Frage von HelgaKubert, 92

Kann ein Hausverkäufer mich verklagen weil meine Bank zu lange gebraucht hat für die Verhandlungen?

Im Februar wollten wir ein Haus kaufen für 220.000 €. Der Preis schien uns ideal und wir haben uns in das Haus verliebt. Die Gespräche mit den Banken zur Finanzierung gingen direkt los. WIr wurden von den Beratern immerwieder vertröstet, bis einige Wochen vergangen waren. Wir sagten dem Verkäufer das wir alles tun werden weil wir das Haus so gerne haben möchten. Bank 1 sagt also nach 2 Monaten nein. Als wir dann begannen mit einem Privatmensch zu reden, schaltete sich zufälligerweise unsere Hausbank ein, was wir gut fanden - und versicherte uns es würde klappen. Diese Mitteilung haben wir an den Verkäufer direkt weitergegeben "mündlich." Dieser war mittlerweile schon aus dem Haus ausgezogen. Unsere Hausbank hat nochmal so viel Zeit gebraucht (wobei wir garnicht genau wissen was nun viel und was wenig ist) und nun wurde alles abgelehnt. Wir sind sehr traurig und haben nun erfahren das der Verkäufer uns aufgrund der Dauer von allem verklagen will, weil er Unkosten hatte.

Ist das möglich?

Antwort
von frodobeutlin100, 35

es könnte sich hier um ein vorvertragliches Schuldverhältnis handeln und einen entsprechenden Schadensersatzanspruch

https://dejure.org/gesetze/BGB/311.html

§ 311 BGB

Rechtsgeschäftliche und rechtsgeschäftsähnliche Schuldverhältnisse

(2) Ein Schuldverhältnis mit Pflichten nach § 241 Abs. 2 entsteht auch durch

1. die Aufnahme von Vertragsverhandlungen,

2. die Anbahnung eines Vertrags, bei welcher der eine Teil im Hinblick auf eine etwaige rechtsgeschäftliche Beziehung dem anderen Teil die Möglichkeit zur Einwirkung auf seine Rechte, Rechtsgüter und Interessen gewährt oder ihm diese anvertraut, oder

3. ähnliche geschäftliche Kontakte.

----

der Verkäufer hat vielleicht anderen Kaufinteressenten euretwegen abgesagt, ist auszgezogen, obwohl es ga rnicht notwendig war etc.

Kommentar von frodobeutlin100 ,

nennt sich auch culpa in contrahendo

....

Kommentar von HelgaKubert ,

welcher Schaden entsteht denn für den Verkäufer laut culpa in contrahendo wenn man schriftlich nachweisen kann (Emails von Bankern etc.) das die Verhandlungen so lange gedauert haben? Der Verkäufer hat selbst entschieden aus dem Haus auszuziehen, da er davon ausgegangen ist das der Kauf zu Stande kommt. Ich sehe nicht, welchen Schaden er trägt ?

Kommentar von frodobeutlin100 ,

genau das kann schon der Schaden sein .. er hat darauf vertraut, dass das Geschäft (das heißt die Finanzierung) zustande kommt, das habt Ihr als käufer zumindest signalisiert ... das es letztendlich mit der Finazierung nicht geklappt hat, ist doch nicht sein Problem ...

man könnte ihn einfach fragen, um welche Kosten es geht - bzw. ihr erfahrt es spätestens aus der Klageschrift ...

Antwort
von schelm1, 15

Da kein Anspruch aus einem für solche Vorgänge zwingend vorgeschriebenen notariellen Kaufvertrag besteht, hat der Eigentümer des Hauses alle Aufwendungen, die er im Hinblick auf seinen geplanten Hausverkauf selber verursacht hat, auch alleine zu verantworten.

Gleiches gilt übrigens im Umkehrschluß für Ihre Kosten und Bemühungen in diesem Zusammenhang!

Sie schulden da garnichts!


Kommentar von HelgaKubert ,

und was ist mit "culpa in contrahendo?"

Kommentar von schelm1 ,

Hier kann kein Anspruch eintreten, da das Beurkundungsgesetz greift. In dem Sinne hat schlicht nichts stattgefunden, was einen Anspruch begründen könnte.

Antwort
von Mojoi, 29

Deswegen sollte man im Kaufvertrag oder in Kaufabsichtserklärungen unbedingt die Klausel "vorbehaltlich einer Finanzierungszusage" o.ä. reintun.

Und mal die Sache mit Vermögensberatern abwickeln, die gleich ein paar Dutzend Banken abklopfen und recht zügig für eine Zu- oder Absage sorgen.

In meinem Falle gab es - dank Onlinetool des Beraters - eine sofortige Vorabzusage und nach weiteren vier Tagen eine verbindliche schriftliche Zusage.

Antwort
von profiwisser, 55

Kann er nicht. So lange ihr keinen kauf Vertrag unterschrieben habt kann er auch nicht auf den Kauf bestehen

Kommentar von HelgaKubert ,

den kaufvertrag hatten wir anfertigen lassen, aber nicht unterschrieben da wir das natürliche erst machen wollten wenn wir grünes licht haben. somit wurde dieser wieder vernichtet - allerdings mussten wir natürlich den notar dafür bezahlen.

Kommentar von profiwisser ,

da ihr ihn nicht unterschrieben habt, droht euch eigentlich nichts. zwischen Verkäufer und euch ist schließlich kein gültiger Kaufvertrag zustande gekommen

Kommentar von frodobeutlin100 ,

es gibt noch culpa in contrahendo

Antwort
von Sciffo, 58

ich gehe mal davon aus, es gibt einen notariellen kaufvertrag, der diese und andere dinge regelt.. was steht da zu diesemt hema?

Kommentar von HelgaKubert ,

da dieser wieder aufgelöst wurde, weiss ich es garnicht, aber ich wende mich auch mal an diesen. vielen dank

Kommentar von frodobeutlin100 ,

vielleicht sollte wenn Ansprüche nach cic (culpa in contrahendo) geltend gemacht werden ein Anwalt konsultiert werden ... der notar kann da nicht weiterhalfen, bzw. wird sich falls er auch Anwalt ist ungern auf eine der beiden Seiten stellen wollen ...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten