Frage von vinwal11, 115

Kann ein Autohändler für Nachbesserung (Neue Räder) Geld verlangen, wenn das Fahrzeug ein Gebrauchtwagen ist?

Hallo Zusammen,

Habe vor zwei Wochen einen gebrauchten Golf mit ca. 30.000km gekauft. Bei der Probefahrt habe ich festgestellt, dass bei einer bestimmten Geschwindigkeit Vibrationen auftreten. Die Ursache der Vibrationen habe ich in einer Unwucht der Räder vermutet, und deswegen vor dem Kauf den Händler gebeten, diesen Mangel bis zur Abholung zu beseitigen.

Nach der Abholung musste ich feststellen, dass die Vibrationen, trotz angeblich nochmal gewuchteten Rädern, nicht weg waren. Das Auto ging wieder zum Händler. Es wurde der komplette Radsatz gegen einen neuen ausgetauscht.

Jetzt verlangt der Händler jedoch 200€ Zuschuss für die neuen Räder. Er argumentiert damit, dass die alten Räder gebraucht waren und ich jetzt komplett neue habe. Außerdem sei es nur ein Komfortmangel und kein von der Gebrauchtwagengarantie abgedeckter Mangel. Ich argumentiere damit, dass ich ihn schon vor dem Kauf auf den Mangel aufmerksam gemacht habe und somit ein Sachmangel vorliegt, der auch von der Gewährleistung abgedeckt sein sollte.

Darf der Händler nun tatsächlich einen Zuschuss von 200€ für den neuen Satz Räder verlangen?

Antwort
von schleudermaxe, 43

Also, jedes Fahrzeig, welches 6 Monate und länger steht, hat diesen "Standplatten" und jeder Käufer kennt diese Problem und verlangt natürlich vor der Bezahlung entsprechend neue Reifen, so jedenfalls hier in unseren Familien.

Wenn wir denn überhaupt so eine lange >Standzeit kaufen.

Antwort
von nobertoto, 22

Falls die "Vibrationen" als Mangel zu qualifizieren sind (wichtig wird hier sein, ob sie sicherheitsrelevant sind, in welchem Tempobereich sie auftreten, wie stark sie sind, wie sehr sie neben anderen Hochgeschwindigkeits-Einflüssen wie Motorgeräusch, FahrtwinAbrollgeräusch etc. stören...), muss der Verkäufer den Mangel auf seine Kosten beseitigen. Wenn er über die neuerliche Auswuchtung hinaus (diese kann man ohne weiteres am silbrigen Bleiglanz der Wuchtgewichte erkennen) neue Reifen aufzieht, hat er nicht eo ipso Anspruch auf Ersatz des Mehrwerts. Er wäre klug beraten gewesen, VORHER eine entsprechende Vereinbarung zu treffen. Dann müsste nicht gestritten werden, ob ein

Mangel vorlag, ob du durch die neue Bereifung "ohne rechtlichen Grund"
bereichert bist und die (aufgedrängte) Bereicherung erstatten musst, oder ob der Händler die neuen Reifen zurücknehmen und und den "Mangel" auf andere
Art beseitigen darf. Klar ist, dass die alten Reifen mit 3TKM Laufleistung nahe bei der Mindestprofiltiefe gewesen sein müssen. Du hast also mit den Neureifen eine deutliche Wertverbesserung erhalten. Abgesehen von allen rechtlichen Erwägungen wäre es fair (und im Hinblick auf das Kostenrisiko eines Gerichtsverfahrens klug), die Sache vergleichsweise aus der Welt zu schaffen, indem man sich z.B. die Kosten der Neubereifung (Reifen+Montage+Wuchten) teilt.

Juristen, die eigene Rechtskenntnisse dazu ausnutzen, sich auf Kosten weniger Rechtskundiger gesetzeskonform, aber nichtsdestoweniger unmoralisch zu bereichern, sind mir zuwider!

0

Kommentar von vinwal11 ,

Danke für die Antwort.

Zu der Frage, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann ich sagen, dass mir der Werkstattmeister, der mit mir eine Probefahrt gemacht hat, zugestanden hat, dass die Vibrationen so nicht vertretbar seien. Ich denke man kann also davon ausgehen, dass tatsächlich ein Mangel vorlag.

Die Ursprünglichen Reifen waren zudem nicht abgefahren. Ich meine sie hatten noch ca. 5-7mm. Zugegeben, trotzdem waren sie gebrauchte. Rechtlich gesehen hätte ich Anspruch auf gebrauchte Reifen in ähnlichem Zustand. Wuchten und montieren müsste er auch diese. Also sollte er eigentlich nur die Differenz zwischen dem Wert der gebrauchten Reifen und dem der neuen Reifen verlangen. Der Wert von gebrauchten Reifen ist schwer feststellbar, aber die neuen Winterreifen, die ich jetzt drauf habe, kosten im Internet etwa 270€. VW zahlt bestimmt noch weit weniger. Hier hätte der Händler noch Gewinn gemacht, wenn ich 200€ gezahlt hätte. 

Vielleicht könnte man auch vermuten, dass mir der Händler rechtlich gesehen einen neuen Antrag zum Kauf neuer Reifen gemacht hat. 

Ich habe diesen Abgelehnt, was moralisch gesehen vielleicht verwerflich ist, aber Autohändler nutzen auch jedes Mittel, das recht ist, um den Kunden zu bescheißen. Um bei diesem Fall zu bleiben, wäre es ein unterschiedlicher Reifenluftdruck, um einen schlechten Geradeauslauf zu korrigieren. 

Ich bin außerdem kein Jurist, sondern nur ein Schüler. Wir bekommen in der Schule in bisschen Recht unterrichtet.   Deswegen wende ich mich ja an dieses Forum, um die Meinung von Juristen zu hören. Der Fall betrifft eigentlich meinen Vater. Ich schreibe nur um es zu vereinfachen aus seiner Perspektive.

Danke trotzdem für die Antwort(en). Ich finde das wirklich interessant. 

Kommentar von Droitteur ,

Wenn es dir ausdrücklich um Meinungen von Juristen geht, solltest du es eher in einem juristischen Forum versuchen; zB juraforum.de.

Im Übrigen kann ich deiner Rechnung, dass wenn schon, denn schon nur die Differenz zwischen Wert gebrauchter und neuer Reifen zu verlangen ist, zustimmen. Abgesehen natürlich davon, dass man einen Ersatzanspruch mit entsprechender Begründung gern auch ganz ablehnen kann, wie AalFred2 es tut.

Wäre sehr nett von dir, wenn du uns hier über deine weiteren Schritte und vor allem das Ergebnis auf dem Laufenden hältst.

Antwort
von tanzegern, 78

Meines Erachtens nicht.

Wie du richtig schreibst, muss er Mängel abstellen. Indem er zusicherte, die Unwucht zu beseitigen (wenn das überhaupt nötig war) hat er eine Eigenschaft zugesichert, die er nun auch gewährleisten muss.

Sag ihm doch einfach, er kann gerne die alten Reifen wieder aufziehen, wenn dann die Unwucht nicht mehr auftritt.

Kommentar von nobertoto ,

Von einer rechtlich relevanten Zusicherung NACH Vertragsabschluss habe ich in 40 Jahren juristischer Tätigkeit noch nie gehört. Abgesehen davon kann die Ankündigung eines Tuns (die Unwucht zu beseitigen) bereits sprachlich keine zugesicherte Eigenschaft (Vibrationsfreiheit) sein.

Die gesetzliche Gewährleistung kann beim Kauf eines gebrauchten Artikels vom gewerblichen Händler auf ein Jahr verkürzt, aber nicht ausgeschlossen werden; der Händler haftet also im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung.auf vertragsgemäßen Zustand und bei Vertragsschluss zugesicherte Eigenschaften.

Falls die "Vibrationen" als Mangel zu qualifizieren sind (wichtig wird hier sein, ob sie sicherheitsrelevant sind, in welchem Tempobereich sie auftreten, wie stark sie sind, wie sehr sie neben anderen Hochgeschwindigkeits-Einflüssen wie Motorgeräusch, Fahrtwind, Abrollgeräusch etc. stören...), muss der Verkäufer den Mangel auf seine Kosten beseitigen. Wenn er über die neuerliche Auswuchtung hinaus (diese kann man ohne weiteres am silbrigen Bleiglanz der Wuchtgewichte erkennen) neue Reifen aufzieht, hat er nicht eo ipso Anspruch auf Ersatz des Mehrwerts. Er wäre klug beraten gewesen, VORHER eine entsprechende Vereinbarung zu treffen. Dann müsste nicht gestritten werden, ob ein Mangel vorlag, ob du durch die neue Bereifung "ohne rechtlichen Grund" bereichert bist und die Bereicherung erstatten musst, oder ob der Händler die neuen Reifen zurücknehmen und und den "Mangel" auf andere Art beseitigen darf. Klar ist, dass die alten Reifen mit 3TKM Laufleistung nahe bei der Mindestprofiltiefe gewesen sein müssen. Du hast also mit den Neureifen eine deutliche Wertverbesserung erhalten. Es wäre fair (und im Hinblick auf das Kostenrisiko eines Gerichtsprozesses klug), die Sache vergleichsweise aus der Welt zu schaffen, indem man sich z.B. die Kosten der Neubereifung (Reifen+Montage+Wuchten) teilt. 

Kommentar von tanzegern ,

Die Vibrationen wurden bei der Probefahrt festgestellt. Probefahrten macht man vor Vertragsabschluss. Diese Vibrationen sollten abgestellt werden.

Die zugesicherte Eigenschaft ist somit ein Fahrverhalten ohne Vibrationen.

Ob die Vibrationen sicherheitsrelevant sind, ist irrelevant. Deshalb habe ich ja gerade auf die zugesicherte Eigenschaft abgestellt.

Nebenbei bemerkt sehe ich auch keinerlei Problem darin, so etwas nach Vertragsabschluss zu vereinbaren. Es war hier allerdings nicht der Fall.

Antwort
von Peter501, 64

Ich bin der Ansicht,dass die Geldforderung nicht gerechtfertigt ist.

Du hast einen Mangel beanstandet und er ist zur Nachbesserung verpflichtet.Wenn er das Flattern der Räder(Unwucht) nicht mit erneutem Auswuchten beseitigen kann muss er sich etwas anderes einfallen lassen.Wie er das macht ist seine Angelegenheit.

Da in der Regel nicht gleichzeitig alle Räder Unwucht erzeugen hätte ja vielleicht auch der Austausch zweier Räder ausgereicht.Eine andere Möglichkeit wäre ein Preisnachlass gewesen und du hättest dir neue Decken nach deiner Wahl gekauft.So hat er eigenmächtig ohne Absprache gehandelt und trägt auch so das Risiko.

Antwort
von toylex, 26

Recht hin - Recht her. Der Kunde hat einen Vorteil durch die neuen Reifen. Diesen Vorteil mit nur 200,- Euro auszugleichen finde ich schon kulant vom Händler.

Aber so sind die Kunden-Geizhälse nun mal.

Antwort
von jbinfo, 48

Der Händler macht die 4 NEUE Reifen drauf für nur 200,- Euro und da beschwerst du dich noch ?

Er hätte dir im Rahmen der Sachmangelhaftung nur andere Gebrauchte drauf machen müssen.

Kommentar von AalFred2 ,

Ja, und wenn er von sich aus neue drauf macht, ist das seine Entscheidung. Geld kann er dafür nicht verlangen.

Kommentar von jbinfo ,

Das sagt mir als Kunde schon der gesunde Menschenverstand. Ich hatte alte Schlappen drauf und bekomme jetzt neue für wenig Geld. Somit habe ich einen Vorteil.

Die gesetzliche Sachmangelhaftung ist keine kostenlose Reparaturversicherung, wie viele es immer glauben wollen.

Viele kennen noch nicht mal den Unterschied zwischen Garantie und Sachmangelhaftung, wie man immer wieder hier bei GF lesen kann.

Kommentar von AalFred2 ,

Blöd nur, dass sich dein gesunder Menschenverstand nicht mit der Rechtslage deckt. Da der Vorteil ohne Vereinbarung und freiwillig vom Händler gewährt wurde, ist das sein Problem. Er hätte ja gebrauchte nehmen können.

Kommentar von jbinfo ,

Blöd nur, dass das wirkliche Tagesgeschäft im Autohaus ganz anders aussieht. Die wenigsten Kunden drohen mit Rechtsstreit und sehen ihre Vorteile auch mal positiv.

Kommentar von AalFred2 ,

Und ich hatte gedacht es wäre nach der Rechtslage gefragt. Mit dem Rechtsstreit drohen müsste übrigens der Händler, denn der will ja Geld haben. Ihr würdet also für 200€ einen Kunden vergraulen und zudem den Rechtsstreit noch verlieren?

Antwort
von Lumpazi77, 69

Du hast durch die neuen Reifen tatsächlich einen geldwerten Vorteil und solltest das bezahlen !

Kommentar von Droitteur ,

Denke ich auch. Allenfalls könnte man darüber diskutieren, ob der Verkäufer nicht besser andere gebrauchte Räder hätte nehmen oder zumindest die Sache vorher hatte klären sollen. Für den Mehrwert Ausgleich zu leisten an sich ist aber völlig in Ordnung. 

Kommentar von AalFred2 ,

Aufrgund welchen Gesetzes darf der Händler diesen Ausgleich fordern, wenn er doch auch gebrauchte Reifen hätte nehmen können? Wenn mir mein gebrauchtes Handy im Rahmen der Sachmangelhaftung gegen ein neues getauscht wird, gibt es auch keinen Ausgleich.

Kommentar von Droitteur ,

Dass man darüber diskutieren kann, ob er gebrauchte Reifen hätte nehmen können, sagte ich doch bereits selbst. Kommt man aber dazu, dass dies so die einzig vernünftige Form der Nacherfüllung war, steht dem Nacherfüllenden auch ein Ausgleich zu; die einschlägigen Gesetze dazu brauche ich dir wohl kaum zu nennen^^

Kommentar von AalFred2 ,

Doch, bitte, die Gesetze hätte ich gerne.

Kommentar von Droitteur ,

Nun stell dich nicht so an, du studierst selber Jura, wenn ich mich nicht irre, oder bist sogar schon fertig. Wenn du da an einem bestimmten Punkt meinst, anderer Meinung zu sein als ich, ist das in Ordnung, aber tu nicht so, als wäre mein Punkt völlig undenkbar. 

Und wenn du meinst, ich würde mit meinem Punkt einem Fehler erliegen, darfst du mich gern direkt darauf hinweisen, statt mich so fadenscheinig zu leiten^^

Kommentar von AalFred2 ,

Weder noch. Aber ich habe ja auch schon in meinem ersten Kommentar deutlich gemacht, dass ich nirgendwo eine Verpflichtung zum Aufwandsersatz erkennen kann. Damit liegst du eben aus meiner Sicht falsch.

Kommentar von Droitteur ,

Ich habe das nun spontan überflogen. Einigkeit herrscht nicht darüber, dass Ersatz für zwangsläufige Wertsteigerungen zu leisten/nicht zu leisten wäre. Bejaht wird aber immerhin schon eher der Ersatz für Kosten, die der Käufer spart, weil er sie sonst ohnehin für zB die Erneuerung von Verschleißteilen hätte aufwenden müssen.

In der Sache muss man natürlich immer noch schauen, wie der konkrete Fall liegt, aber den Anspruch kategorisch auszuschließen, scheint mir zu weit zu gehen.

Kommentar von AalFred2 ,

Wenn ich dem EuGH folge, dann ist der Fall eindeutig und das schon seit Ewigkeiten.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/recht-steuern/eugh-urteil-zum-verbrauchers...

Kommentar von Droitteur ,

Die Entscheidung  betrifft einen minimal anderen Fall: es geht da um den Ersatz des Vorteils, den der Käufer von der *bisherigen* Sache hatte. Hier aber schreiben wir über den Vorteil, den der Käufer aufgrund der *neuen* Sache hat. 

Kommentar von AalFred2 ,

Das ist zwar richtig, aber mir erschliesst sich immer noch nicht, woher du einen Anspruch des Verkäufers konstruierst, der ohne jede Vereinbarung freiwillig etwas höherwertiges im Tausch verbaut hat.

Kommentar von Lumpazi77 ,

Das ist ein geldwerter Vorteil, den man als fairer Geschäftspartner bezahlen sollte. Wer mit evtl. erfolgreichen, juristischen Mitteln versucht, sich diesen Vorteil einzuheimsen, dem wünsche ich einen gepflegten Motorschaden außerhalb der Garantie !

Kommentar von AalFred2 ,

Es ist vor allen Dingen etwas, was man nicht bestellt hat. Warum sollte man etwas, was man nicht bestellt hat, bezahlen? Als fairer Geschäftspartner hätte der Händler so etwas vorher besprochen und nicht einfach hinterher unberechtigte Forderungen aufgestellt. Man beötigt übrigens keine juristischen Mittel, sondern muss es einfach nicht bezahlen.

Mir ist immer noch nicht klar, warum ihr dem Händler das Recht zugesteht, einfach nach Gutdünken zu verfahren und die Kosten hierfür nachher ungefragt dem Kunden aufzubürden.

Kommentar von Droitteur ,

Je nach genauem Fall hätte es dem Käufer frei gestanden, vom Vertrag zurückzutreten, den Kaufpreis zu mindern und selbst gebrauchte Reifen zu besorgen oder den Vertrag anzufechten oder oder.

So aber hat er sehr wohl etwas bestellt, nämlich die Nacherfüllung - und man kann eben darüber streiten, ob der Händler es riskieren soll, mit gebrauchten Reifen zu erfüllen, die vielleicht selbst wieder mangelhaft sind oder jedenfalls sehr unbestimmt im Wert sind.

Kommt man zu dem Ergebnis, dass keine andere Nacherfüllung möglich oder zumutbar oder wirtschaftlich sinnvoll war, kann man zu dem Ergebnis kommen, dass die Forderung berechtigt ist; zumal wie gesagt, wenn es sich um Kosten handelt, die dem Käufer nach dem regelmäßigen Lauf der Dinge ohnehin irgendwann selbst angefallen wären. Das denke ich mir auch nicht nur aus, sondern habe ich wie erwähnt beim Überfliegen in Kommentaren so gefunden.

Kommentar von AalFred2 ,

Der Käufer hat sich, wie du ja richtig festgestellt hast, für Nacherfüllung durch Nachbesserung entschieden. Somit hat der Händler zwei Möglichkeiten. Er bessert nach oder er lehnt mit Verweis auf unzumutbare Kosten ab. Der letzte Fall dürfte bei der Verfügbarkeit zuverlässiger Gebrauchtreifen eher theoretischer Natur sein. Nach eigenem Gutdünken ohne Absprache anders zu verfahren muss er sich nun einmal ganz alleine zurechnen lassen. Aber du hast ja sicher mal den Kommentar parat, der das anders sieht.

Kommentar von Droitteur ,

Na sicher sicher, nur nicht in diesem Moment, ich schreibe dir nachher noch mal. Es sei denn, du hast ohnehin tatsächlich selbst Zugriff, dann schau doch einfach selber nach^^ Unter § 439 in einem der gängigen Kommentare zum BGB.

Ich habe nach wie vor nichts dagegen, den konkreten Fall hier aufgrund gewisser Tatsachen anders zu entscheiden, aber prinzipiell besteht die Möglichkeit, an den Kosten zu beteiligen, statt sich auf darauf verweisen zu lassen, aufgrund Unzumutbarkeit ganz abzulehnen.

Kommentar von AalFred2 ,

Nein, ich warte auf den Kommentar, der besagt, dass man ohne jegliche vorherige Absprache solche Kosten geltend machen kann.

Kommentar von Droitteur ,

Deine Art erscheint mir reichlich anmaßend. Schreib du mir doch, wo das Gegenteil steht, anstatt auf mich einzugehen, indem du Standardregeln herunterbetest, als würde ich sie nicht kennen.

Kommentar von AalFred2 ,

Jetzt wirst du aber komisch. Du behauptest doch, der Händler hätte einen Anspruch. Diesen musst du ja irgendwoher ableiten. Die Nichtexistenz einer solchen Vorschrift lässt sich, wie du sehr wohl weisst, nicht belegen. Auch mein BGB-Kommentar gibt einen solchen nicht her.

Kommentar von Droitteur ,

Du wiederum dürftest sehr wohl wissen, dass sich in Spezialfällen immer ein Anspruch konstruieren lässt, wenn man nur minimale Fantasie aufbringt und einen Streit nicht von vornherein ablehnt.

Wie soll ich schon werden, wenn du mit dem Beten von Standardregeln meinst, mich in die Bringschuld rücken zu müssen. Ich schreibe dir trotzdem, weil ich mir schon manchmal eingebildet habe, dass zwischen uns nur ein Missverständnis vorliegt.

MüKoBGB/Westermann BGB § 439 Rn. 18 differenziert nicht so weit (siehe oben die Unterscheidung zwischen reinen Wertverbesserungen und Kosten, die dem Käufer ohnehin anstehen), lehnt selbst den Ersatz ab, weist aber Ansichten "mit beachtlichen Gründen" nach, die sogar reine Wertverbesserungen für ersatzfähig halten.

BeckOK BGB/Faust BGB § 439 Rn. 24 nimmt die erwähnte Differenzierung vor und nennt dazu Nachweise und auch wieder eine Gegenansicht.

Kommentar von AalFred2 ,

Du wiederum dürftest sehr wohl wissen, dass sich in Spezialfällen immer ein Anspruch konstruieren lässt, wenn man nur minimale Fantasie aufbringt und einen Streit nicht von vornherein ablehnt.

Tatsächlich haben meine Rechtsdozenten immer behauptet, man dürfe nur von dem ausgehen, was man weiss und eben nicht konstruieren.

An den Online-Kommentar komme ich nicht. Worauf du deine Ansicht im Münchener Kommentar stützt erschliesst sich mir nicht.

Kommentar von Droitteur ,

Im MüKo sind entsprechende Ansichten nachgewiesen; das habe ich eben nur genannt, falls du keinen OK hast. 

Den OK schicke ich dir gerne zu. Und #"keine Konstruktionen/nur was man wisse", das bezieht sich wohl auf *Tatsachenfragen* - man verdrehe nicht den gegebenen Sachverhalt. Die reine Wissenschaft jedoch davon, *Rechtsfragen* (iSv abstrakt, statt konkret) zu klären, lässt sich ohne Konstruktionen vielleicht nicht mal ernsthaft betreiben.

Kommentar von AalFred2 ,

Ich finde im Müchener Kommentar die Ansicht nicht, dass man für etwas nicht bestelltes, nicht abgesprochenes eine Erstattung zu leisten habe. Auf welchen Wortlaut genau beziehst du dich da?

Hier werden doch konkrete Sachverhalte diskutiert und keine Wissenschaft betrieben. Da kann und darf man nicht konstruieren.

Kommentar von Droitteur ,

Ich rede vom Wortlaut, den ich auch oben schon in Anführungszeichen zitierte: "mit beachtlichen Gründen".

Auf deine wieder einmal untergeschobene Implikation, mir würde es genau um "eine Erstattung" für "ewas nicht bestelltes, nicht abgesprochenes" gehen, gehe ich nicht tiefer ein. Worauf ich hinaus möchte, kannst du vom jeweils vorhergehenden Beitrag ablesen; deine Deuteleien kannst du dir sparen.

Und sehr wohl betreiben wir hier eine Wissenschaft, wenn wir fragen, was rein im Recht das richtige ist; zumal ich ausdrücklich erklärte, dass der konkrete Fall genauer zu betrachten sein mag und dass ich insbesondere kaum mehr ankreide, als dass du eine andere Ansicht nicht einmal für denkbar hältst und so tust, als wäre der Fall simpel wie jede andere Standardkonstellation.

Auch ist deine deutelnde Nachfrage, wonach "man für etwas nicht bestelltes, nicht abgesprochenes eine Erstattung zu leisten habe", ja wohl bestes Beispiel dafür, dass wir gerade nicht permanent an einem konkreten Sachverhalt kleben, sondern eine abstrakte Rechtsfrage erörtern. Und nicht zuletzt sind Fälle aus der Rechtspraxis dazu noch rar; siehe aber LG Freiburg, Urt. vom 25.10.2005, 3 S 129/05 (findet man im MüKo an erwähnter Stelle, Fn. 115).

Kommentar von AalFred2 ,

Okay, einigen wir uns darauf, dass in diesem Falle nichts dafür spricht, dass eine Erstattungspflicht besteht, es theoretisch aber unter kaum denkbaren Randbedingungen nicht vollkommen ausgeschlossen werden kann. 

Kommentar von Droitteur ,

Äh..m... also gut, meinetwegen :D

Kommentar von Droitteur ,

"Die Nichtexistenz einer solchen Vorschrift lässt sich, wie du sehr wohl weisst, nicht belegen."

Ablehnende Ansichten in Kommentaren allerdings; über Kommentare sprachen wir zuletzt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community