Kann ein Aspie einige seiner Symptome "abtrainieren"?

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4 Antworten

Ja, das ist durchaus möglich, besonders, wenn derjenige kein so stark ausgeprägtes Aspergersyndrom hat oder sich sehr bemüht. Sicherlich müsste er sich immer wieder daran erinnern, nicht in seine Muster zurück zu fallen. Um eine Diagnose zu erhalten, könnte er von seinen Gefühlen ausgehen, z.B. mag er ja immer noch nicht auf Partys gehen, auch wenn er sich dazu zwingt (warum überhaupt? Es gibt doch Alternativen!).

Für Asperger gibt es Sozialtraining, in dem vermutlich genau das von Dir genannte geübt wird. Bei den Partys bin ich zwiegespalten. Warum muss man sich zwingen, auf Partys zu gehen, wenn man auch im Verein, im Kurs, in irgendeiner Interessesgruppe mit Menschen zusammen kommen könnte und dabei sogar Spaß haben könnte, weil es um ein Thema geht, das einen wirklich interessiert?

Man muss auch bedenken, dass viele Menschen nur "Aspergerzüge" haben, also nur einzelne Aspekte auf sie zutreffen. Die bekommen dann auch keine "vollwertige Diagnose", wissen aber, warum ihnen evtl. das eine oder andere schwerfällt. Zuletzt sei noch gesagt, dass diese Verhaltensweisen auch andere Ursachen haben können. Wenn man z.B. lange von jemandem (Elternteil, Geschwister, Mitschüler etc.) immer wieder bedrohlich angestarrt wurde, und wusste, dass danach etwas Schlimmes passiert (man wird verprügelt, geärgert etc.), hat man evtl. auch Probleme, Leuten in die Augen zu sehen.

Außerdem gibt es Überschneidungen mit anderen "Auffälligkeiten" wie bspw. Hochsensibilität. Aspgerger mögen keine laute Umgebung, die lenkt sie auch ab, sie bekommen mehr mit als andere (z.B. bei einem Vortrag auch Geräusche von draußen, während andere sich nur auf den Vortrag konzentrieren können) - das geht hochsensiblen Menschen ebenso.

Es muss also nicht alles auf Aspgerger zurückgeführt werden (könnte aber).

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Möglich ist es. Zumindest ich finde das das gut klappt auch wenn die anderen das manchmal nicht findet 😅also auf mich bezogen jetzt. Aber es ist unglaublich anstrengend, man muss in jeder Situation aufpassen, auch wenn man nicht beobachtet wird, da ja jeder Zeit jemand kommen konnte. Aber es ist möglich mit viel Mühe, Zeit und Anstrengung. Gerade am Anfang sollte man sich nicht entmutigen lassen wenn es nicht klappt. Wenn man sich später ändert vergessen es die Menschen sowieso. Was ich persönlich am schwersten nachzustellen ist ist Mimik da kann es helfen vorm Spiegel zu üben :). Klingt Vllt blöd aber wenn man selber überzeugt ist dann sind es die anderen auch viel eher. Meistens hat man ja eine Mimik im Kopf die man nachstellen will und man kann schauen woran es hapert. Nicht sagen von Sachen ist noch ziemlich einfach, man muss nur immer aufpassen was man sagt, weil es für manche "zu ehrlich" sein könnte. Solche Sachen oder auch verhalten in der Gruppe kommt mit der Zeit und Erfahrung. Schließlich ist auch jede Gruppe unterschiedlich. Das trennen von zB Arbeit oder Schule und zu Hause sollte man auch nicht unterschätzen. ZB in der Schule eher weniger sagen damit man akzeptiert wird und zu Hause wieder anders sein. Ist anstrengend aber mit der Zeit kommt auch das meiner Meinung nach.
Wenn man das und mehr auf sich nehmen möchte um eben "gleich" zu sein bzw. zu wirken dann finde ich ist es möglich.
Im übrigen sollte man egal wie wenig es einen interessiert immer Interesse am gegenüber zeigen. Werden fragen zum Gemüt gefragt auch zurück, ansonsten kommt diese Frage irgendwann nicht mehr 😅
Aber wie gesagt das kommt mit der Zeit.
Nimmt man es auf sich und übt täglich durchgehend schafft man es wie auch eigentlich alles andere
Viel Glück weiterhin und alles Gute :)

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Kommentar von Lalala1718
04.12.2015, 21:20

Sry das es so lang ist:)

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Kommentar von Lalala1718
04.12.2015, 21:31

Ansichtssache aber danke :) ich helfe gern

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Kommentar von Lalala1718
04.12.2015, 23:12

Mach dir am besten nicht so viele Gedanken um deine Therapeutin. Viele von denen sind einfach "sche***e". Ich war mit meiner auch überhaupt nicht zufrieden. Wenn du denkst du kommst mit ihr nicht klar dann schau doch mal ob du die Therapeutin nicht wechseln kannst.
Nur lass es dir gesagt sein. Wenn deine Mitmenschen davon erfahren das du zB ein Autist bist, dann werden sie sich dir gegenüber völlig anders verhalten. Wenn du Glück hast behandeln Sie dich besser und gehen auf dich ein. Wenn du Pech hast aber dann behandeln Sie dich schlechter! Im Nachhinein bereue ich dem testen zugestimmt zu haben. Seit dem hat es meine Situation verschlimmert.
Ich möchte dich jetzt hier nicht schocken wenn du es erfahren möchtest ist es dein gutes Recht! Nur bedenke bitte auch erstmal die eigenen Risiken und folgen, und warte Vllt , wenn es nicht so lang ist , bis zum 18en geb, sofern du noch nicht erwachsen bist, denn dann erfährt dein Umfeld es wenigstens nur dann wenn du möchtest !
Viel Glück weiterhin und alles gute :)

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Hallo

Eine Diagnose kann immer gestellt werden, 20% der Menschen mit Asperger gehen eh undiagnostiziert durchs Leben. Weiter 10% werden falsch diagnostiziert, z.B ADHS das ist immer einfach und schnell dahergesgt.

Es macht sich doch kein Arzt die Mühe. Schau doch in die Praxen was los ist in unserem Land.

Ein Mensch mit Autismus, in diesem Fall Asperger, ist nicht krank. Dieser Mensch lernt andere Menschen zu verstehen, so wie in der Schule. Es ist alles antrainiertes Wissen, dass ändert nichts an der Diagnose, die auch nur eine Feststellung ist. Menschen mit Asperger haben oft emotionale Probleme, Probleme mit Redewendungen, Probleme mit unnützer Konversation.

Es ist ein breites Spektrum, Der Mensch als solcher sollte respektiert werden, man sollte ihn nicht zwingen sich anzupassen. Das macht man ja mit Transvestiten auch nicht, nur weil sie anders denken und empfinden.

Gruß


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Kommentar von Jules394
04.12.2015, 18:45

Aber wenn man diagnostiziert wurde, hat man ein Recht auf Therapie, was sehr hilfreich sein kann.

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Ich als Asperger-Autist kann dies verifizieren. Mittlerweile habe ich mehr Freunde, als ich jemals für möglich gehalten hätte und falle, laut Aussagen meiner Freunde und Mitschüler, überhaupt nicht auf, was andere Autisten nicht von sich behaupten können.

Ich schaue anderen Leuten in die Augen beim Reden und bin ein offener und ehrlicher Mensch, ohne mich in irgendeiner Form verstellen zu müssen.

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