Frage von CapriGuy, 48

Kann ein Kind einer Hartz IV-Empfängerin einen Wochenendjob annehmen ohne massive Abzüge zu bekommen?

Hallo Leute! Ich bin ein Teenager, der noch die Schule besucht, und würde gerne einen Wochenendjob annehmen. Das liegt daran, dass es mir schwer fällt in einer Konsumgesellschaft ohne etwas Geld auszukommen, denn ich kriege natürlicher Weise kein Taschengeld. Meine Mutter erzählte mir, dass sehr viele Abzüge bei mir gemacht werden würde, wenn ich einen Wochenendjob annehmen würde, da ich in einer Bedarfsgemeinschaft lebe.

Ich wollte nur wissen ob das stimmt und wie es berechnet wird. Wenn es denn stimmt werde ich mir trotzdem einen Wochenendjob suchen. Es interessiert mich nur und ich hoffe mir könnte jemand bei dieser Frage weiterhelfen.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV, 28

Es kommt darauf an wie alt du bist !

Unter 15 Jahren giltst du als nicht arbeitsfähige Person,deshalb dürftest du pro Monat nur 100 € ohne Anrechnung auf deinen Bedarf dazu verdienen,alles darüber hinaus würde zu 100 % angerechnet.

Ab 15 gelten dann die Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll.

Du hast dann von deinem Bruttoeinkommen die ersten 100 € als Grundfreibetrag,von 100 € - 1000 € Brutto sind es 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto dann noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge würden dann addiert,theoretisch vom Netto abgezogen und das dann mit deinem anderen anrechenbarem Einkommen wie Kindergeld addiert und ergibt dann das gesamte anrechenbare Einkommen was auf deinen Bedarf angerechnet würde.

Deine Leistungen würde dann also gekürzt,deine Mutter bekommt weniger für dich gezahlt und du musst es aus deinem Einkommen wieder ausgleichen.

Bei angenommen 400 € Brutto wie Netto hättest du also erst mal deine 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 300 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) stehen dir noch mal 20 %,also 60 € zu,gesamt dann 160 € Freibetrag und 240 € wäre dein anrechenbares Einkommen,dass würde dann deiner Mutter von deinem Bedarf abgezogen und du zahlst es ihr dann aus deinem Einkommen zurück.

Wenn du weiterhin die Schule besuchst und nach den Ferien z.B. auch wieder zur Schule gehen würdest,dann kannst du dir in den Ferien einen reinen Ferienjob suchen,darf also nicht bei dem AG - ( Arbeitgeber ) sein bei dem du schon nach der Schule oder am Wochenende arbeitest,denn dann ist es kein reiner Ferienjob.

Dann kannst du nämlich pro Jahr in bis zu 4 Wochen bis zu 1200 € Netto zusätzlich zu deinen 100 € Grundfreibetrag pro Monat dazu verdienen,so kannst du rein rechnerisch auf einen Freibetrag von 11 Monaten mal 100 € + 1 mal 1200 € = 2300 € pro Jahr kommen,die dann nicht auf deinen Bedarf angerechnet würden,also ohne Abzug von deinen Leistungen blieben.

Aufpassen musst du dann aber bei deinem Ersparten,denn solange du noch zur BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) deiner Mutter / Eltern zählst,dass ist solange der Fall bis du deinen Bedarf aus eigenem Einkommen decken kannst,musst du dich an die Grenze des Schonvermögens halten.

Du dürftest dann min. 3100 € haben + einmalig 750 € für notwendige Anschaffungen = min. 3850 €,allgemein gilt,bist du dann älter dann darfst du pro vollendetem Lebensjahr 150 € haben + diese einmaligen 750 €.

Kommentar von adianthum ,

Mit welcher Begründung ist ein Ferienjob bei dem Arbeitgeber, bei dem man schon seinen Wochenend/Schülerjob macht, kein reiner Ferienjob?

Wenn ein Schüler regelmäßig und vor allem zuverlässig seinen WEJob macht und dann von dem Arbeitgeber einen Ferienjob angeboten bekommt, diesen ablehnt mit der Begründung es sei kein richtiger Ferienjob, und diesen dann woanders macht, ist er seinen WEJob mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nämlich los.

Kommentar von isomatte ,

Das sagt doch der Name schon aus ,, Ferienjob " und wenn dieser Job beim gleichen AG - auch in der Schulzeit schon ausgeübt wird,dann handelt es sich eben nicht um einen reinen Ferienjob,weil auch außerhalb der Ferien Einnahmen bei diesem AG - erzielt werden !

So zumindest die Aussage von zwei Familien die ich kenne und deren Kinder bzw.sie auch das Problem hatten und von den jeweiligen SB - so aufgeklärt worden.

Das Angebot muss ja auch nicht abgelehnt werden,nur hat man dann halt diesen Vorteil nicht und müsste sich mit dem Freibetrag nach § 11 b SGB - ll zufrieden geben bzw.das was dann nach Abgabe an die Eltern noch übrig wäre.

Kommentar von EstherNele ,

@ adianthum

Mit welcher Begründung ist ein Ferienjob bei dem Arbeitgeber, bei dem man schon seinen Wochenend/Schülerjob macht, kein reiner Ferienjob?

Was sich der Gesetzgeber bei der Festlegung gedacht hat, wird sich uns vielleicht auch zukünftig nicht erschließen.

Ich habe es auf die Schnelle nicht gefunden, habe es aber noch aktuell in Erinnerung, da vor kurzem erst gelesen in irgendeinem Regelwerk - aber es gibt diese Festlegung, dass es nicht der gleiche AG sein darf.

Da trifft das von isomatte gesagte voll zu.

Und die Gefahr, dass ein AG einem Schüler, der einen WE-Job bei ihm hat, einen Ferienjob anbietet und ihn dann - bei Ablehnung - kündigt, ist wohl doch eher theoretischer Natur. 

Antwort
von DerHans, 37

Du gehörst zur Bedarfsgemeinschaft. 

Also muss deine Mutter jede Veränderung umgehend mitteilen.

Von einem Erwerbseinkommen hast du dann einen Freibetrag von 100 € plus 20 % vom Mehrverdienst.

Bei einem 450 € Job hast du also letztlich 170 € mehr in der Tasche.

Antwort
von Parhalia, 32

Wenn Du einem Minijob nachgehst, so hast Du bis zu 100 Euro schon einmal anrechnungsfrei. Und was über 100 Euro liegt, das wird dann zu 80% mindernd auf Deine "Kopfpauschale" angerechnet. Wenn Du also z.B. 400 Euro verdienst, so wird das ALG II um 240 Euro gemindert. Bleiben Dir unterm Strich dann 160 Euro "Taschengeld". Die restlichen 240 Euro aus Deinem Einkommen musst Du dann Deiner Mutter für die Haushaltskasse geben. 

Antwort
von adianthum, 27

Ja, kannst du.

Du darfst jeden Monat 100.- anrechnungsfrei hinzu verdienen. Von jedem weiteren Euro den du verdienst gehören dir 20 Cent.

Außerdem darfst du als Schüler/in einmal im Jahr einen Ferienjob machen, bei dem dein Nettoverdienst allerdings nicht über 1200.- Euro liegen darf und innerhalb eines Monats (NICHT monatsübergreifend!) liegen muss anrechnungsfrei verdienen- da fallen dann die 100.- natürlich weg!

Du hast also als Schüler/in einen Freibetrag von insgesamt 2300.- im Jahr wenn du es richtig machst.


http://www.geldsparen.de/geld/steuern/hartz-iv-kinder-nachteil-beim-ferienjob.ph...

Antwort
von Indivia, 22

Ichweiß nicht genau was du mit We-Job meinst . Zeitung austragen etc gehtmeist sogarohne Abzügeda man dabei meist unter 100€ bleint.

Wie bereits gesagt 100€ sind anrechnungsfrei, danach darfst du 20% behalten, bei z.b. 400€  dürftest du dann 160€ behalten.

Weitere Infos zu Schülerjobs und harz 4 findest du hier: http://www.geldsparen.de/geld/steuern/hartz-iv-kinder-nachteil-beim-ferienjob.ph...

Antwort
von slos8, 35

Man könnte das Wohngeld und Kindergeld sowie weitere Bezüge für DICH reduzieren.

Kommentar von Indivia ,

Wohngeldgar nciht, da sie gar keines erhalten und ein Minijob gefährdetdas Kindergeld cniht,wird also auch nciht reduziert.

Antwort
von Papiertonne123, 34

Ja bei einem höchstbetrag von unter 100euro im monat war das glaub ich.

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