Frage von bourricot, 106

Kann ein nicht einwandfrei funktionierendes Kiefergelenk den Gesichtsnerv reizen?

Hallo!

Habe eine Frage: Wenn man den Finger auf das Kiefergelenk legt, merkt man beim Öffnen und schließen, wie es sich nicht korrekt verschiebt. Kann durch diese inkorrekte Verschiebung ein Ast des Gesichtsnerves so gereizt werden, dass man starke Gesichtsschmerzen vom Ohr entlang des Unterkiefers bis zum Kinn bekommen kann? Gibt es dafür auch eine Therapiemöglichkeit (da man ja nicht dauerhaft Schmerzmittel schlucken kann)?

Besten Dank.

bourricot

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von polarbaer64, 76

Wegen dem selben Mist bin ich auch z.Zt. in Behandlung. 

Mein Zahnarzt sagte mir, sofern der Schmerz vom Kiefergelenk ausgeht und zur Mitte hin zieht, ist der Kiefer die Ursache. Wäre es andersherum, der Schmerz beginnt irgendwo bei einem Zahn und zieht zum Kiefer, wäre der Zahn defekt.

Bei mir soll es daher kommen, dass mein Kiefergelenk schon "ausgeleiert" ist, weil ich auch beim Schlafen "presse". Er hatte ein Rundum-Röntgenbild gemacht.

Es fing bei mir auch vor einigen Monaten aus heiterem Himmel an, dass ein Schmerz aus dem Nichts ins Kiefergelenk fuhr und der halbe Kiefer fürchterlich weh tat. Ich habe auch immer erst Ibuprofen genommen, aber nachdem man das ja auch nicht länger wie 10 Tage im Monat nehmen soll (wegen Gewöhnungsgefahr und Umschlagen in das Gegenteil), habe ich probiert, ob Wärme (Kirschkernsäckchen) hilft, und es hat funktioniert. Die Schmerzattacken gehen bei mir immer etwa eine halbe Stunde, und kommen bis zu 5-6 mal am Tag.

Ich bekomme jetzt eine Aufbissschiene,  um die Muskulatur zu entspannen. Wenn es dann nicht besser wird, muss ich zum Neurologen, da es auch eine Trigeminusneuralgie sein "könnte". Da ist der Gesichtsnerv geschädigt, der an der Stelle verläuft. Der Zahnarzt glaubt das aber eher nicht, da hierbei die Wärme nicht helfen würde.

Für den Moment kannst du dir also bei jeder Schmerzattacke ein Kirschkernsäckchen oder Wärmflasche, Moorkissen, was du eben hast, warm machen und auf die Stelle legen (anstatt Schmerzmittel). Und dann solltest du eben auch zum Zahnarzt oder Kieferorthopäden gehen, und das besprechen. Du kannst auch zum Neurologen gehen, aber naheliegender ist erstmal der defekte Kiefer(gelenk). Sollte es das je nicht sein, kannst du immer noch zum Neurologen.

Gute Besserung (ich hege auch Hoffnungen, dass das mal wieder verschwindet, denn ein Leben im Dauerschmerz ist recht unangenehm...).

Kommentar von bourricot ,

Hallo Polarbär!

Letzte Woche war ich ja beim Zahnarzt mit Röntgen. Zahnprobleme konnten definitiv ausgeschlossen werden.

Der Hausarzt meinte, es sei eine Nervenentzündung (Trigeminusneuralgie) und hat mir ein schmerz-und entzündungshemmendes Medikament verschrieben. Nach 4 bis 5 Tagen sollte ich eine deutliche Besserung spüren, ansonsten wieder bei ihm vorstellig werden.

Das wäre heute... Und nachdem ich in der Nacht extra aufstehen musste, was einwerfen vor Schmerzen, wollte ich jetzt schon zu ihm.

Habe nun aber doch zuerst einen Termin bei meinem Kieferorthopäden ausgemacht. Bin ich froh, dass ich heute noch hin gehen kann...

Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass es vom Kiefergelenk ausgeht, weil durch Kaubewegungen die Schmerzen weder verschlimmert noch verbessert werden können, aber mal sehen, was der Fachmann dazu sagt...

Ich habe ja nicht wirklich Attacken, es ist ein permanenter Schmerz, wobei ich zwischenzeitlich nicht sagen kann, wie lange er anhalten würde, weil diesen so lange auszuhalten, bis er vielleicht von alleine aufhört, das ist ja schon fast hardcore. Das geht nicht, wenn man im Alltag funktionieren soll.

Würde mich freuen, wenn du mich auf dem Laufenden halten würdest, wie es dir so ergeht.

Danke inzwischen.

GLG bourricot

Kommentar von bourricot ,

also warm auflegen hat mal keine linderung gebracht... :-(

Kommentar von bourricot ,

und kalt leider auch nicht :-(

Kommentar von bourricot ,

So, war beim Kieferorthopäden. Es ist weder das Kiefergelenk noch die Muskulatur. Er ist sich sicher, dass das was Akutes ist, hatte gemeint, evtl. Gürtelrose.

Bin dann direkt noch zu meinem Hausarzt. Der meinte, an Gürtelrose hätte er auch schon gedacht, aber ohne Bläschen ist die Diagnose nicht haltbar. Er ist davon überzeugt, dass es eine Trigeminusneuralgie ist. Hab noch ein weiteres Schmerzmittel für die Nacht bekommen. Bis Freitag soll es besser sein, ansonsten muss ich zum Neurologen.

Habe gleich protestiert, wie ich denn sagen könnte, dass es besser ist, weil wenn ich die Medis nehme, dann bin ich ja schmerzfrei.... ;-)

Also werde ich dann am Freitag erst was einschmeißen, wenn die Tabletten nachlassen, damit ich das beurteilen kann.

Werde schauen, ob ich morgen zu meinem Doc kann, der mit Naturheilkunde arbeitet, dass ich da was zur Unterstützung kriege, damit ich die Sache schnell wieder los werde.

LG bourricot

Kommentar von polarbaer64 ,

Ich danke dir erstmal für das Sternchen :o) .

Mensch, da hast du ja eine Ärztetour hinter dir und alles ausprobiert, was geht. Das ist ja lobenswert, und zeugt davon, dass du dir sehr engagiert selbst helfen willst. 

Ich warte jetzt auf meine Bissschiene (ist in Produktion), und schaue, ob das in ein paar Wochen besser wird, sonst wird auch der Neurologe mein nächstes Ziel sein, denn ich befürchte auch, dass es eher der Trigeminus ist (oder eben beides).

http://www.onmeda.de/krankheiten/trigeminusneuralgie.html

Ich will nur keine OP, da ich eine Gerinnungsstörung habe, das kann gefährlich werden... . 

Dass Gürtelrose einen Schmerz im Gesicht auslösen kann, wusste ich jetzt auch noch nicht. Das glaube ich bei mir jetzt nicht, da ich Windpocken hatte, welche ja vom selben Virus übertragen werden.

Naturheilkunde ist auch nicht zu verachten (damit habe ich bei einer meiner Katzen bessere Erfolge erzielt, als mit dem Tierarzt). Allerdings darf man Homöopathie nicht mit anderen Medikamenten  mischen, da sich das in die Quere kommen kann. Die Mutter meiner Kollegin hat das gemacht, weil sie an epileptischen Anfällen leidet. Sie kippte manchmal 3 mal tgl. um. Nach konkreter Untersuchung in einer Klinik stellte sich heraus, dass die Mischung Homöopathie und Antiepileptika sie aus den Schuhen warf. Seit die Homöopathie in der Schublade bleibt, ist wieder alles ok.

Ich wünsche dir, dass das wieder ganz weg geht mit den Schmerzen (und hoffe es bei mir natürlich auch.

Vielleicht lesen wir die Frage ja in einem halben Jahr nochmal, dann können wir ja berichten ;o) .

Gute Besserung!

Kommentar von bourricot ,

bin gerade zurück vom Doc, der beides vereint, Schulmedizin und Naturheilkunde. Vorweg Naturheilkunde umfasst weit  mehr als nur Homöopathie, das ist nur ein kleiner Teilbereich.

Jedenfalls ist er sehr erfahren mit der Thematik Zähne, hat selber früher viele Zahnsanierung etc. durchgeführt. Er hat sich mein aktuelles Röntgen angeschaut, weil er der Meinung ist, dass es definitiv nicht der Trigeminus ist... Er ist davon überzeugt, dass es von dem einen Zahn ausgeht, er hätte da an der Wurzelspitze was gesehen.... Und der Zahn wäre anscheinend am Absterben. Er hat mit meiner Zahnärztin telefoniert und mir angeraten, schnellstmöglich einen Termin zu vereinbaren. Hätte für den 13. einen gehabt, aber er sagte, das ist zu spät, die Schmerzmittel würden mich kaputt machen.  Habe jetzt einen Termin für Dienstag, wo dann quasi ne Großaufnahme gemacht wird...

Weiß halt nicht so recht, was bzw. wem ich jetzt glauben soll....

Dir auch alles Gute.

LG bourricot

Kommentar von polarbaer64 ,

Den Verdacht mit einem Zahn, von dem es ausgeht, war auch mein erster Verdacht. Mein Zahnarzt hat letztes mal das Röntgenbild zu schnell angeschaut. Da bestehe ich auch nochmal drauf, dass er genau hinguckt.

Was man nicht so alles hat, was man nicht braucht... .

Kämpfen wir uns durch und beten um Besserung :o) . 

LG

Antwort
von Jani15, 64

Was sind Kiefergelenkserkrankungen?

Als Kiefergelenkserkrankungen (auchCraniomandibuläre Dysfunktion) werden unterschiedliche Fehlfunktionen im Zusammenwirken von Unter- und Oberkiefer bezeichnet, die auf Funktionsstörungen der Zähne, Kiefergelenke und/oder der Kiefermuskulatur zurückzuführen sind.

Fehlfunktionen des Kiefergelenks können sich anhand von Schmerzen im Wangen- und Augenbereich, eingeschränkter Kieferöffnung, Zähneknirschen (Bruxismus), Sprachproblemen, Migräne, Kopf- und Gliederschmerzen, Kiefer(gelenk)schmerzen, Knacken des Kiefergelenks, Ohrenschmerzen und Tinnitus, Nackenverspannungen, verhärteter Muskulatur, Blockaden der Wirbelsäule, Schluckbeschwerden, Schulterschmerzen bis hin zu Schwindel, Konzentrationsschwäche, Übermüdung und Schlafstörungen manifestieren.

Bei sowas musst du zum Zahnarzt. Der kann das wieder in Ordnung bringen. Hat bei mir auch geholfen.

Kommentar von bourricot ,

Die Frage ist halt nur, ob diese Schmerzen wirklich vom Kiefergelenk kommen...

Und ob ich das über meinen neuen Zahnarzt mache oder ob ich dazu zu meinem Kieferorthopäden gehe, der mir damals die Zahnspange gemacht hat und der meinte, ich solle vorbeikommen und das anschauen lassen bei ihm... ;-)

Aber ich mag auch nicht von Hintz zu Kunz laufen, sprich von einem Arzt zum anderen, wenn ich ja nicht mal weiß, woher die Schmerzen tatsächlich kommen.... 

So nach dem Motto, dann probier halt mal alle Ärzte aus.... irgendwer findet dann schon was.... bzw. letztendlich kriegt man dann den Psychostempel aufgepresst, wenn man nicht aufpasst...

Kommentar von polarbaer64 ,

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