Kann ein Händler die Produkthaftung innerhalb der Garantiezeit bei einem defekten Fahrrad-Carbonrahmen einfach ablehnen?

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5 Antworten

Mich verwundert immer wieder die Laberei von wegen "Garantie is eh freiwillig kannst nix machen"...

Gerade von Leuten die es besser wissen sollten.

An sich ist die Garantie natürlich ein freiwilliger Service, aber dennoch Vertragsinhalt und Beweggrund zum Kauf. Im Fälligwerden kann derjenige rein rechtlich nicht einfach sagen: Ja ne kein Bock mehr auf Garantie. Freiwilliges Leisten im Falle des Eintretens einer Bedingung einerseits und Willkür andererseits sind bitte nicht gleichzusetzen.

Ich würde mich an deiner Stelle nun gar nicht erst um den Hersteller kümmern, du hast mit diesem nämlich erst mal nichts zu tun. (Dies wäre dann erst iSv. Produkthaftung seitens Hersteller, zu leisten an Dritte relevant. (denn du bist im Bezug zum Hersteller ein Dritter - hast ja nicht direkt mit diesem kontrahiert, sondern mit dem Verkäufer des Fahrrad Shops). 

Paradebeispiel: Du kaufst im Elektro Laden ne Mikro. Die brennt auf Grund eines Produktionsfehlers ab und fackelt deine gesamte Hütte nieder. Wie käme jetzt ein Massen Reseller (wie Müller, MediaMarkt, Epos usw usf) dazu, Verantwortung dafür zu übernehmen? Besagte Läden verkaufen ja nur, produzieren aber nicht. Jedoch: diese Folgeschäden etc. und die ganzen Bedingungen und Ausnahmen sind jetzt hier erst mal garnicht relevant.

Ein allfälliger Regress des Verkäufers gegenüber seinem Lieferanten muss dich nicht interessieren.

Ich würde mich vorerst an die Gewährleistung ex contractu halten (Sachmangel). Einfach gesagt: Die Stabilität und Mangelfreiheit eines Fahrradrahmens ist selbstverständlich gefordert, da dies so üblich ist im Alltag. Es wird also egal ob explizit ausgesprochen oder nicht definitiv Vertragsinhalt. Wer würde auch zB nen Fernseher wollen, der etwa nur Sound abspielt? (Ich hoffe du verstehst die Logik dahinter, bin grade sehr in Eile und möchte nicht zu sehr ausschweifen).

Im Endeffekt muss der Verkäufer (dein Vertragspartner) dafür einstehen, wenn die verkaufte Sache nicht den ausdrücklich vereinbarten, oder allgemein logisch vorausgesetzten Bedingungen entspricht.

Da ich nicht mehr über die Schäden und deren Qualität, sowie über Fristen weiss, kann ich dir aber noch nichts genaueres sagen. Antworte einfach nochma, dann nehm ich mir morgen oder am Mittwoch Zeit.

Lg Chris

ps: auf die Angebote des Herstellers kannst pfeifn. Halt dich an deinen Händler, er muss dafür einstehen, wenn ein Sachmangel vorliegt. Dabei ist aber noch wichtig, dass der Sachmangel zumindest in seiner Anlage bereits beim Zeitpunkt der Übergabe vorgelegen haben muss und nicht erst nachträglich auftritt. Die Beweisführung etc. (Sachverständiger usw usf) halt ich hier leider (wie fast immer bei uns Verbrauchern) für fast untragbar. Aber gib mir mal noch zusätzliche Details. 

Bevor du aber irgendwas machst, solltest schon eher professionellen Rat suchen, und dich bitte ja nicht auf mich alleine verlassen.

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Kommentar von Chrboe
24.10.2016, 16:04

Hallo Chris,

herzlichen Dank für die gute und umfangreiche (trotz Eile) Antwort. Ich es genauso wie Du und habe deshalb auch schon dem Händler mitgeteilt, dass er mein Ansprechpartner ist. Aber er stellt sich einfach auf den Standpunkt, dass er nichts mehr machen kann, leitet die emails einfach an den Produzenten weiter und dieser verweigert wie gesagt die Haftung für den einen Schaden bzw. nimmt keine Stellung zu dem anderen.

Ich habe in den Kommentaren auf die anderen Antworten noch präzisiert, dass das Rad knapp zwei Jahre alt ist und die Hersteller-Garantie fünf Jahre beträgt.

Das Problem ist das, was Du geschrieben hast. Wie kann ich beweisen, das die Qualität bereits bei der Herstellung und anschliessenden Übergabe an mich mangehaft war, woraus die Schäden entstanden sind. Hier hilft wohl nur ein externer Gutachter. Die Frage die sich stellt: kann ich auf ein solches Gutachten bestehen, da ja der Hersteller in der Beweispflicht ist? Wenn ja, wer bestimmt den Gutachter (es ist nahe liegend, dass ein Hersteller mit einem Gutachter regelmässig zusammen arbeitet und deshalb eine "gute Beziehung" hat ;).

Nochmals vielen Dank und viele Grüsse,

Christian

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Kommentar von biker30000
25.10.2016, 09:12

Ja, das Labern!

Bei fast 2 Jahren ist Eile geboten ( nach 6Monaten muss
der Käufer sowieso nachweisen, dass der Schaden anfänglich war) und die Karten von „Chrboe“ auf Gewährleistung sind nicht besonders gut und nur noch rechtlich durchzusetzen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Antwort der Hersteller. Risse in der Nähe einer Einführung im Rahmen können ein Konstruktionsfehler sein, aber auch auf eine eigenverantwortliche
Überbeanspruchung hinweisen (Auch die gibt es!). Ein Fahrradsachverständiger wäre in diesem Fall hilfreich,
solche gibt es in jeder Stadt. Die Antwort des Herstellers, keinen Rechtsstreit zu beginnen, ist in diesem Zusammenhang wichtig und deutet eher in Richtung Rechtsunsicherheit, Konstruktionsfehler hin. Garantieanspruche kommen ja wohl eher nach den 2Jahre
Gewährleistung in frage und sind natürlich nur gegen den durchsetzbar, der sie gewährt. Alles andere ist Schwafelei!

P.S. Will da auch mal einen Stab für Versender brechen. Hab mal einen Alu-Rahmen durch viele blöde, unnötige Sprünge geschrotet. Wurde anstandslos getauscht, obwohl der große Versender meinen Mißbrauch ahnte. Sind eben als Großabnehmer gegenüber dem Hersteller im Vorteil.

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Ja, das Labern!

Bei fast 2 Jahren ist Eile geboten ( nach 6Monaten muss
der Käufer
sowieso nachweisen, dass der Schaden anfänglich war) und die Karten von
„Chrboe“ auf Gewährleistung sind nicht besonders gut und nur noch
rechtlich durchzusetzen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die
Antwort der Hersteller. Risse in der Nähe einer Einführung im Rahmen
können ein Konstruktionsfehler sein, aber auch auf eine
eigenverantwortliche
Überbeanspruchung hinweisen (Auch die gibt es!). Ein Fahrradsachverständiger wäre in diesem Fall hilfreich,
solche
gibt es in jeder Stadt. Die Antwort des Herstellers, keinen
Rechtsstreit zu beginnen, ist in diesem Zusammenhang wichtig und deutet
eher in Richtung Rechtsunsicherheit, Konstruktionsfehler hin.
Garantieanspruche kommen ja wohl eher nach den 2Jahre
Gewährleistung in frage und sind natürlich nur gegen den durchsetzbar, der sie gewährt. Alles andere ist Schwafelei!

P.S. Will da auch mal einen Stab für Versender brechen. Hab mal einen
Alu-Rahmen durch viele blöde, unnötige Sprünge geschrotet. Wurde
anstandslos getauscht, obwohl der große Versender meinen Mißbrauch
ahnte. Sind eben als Großabnehmer gegenüber dem Hersteller im Vorteil.

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Kommentar von Chrboe
25.10.2016, 15:02

Danke für Deine Antwort.

Da Stevens eine Garantie (!) für fünf Jahre gibt, habe ich noch Zeit ;-) Das bedeutet aber auch, dass ich nicht beweispflichtig bin.

Ich schaue mal, ob es bei uns in der Statdt einen Fahrradsachverständigen gibt. Das wäre sicherlich hilfreich.

Versandhandel hatte ich bisher gemieden. Einerseits genau aus dem Grund, dass ich mir im Falle von Reklamationen mehr Service gewünsch hätte. Andererseits habe ich zwei linke Hände... ;-)

 

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Hier wirfst du Händler und Hersteller durcheinander. Formuliere deine Fragen präziser.

Wenn der Mangel innerhalb von 6 Monaten ab Kauf auftritt, dann wird vermutet, dass er schon bei Kauf vorlag. Der Händler muss dafür geradestehen. Nennt sich Gewährleistung und hat mit der Garantie nicht viel zu tun. Du kannst den Verkäufer auf Beseitigung des Mangels in Anspruch nehmen und er muss, wenn innerhalb von 6 Monaten der Mangel auftritt, beweisen, dass du die Sache kaputt gemacht hast. Ansonsten wird gesetzlich vermutet, dass er dir eine mangelhafte Sache verkauft hat.

Teile dem Händler das so mit, dass du ihn in Anspruch nimmst und die Garantie des Herstellers dich nicht interessiert. Er ist in der Pflicht und kann nicht einfach seine Verantwortung abwälzen. Was er mit dem Hersteller zu schaffen hat, und wie er ihn in Regress nimmt, muss dich nicht interessieren.


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Kommentar von Chrboe
24.10.2016, 15:39

Händler und Hersteller habe ich nicht durcheinander geworfen. Der Hersteller gibt eine schriftliche Garantie von fünf Jahren. Der Rahmen ist zwei Jahre alt.

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Bitte nicht Händler und Hersteller, Gewährleistung und Garantie durcheiander bringen.

Die Gewährleistung kommt vom Händler, die Garantie vom Hersteller und ist eine freiwillige Leistung - deswegen hat man fast kaum eine Chance wenn der Hersteller sich quer stellt!

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Kommentar von Chrboe
24.10.2016, 15:36

Der Rahmen ist knapp zwei Jahre alt. Der Hersteller gibt eine Garantie (so steht es in seinen eigenen Geschäftbedingungen) von fünf Jahren. Der Händler ist doch dann an diese gebunden, oder?

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hi, welche Rechtsordnung denn? Deutschland? Österreich?

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Kommentar von Chrboe
24.10.2016, 15:37

Deutschland

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