Frage von mwntr221179, 45

Kann ein Anwalt ohne Einwilligung die Berufung zurückziehen?

Hallo.

Ich habe eine Klage nach Kündigung vor dem Arbeitsgericht gemacht, wobei ich durch einen Anwalt vertreten wurde und auch PKH bewilligt wurde.

Nach verlorenem Prozess vor dem Arbeitsgericht, wollte ich Berufung vor dem LAG einlegen. Für die Berufung wollte mein RA 600,- Euro Vorschuss, damit er Berufung einlegt und einen neuen PKH Antrag stellt. Da ich diese nicht zahlen konnte, hat mein Anwalt erst einmal Berufung eingelgt (damit die Frist gewahrt wird) und ich habe selbst einen PKH Antrag beim LAG gestellt.

Vom LAG wurde die PKH abgelehnt, da diese durch einen Anwalt beantragt werden muß. Mein Anwalt hat daraufhin ohne meine Einwilligung die Berufung zurückgezogen, und ich habe jetzt eine Rechnung von der Gerichtskasse vorliegen, das ich die Gerichtskosten tragen muß.

Kann ich diese Gerichtskosten abwenden? Kann mein Anwalt ohne meine Einwilligung die Berufung zuückziehen? Warum kann ich nicht selbst PKH beantragen wenn mein Anwalt eine sehr hohe Vorauszahlung möchte?

Über eine Information wäre ich sehr dankbar.

Antwort
von KaterKarlo2016, 32

Guten Tag,

im Arbeitsgerichtsverfahren zweiter Instanz herrscht Anwaltszwang.

Dass gilt aber nicht, wenn nur ein Antrag auf PKH gestellt wird, für den gibt es grundsätzlich keinen Anwaltszwang .

Sie hätten den Antrag an sich allein stellen dürfen, aber sonst keinerlei Erklärungen in dem Verfahren abgeben.

Der Anwalt hat aber hier seine Pflicht verletzt, indem er den Antrag nicht für Sie gestellt hat.

Zudem darf er nicht ohne Ihre Einwilligung die Berufung zurück nehmen.

Üner den Anwalt würde ich mich bei der Anwaltskammer beschweren

Die Gerichtskosten müssen Sie einstweilen bezahlen. Es tut mir leid, dass ich ihnen bisweilen keine andere Antwort geben konnte.

Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen.

KaterKarlo2016

Kommentar von mwntr221179 ,

Danke für die Antwort.

Ich verstehe in der Hinsicht auch nicht warum das Gericht den PKH Antrag abgelehnt hat, mit der Begründung das die PKH in zweiter Instanz nur von einem Anwalt gestellt werden kann.

Kann man in dieser Hinsicht auch irgendwo Beschwerde gegen das Gericht einlegen?

Kommentar von KaterKarlo2016 ,

Sie können Dienstaufsichtsbeschwerden gegen den Richter einreichen und diese an das zuständige Justizministerium übersenden, oder an den Präsidenten des zuständigen Gerichtes.

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