zahlung eines Kaufpreises abzgl. Pflichtteil auf die Witwe zu übertragen. Da diese dement ist und keine Vollmacht vorliegt, müsste ein Betreuer vom Betreuungsgericht bestellt werden. Und ob dieser zur finanziellen Absicherung nicht eher auf den Pflichtteil besteht, kann ich dir nicht sagen. Ich gehe aber davon aus. Zumal er zusätzlich noch eine Genehmigung des Betreuungsgerichts bräuchte.

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Ein Pflichtteilsberechtigter ist auszuzahlen.

Das was Ihr wollt ist ein Kauf der Wohnung durch den Pflichtteilsberechtigten.

Das kann durch eine Demenz kranke Frau nicht erfolgen.

Also müsst Ihr die Wohnung verkaufen und dann aus dem Kaufpreis den Pflichtteil zahlen.

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Kommentar von Mario1983z
03.07.2016, 12:56

Hätten wir denn genug Zeit zuerst die Wohnung zu verkaufen und aus dem Geld dann den Pflichtteil auszubezahlen?

Soweit ich weiss, ist der Pflichtteil sofort fällig. Danke erstmal für die Antwort.

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Der Pflichtteilsanspruch ist lediglich ein Geldanspruch, d.h. Die Ehegattin erhält damit keinen zusätzlichen Anteil an der Immobilie! Grundsätzlich wäre es schön denkbar, der Pflichtteilsberechtigten die Immobilie gegen Ausgleichszahlung anzubieten - setzt aber immer voraus, dass sein damit einverstanden ist. Erschwerend kommt hier dazu, dass, wenn die Ehegattin unter Betreuung steht, das Gericht u.U. Auch noch zustimmen müsste und eine solche Zustimmung halte ich für eher unwahrscheinlich

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Man kann die Zwangsversteigerung zur Auflösung der Erbengemeinschaft betreiben oder dies als Druckmittel benutzen um sich auszahlen zu lassen.

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Kommentar von Mario1983z
03.07.2016, 11:42

Danke für die schnelle Antwort erstmal, aber es gibt ja keine richtige Erbengemeinschaft... Alleinerbin ist meine Lebensgefährtin und einziger Pflichtteilberechtigte ist ihre Großmutter.

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Kommentar von SaVer79
03.07.2016, 12:00

Nein, das funktioniert so nicht, denn du bringst hier etwas durcheinander: zum eine besteht ein Pflichtteilsanspruch zum anderen durch den Erbfall eine eigentumsgemeinschaft an der immobile. Die Auflösung er Gemeinschaft hat mit dem Pflichtteilsanspruch nichts zu tun. Und es ist auch vollkommen egal, ob ihr die Auszahlung des Pflichtteilsanspruch sinnvoll findet oder nicht, er besteht nunmal und ist von Dr Alleinerbin zu erfüllen

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Kommentar von SaVer79
03.07.2016, 12:10

Natürlich kann man ein Erbe ausschlagen! Das bedeutet aber, das man nichts -und zwar überhaupt nichts, was dem Erblasser gehört hat, behalten darf!

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....also warum nicht uns auszahlen,...

Wegen Ihrer Demenz ist sie nicht mehr geschäftsfähig - ergo kann sie Euch auch nicht auszahlen.

Desweiteren würde sich die Frage stellen, verfügt sie über ein entsprechendes Barvermögen? Der (überflüssige) Kauf Deines Erbanteiles würde sie lediglich ärmer machen - speziell im Hinblick auf zukünftig zu erwartende Pflegekosten. Demzufolge würde auch ein gerichtlich eingesetzter gesetzlicher Betreuer wohl kaum einem solchen Kauf zustimmen.

Vielleicht gäbe es die Möglichkeit, dass die nachfolgend erbberechtigte Tochter Dich auszahlt.

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Kommentar von Mario1983z
03.07.2016, 12:43

Das Barvermögen ist sehr wohl vorhanden, da sie sämtliche Versicherungen ihres verstorbenen Mannes übertragen bekommen hatte sowie Ablebensversicherungen etc.

Es geht einfach nur darum, wir wohnen mit frischem (1Monat jung:)) Zuwachs in einem Haus, in dem oberen Stockwerk, wobei der untere Teil des Stockwerks von der Großmutter bezogen wird.

Eine 24h Pflegekraft ist seit 3 Monaten ebenfalls im obrigen Geschoss untergebracht, da die Pflege vom verstorbenen Großvater und seiner dementen Gattin zuviel für uns wurde, grad während der Schwangerschaft meiner Lebensgefährtin.

Die Mutter meiner Freundin wird uns sicherlich nicht auszahlen wollen und können, da sie ihrer Tochter, also meine Lebensgefährtin, nie etwas gegönnt hätte etc... Umsonst wohnt meine Lebensgefährtin ja nicht bei ihren Großeltern und nicht bei einem Teil ihrer geschiedenen Eltern...

Um das ganze zu Verkürzen:

Nachfolgend erbberechtigte sind eine Tochter und ein Sohn.

Keiner von denen würde in das Haus einziehen wollen, somit würde das Haus so oder so verkauft.

Daher meine Frage ja, warum uns nicht unser Teil ausgezahlt werden könnte und wir uns eine neue Bleibe suchen könnten, somit wäre das Haus ja zur Gänze der Großmutter und somit sowieso die Immobilie als Pflege-Zahlungs-Mittel ihrer Betreuung gewährleistet.

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Grundsätzlich ist der Pflichtteilsanspruch ein Geldanspruch, d.h. eine Klage des Pflichtteilsberechtigten kann nur auf Auskunft um Zahlung erfolgen.

Allerdings besteht Vertragsfreiheit, so das sich Erbe und Pflichtteilsberechtigter einvernehmlich auch auf eine andere Regelung einigen können.

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Kommentar von Mario1983z
03.07.2016, 12:54

Danke, aber das weiss ich bislang auch. 

Aber wie und mit wem sollen wir uns einigen, wenn die Pflichtberechtigte dement ist und lediglich besachwaltet von ihrer Tochter wird, aber keine Vollmacht existiert?

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