Frage von KathiPa, 49

Kann ein Betrieb aufgrund zu vielen Mitarbeitern jemanden kündigen?

Hallo liebe Community,

Mein Onkel arbeitet seit 30 Jahren bei einer Firma und ist 52 Jahre alt.
Nun hat seine Firma letztens mitgeteilt, dass nächsten Monat ziemlich viele gekündigt werden müssen, weil die Firma zu viele Mitarbeiter hätte.

Nun ist meine Frage, kann die Firma deshalb meinen Onkel einfach kündigen? Wie siehts aus mit dem Kündigungsschutz und Gesetz?

Liebe Grüße :-)

Antwort
von kim294, 36

Eine betriebsbedingte Kündigung ist durchaus möglich.

Aber aufgrund der langen Betriebszugehörigkeit sollte dein Onkel da einen gewissen Kündigungsschutz genießen.

Eine Firma kann nicht so einfach neue Mitarbeiter mit schlechteren Konditionen einstellen und dann einige Zeit später dafür langgediende Mitarbeiter rauswerfen.

Hier steht was dazu

https://de.wikipedia.org/wiki/Betriebsbedingte\_K%C3%BCndigung



Sind mehrere vergleichbare Arbeitnehmer betroffen, muss der Arbeitgeber
die Arbeitnehmer, denen er kündigen möchte, zudem nach bestimmten
sozialen Kriterien auswählen (Sozialauswahl). Er muss dabei die Dauer
der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalte
r, die Unterhaltspflichten und
die Schwerbehinderung des Arbeitnehmers ausreichend berücksichtigen.


Antwort
von kevin1905, 19

Betriebsbedingte Kündigungen sind unter gewissen Umständen möglich. Dafür gibt es aber hohe Hürden.

Dein Onkel ist sicherlich Mitglied einer Gewerkschaft bzw. hat eine Rechtsschutzversicherung inkl. Arbeits-RS. An die kann er sich wenden.

Antwort
von PeterSchu, 25

Das nennt man eine betriebsbedingte Kündigung. Dabei muss der Betrieb aber abwägen und die Mitarbeiter auswählen, denen eine Kündigung ausgesprochen wird, die am wenigsten hart davon betroffen sind. Da spielen die Betriebszugehörigkeit, Familienstand und andere sozlaiel Belange eine Rolle. In der Regel sollte eine lange Betriebszugehörigkeit für deinen Onkel sprechen, (also dass er keine Kündigung bekommt), aber es kommt immer auf den Vergleich mit Anderen an.

Wenn es einen Betriebsrat gibt, muss der daran beteiligt werden. Er kann auch für die Betroffenen Zugeständnisse wie eine Abfindung aushandeln. Man sollte auf jeden Fall beim Betriebsrat nachfragen, wenn Kündigungen vorgesehen sind.

Sollte es zu einer Kündigung kommen, kann man prüfen ob es sich lohnt, dagegen zu klagen, was man innerhalb von drei Wochen tun kann.

Antwort
von Xipolis, 12

Dein Onkel ist praktisch unkündbar, denn da käme eine ordentliche Abfindung plus die extrem lange Kündigungsfrist zu tragen. Bei uns bekam der letzte der gehen musste ein Monatsgehalt pro Jahr plus 5000 pro Kind und da kam ein richtiger Batzen zusammen.

Abgesehen müssen zuerst Leiharbeiter gehen, dann alle die noch in Probezeit sind und dann die befristeten Arbeitnehmer (deren Verträge werden nicht verlängert). 

Und eine Sozialauswahl muss gemacht werden. Leute mit Familie werden also nicht so ohne weiteres gekündigt, zumal Dein Onkel ja schon hoch erfahren ist.

Übrigens ist eine Rechtsschutzversicherung nicht verkehrt.

Antwort
von XHeadshotX, 38

Die älteren Dienstnehmer kosten den Arbeitgeber am meisten, deshalb sind sie und die Zeitarbeitskräfte meist die ersten die packen müssen, wenn es im Betrieb nicht mehr gut läuft.

Es muß auch Arbeit für die ganzen Leute da sein. Wenn da einige größere Aufträge weggefallen sind, dann schafft man das auch mit weniger Personalstärke. Das machen heute viele schon so. Kleine Stammbelegschaft, die bei starker Auftragslage mit Praktikanten und Zeitarbeitskräften aufgefüllt wird. Auftrag erledigt - Leute wieder raus, bis vielleicht zum nächsten mal.


Antwort
von Hohlkopf, 25

Betriebsbedingte Kündigung möglich. Da er aber schon einige Zeit in der Firma ist hat er sowieso eine längere Kündigungsfrist. Heißt wenn das Unternehmen schnell Personal los haben möchte ist dein Onkel eher letztere Wahl, außer sie möchten mit Abfindungen um sich schmeißen.
Eine Kündigung muss zudem noch sozial vertretbar sein. Heißt wenn er gekündigt wird (alt, schwer vermittelbar) und es gibt einen jüngeren der auf dem Arbeitsmarkt besser zurecht kommt, kann er klagen. Ich halte seinen Posten daher für relativ sicher.

Antwort
von Hugito, 30

Das geht. Das nennt sich betriebsbedingte Kündigung.

Wenn der Betrieb mehr als 10 Arbeitnehmer hat, dann gilt das Kündigungschutzgesetz. Danach muss der Arbeitgeber eine Sozialauswahl machen. D.h. er muss zuerst die kündigen, die sozial am wenigsten schutzwürdig sind (zuerst die, die jünger sind,  keine Familie zu versorgen haben, erst neu da sind, ... und erst am Schluss die langjährigen Mitarbeiter.)

Beachten muss man vor allem, dass nur eine kurze Klagefrist von 3 Wochen besteht. Wer sich also wehren will, muss sofort Klage erheben. Sonst ist sein Recht verloren.

https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCndigungsschutzgesetz


Antwort
von CraigBellmer, 39

Kündigung aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen.. geht leider

Kommentar von KathiPa ,

Kann man dagegen nicht gerichtlich angehen? Denn er arbeitet schon seit 30 Jahren dort..

Antwort
von UserDortmund, 9

Ja kann er

Antwort
von Fragemax1465, 35

Ja :/

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