Frage von 86imlih, 191

Kann ein Land ohne Atomwaffen gegen ein Land mit Atomwaffen im Krieg gewinnen?

Nehmen wir Land A und Land B(Beide Nachbarn und ungefähr gleich groß)

Land A ist entwickelter als Land B(Wirtschaft, Bildung, Lebenserwartung...), aber kein extremer Unterschied diesbezüglich Land A hat bessere konventionelle Waffen(Wieder kein extremer Unterschied diesbezüglich)

Aber Land B hat im Gegensatz zu Land A sehr viele Atomwaffen und schreckt nicht vor einem Einsatz zurück

Mein Freund sagt, Land A könne mit den besseren konventionellen Waffen gegen Land B gewinnen.

Meine Frage an euch. Kann ein Land mit besseren konventionellen Waffen gegen eine Atommacht gewinnen?(Wie wahrscheinlich ist dies?)

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 48

Die Frage unterstellt eine Illusion, die mit der Realität nicht viel zu tun hat. In einem modernen und totalen Krieg kann es keine Sieger oder Gewinner mehr geben. Es kann nur Verlierer geben. 

"Gewinn" würde bedeuten, man kann durch einen "Sieg" mehr aus dem erbeuteten Land rausholen, als man zur Eroberung an Kosten reingesteckt hat. So funktionierten noch Kriege in der Antike und bis zur Kolonialzeit. Damit ist seit Beginn der Industrialisierung des Krieges aber Schluss. Der erste industrialisierte Krieg, der 1. WK, hat das deutlich gezeigt.

Das mussten inzwischen auch die Amis mit ihren Kriegen im Nahen Osten leidvoll erfahren. Der Gewinn aus den kontrollierten Ölquellen deckt schon lange nicht mehr die Kosten, die verursacht werden.

Antwort
von Tellensohn, 62

Salue

Das Szenario ist extrem unwahrscheinlich. Denn die Welt ist heute ja in Machblöcke eingeteilt. Dazu gehört zum Beispiel die NATO.

Nehmen wir mal an, Nordkorea würde Japan mit Atomwaffen angreifen. Japan hat keine Atomwaffen. Die USA würden da auf keinen Fall einfach zusehen. Es gäbe einen atomaren Gegenschlag der USA. Das Wissen die Machthaber in Nordkorea.

Selbst wenn ein neutrales Land, nehmen wir mal an die Schweiz, würde mit Interkontinental-Raketen angegriffen. Die Schweiz ist nicht in der Nato. Trotzdem könnten die Nato-Länder auch da nicht einfach zusehen. Sie würden ja riskieren, dass sie das nächste Opfer eines solchen (Schurken-)Staates würden.

Dies ist auch der Grund dafür, dass das "Gleichgewicht des Schreckens" über so viele Jahrzehnte funktioniert hat. Allerdings stand es manchmal auf des Messers Schneide. Das eine oder andere Mal hat uns nur das Glück vor einem atomaren, aus Versehen gestarteten, Atomkrieg bewahrt.

Das neue Gesicht des Kriegs sieht nicht mehr den offenen Krieg zwischen zwei oder mehr Nationen vor.

Es grüsst Dich

Tellensohn

Antwort
von Jerischo, 40

Atomwaffen haben Länder nur weil es sie gibt und andere Länder auch welche besitzen, um nicht Opfer von solchen zu werden, da der Gegner dann mit einem Gegenschlag rechnen muss.
Dass es zu einem Atomkrieg kommen wird ist ziemlich unwahrscheinlich, da wegen vorgenannten Grund niemand davon profitiert.
Krieg wird nicht mit Überzahl an Soldaten und besseren Waffen gewonnen, da spielen viele Faktoren eine Rolle.
Siehe Vietnamkrieg: Heimvorteil

Kommentar von SlowPhil ,

Siehe Vietnamkrieg: Heimvorteil

Das ist verkürzt, denn der Vietnamkrieg war ja nicht ein Krieg USA gegen Vietnam, sondern in erster Linie ein Bürgerkrieg zwischen der Republik Vietnam, unterstützt und zunehmend flankiert durch die USA, einerseits, und der Volksrepublik Vietnam, die sich auf die logistische Unterstützung durch die UdSSR verlassen konnte, sowie des von ihr unterstützten Vietkong andererseits.

Kommentar von Jerischo ,

Trotzdem waren die USA technisch im Vorteil und haben verloren

Antwort
von Remmelken, 54

Atomwaffen sind in kriegerischen Auseinandersetzungen in den allermeisten Fällen ziemlich nutzlos. Man wird keine Atomwaffe gegen Invasoren im eigenen Land einsetzten, weil man damit die eigene Infrastuktur und die Zivilbevölkerung stark schädigt. Mit einem solchen Einsatz im Inneren würde sich die Zivilbevölkerung als auch der Großteil des Millitärs sofort gegen die Regierung stellen.

Auch wird man bei einem Einsatz in einem entfernten Kriegsgebiet nicht die eigenen Truppen, und damit auch die Loyalität dieser gefährden wollen.

Damit reduzieren sich die Einsatzmöglichkeiten auf die Zerstörung von Städten im Feindesland, und dies geht keineswegs zwangsweise mit einer Schwächung des Feindes an der Front einher.

Kommentar von SlowPhil ,

Atomwaffen sind in kriegerischen Auseinandersetzungen in den allermeisten Fällen ziemlich nutzlos.

Was den Einsatz betrifft, schon. Anders sieht es mit ihrer Bereithaltung aus. Ihr Nutzen ist, dass sie eine Sch***angst machen.

Man wird keine Atomwaffe gegen Invasoren im eigenen Land einsetzten, weil man damit die eigene Infrastuktur und die Zivilbevölkerung stark schädigt.

Oh, das kommt darauf an, worum es dem Angreifer geht. Wenn der sowieso im Sinne hat, besagte Zivilbevölkerung zu Tode zu foltern, würde sich selbst das lohnen.

Oder wenn das eigene Land so groß ist, dass man es sich leisten kann, große Landstriche aufzugeben.

Damit reduzieren sich die Einsatzmöglichkeiten auf die Zerstörung von Städten im Feindesland,…

Keinesfalls. Man kann auch gezielt Kommandostrukturen und kriegswichtige Plätze treffen und eher dauerhaft unbrauchbar machen, als dies mit konventionellen Mitteln möglich wäre. Außerdem macht so ein großer Bümms eine Menge Eindruck und würde dem Angreifer nicht nur wissbar, sondern fühlbar klar machen, dass der Preis für seinen ungewissen Sieg unerträglich hoch wäre und man willens ist, ihn den zahlen zu lassen.

…und dies geht keineswegs zwangsweise mit einer Schwächung des Feindes an der Front einher.

Wenn Befehlsstrukturen und Logistik im Eimer sind, schon.

Antwort
von JBEZorg, 23

Auch wenn so ein Szenario völlig unrealistisch ist...

Wie soll man gegen einen massiven Kernwaffeneinsatz gewinnen? Kernwaffen müssen ja auch garnicht genau treffen. eine Rakete kann Halb-Deutschland verwüsten. Also wie soll es gehen?

Antwort
von expo9, 58

Die Frage macht soviel Sinn wie "Wer gewinnt, Schwert oder Axt?". Ein Land das einen Atomschlag durchführt, wenn er nicht verhindert, wird in beiden Fällen bestraft. Kann man ja gut bei Nord- und Südkorea sehen. Nordkorea hat selbst wenn ein Atomschlag nicht vereitelt werden kann keinen Nutzen außer der Zerstörung an sich. Eine Vergrößerung des Landes ist nicht möglich etc. Es gibt genügend andere Methoden. Atomwaffen erfüllen den selben Zweck wie Messer die von Kindern gesammelt werden: Null Anwendung, nur Show. Kein Land könnte sich einen Atomschlag leisten.

Kommentar von SlowPhil ,

Das kommt alles immer darauf an, was auf dem Spiel steht. Und, natürlich, wie säkular oder religiös eine Regierung bzw. eine ganze Gesellschaft denkt.

Kommentar von LaQuica ,

Sofern man Atomwaffen auf die konventionellen Bomben reduziert schon ja. Es gibt aber nunmal Atomwaffen denen die Zerstörerische Komponente völlig fehlt siehe Neutronenbombe. Es gibt Atomwaffen welche man ohne Probleme einsetzen und das Gebiet danach besetzen könnte. Atomwaffe ist ein sehr weitläufiger Begriff der nicht nur die herkömmliche Atombombe beinhält. 

Kommentar von SlowPhil ,

Es gibt aber nunmal Atomwaffen denen die Zerstörerische Komponente völlig fehlt siehe Neutronenbombe. Es gibt Atomwaffen welche man ohne Probleme einsetzen und das Gebiet danach besetzen könnte.

Völlig fehlt ist übertrieben. Der Radius der direkten Zerstörung von Gegenständen ist geringer als bei gewöhnlichen Atombomben. Allerdings macht Neutronenstrahlung Material radioaktiv. Es ist nicht sehr empfehlenswert, sich in einer durch eine Neutronenbombe verwüsteten respektive kontaminierten Umgebung länger aufzuhalten.

Kommentar von expo9 ,

Unwichtig, es geht nur um die Mittel und was möglich ist, schließlich war es nur Theorie.

Antwort
von Wolli1960, 2

Schon mal was vom Vietnamkrieg (1960-75) gehört? Ein verhältnismäßig kleiner und armer Staat mit einer spartanisch lebenden Bevölkerung und einer ebenso kämpfenden Armee hatte die Anstrengungen einer Weltmacht überwunden. Allerdings hatten die USA dort keine Atomwaffen eingesetzt.

Antwort
von Anonbrother, 90

Man kann mit ein paar guten (damit meine ich viele) Computer, und jemanden der diese sehr gut bedienen kann ein Land mit Atombomeben außer Gefecht schalten...

Aber ja ich glaube sie hätten eine Chance... Aber wenn B die Atomaren Waffen einsetzt war's das mit A

Kommentar von AgonyWarp ,

Naja, ich weiß ja nicht, im kalten Krieg wahren sämtliche abschussanlagen nicht verngesteuert bzw an irgendeinen Computer angeschlossen, man kann nichts hacken was nicht da ist.

Ich weiß es nicht aber ich kann mir nicht vorstellen dass man das heute anders macht und das Risiko eingeht, dh. man muss wahrscheinlich immernoch in persona da sein um was abzuschießen bzw einen Abschuss zu verhindern.

Kommentar von Anonbrother ,

Schonmal versucht einen Befehl zu geben wenn die Kommunikation gehackt wurde 😏😈

Antwort
von Kefflon, 42

Da die beiden Länder neben einander liegen, würde der Einsatz von Atom-Waffen beiden Staaten schaden.

Also ist das Szenario unwahrscheinlich.

Antwort
von StevenArmstrong, 56

Hallo,

das glaube ich eher nicht.

Wenn Land A aber eine Cybertruppe hat, könnte diese per Hackerangriff die Kontrolle über die Atomwaffen von Land B gewinnnen und das Abfeuern selbiger verhindern. Und wenn Land A dazu noch die besseren konventionellen Waffen hat, dann wären die Chancen nochmal höher, das Land A den Krieg gewinnt.

MfG

Steven Armstrong

Antwort
von Panazee, 48

In bestimmten Szenarios könnte Land A zumindest Land B mit ins Verderben reißen. Wenn Land A schnell genug mit seinen Truppen auf das Gebiet von Land B vorrückt, dann müsste Land B die Atomwaffen auf sein eigenes Territorium werfen um Land A zu stoppen.

Am Ende wären Land A und Land B verseucht und kaputt.

Wenn Land B die Offensive beginnt und seine Atomwaffen sofort einsetzt, dann wird es für Land A schlecht aussehen.

Antwort
von Geraldianer, 35

Im Vietnamkrieg haben die Nordvietnamesen gegen die Amerikaner gewonnen. Also ja.

Antwort
von Zaadii, 71

Ist mir in Civilizations aber schon passiert.

Ich hatte schon die Attombombe, aber die anderen ham mich mit panzern überrollt. Ich konnte zwar die Stadte des gegners vernichten, aber gegen dessen Angriffe konnte ich mich mit den Atombomben nicht effizient verteidigen.

Kommentar von 86imlih ,

Das Spiel ist auf einem bestimmten Algorithmus basiertes Spiel und hat somit 0 Aussagekraft bezüglich meiner Frage

Kommentar von Zaadii ,

Hm...aber Du stimmst mir doch zu, dass man mit Atomwaffen eine Invarsion nur schlecht zurückschlagen kann, oder?

Kommentar von Panazee ,

Eine Invasion eher nur auf Kosten der eigenen Verseuchung. Wenn Land B aber zuerst zuschlägt und genügend Atomwaffen hat, dann zerstören die ja nicht nur die Hauptstadt, sondern auch alle militärischen Einrichtungen und die ganze Kommandostruktur bricht erst einmal zusammen.

Kommentar von Zaadii ,

Wieso eigene Verseuchung? Selbst wenn Land B hin ist - man hat ja dann Land A und kann rüber machen.

Antwort
von BurkeUndCo, 22

Wenn das Land mit den Atomwaffen skrupellos genug ist, dann kann es das andere Land zerstören. Punkt.

Aber wenn das andere Land auch ein paar Atomwaffen hat, dann kann es ebenfalls eine Zerstörung auslösen.

Wenn dann beide Länder zerstört sind, dann gibt es keinen Sieger. oder ???

Antwort
von Tastenheld, 67

Durch eine andere Kriegstechnik. Guerilla Taktik. Spionage, Sabotage, Cyber Angriffe auf die Infrastruktur. Schau dir doch mal die Kriege der Zeit nach dm 2. Weltkrieg an, Vietnam bspw.

Dort hat ein Land ohne Atomwaffe gegen eine Nation mit Atomwaffen gewonnnen.

Kommentar von 86imlih ,

Dieses Land hat aber seine Atomwaffen nicht benutzt

Kommentar von Tastenheld ,

Eben, weil es keinen Sinn macht. Du gewinnst den Krieg dadurch nicht, sondern entvölkerst ein Land. Deshalb wurden Atomwaffen ja auch selten eingesetzt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community