Frage von LUKKI2016, 101

Kann ein 16jähriger über die Erteilung des Sorgerechts für seine Person selbstbestimmen oder mitbestimmen?

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Antwort
von KlaasM, 79

Rechtlich, denke ich nicht, aber du kannst natürlich mit guten Argumenten deine Eltern dazu überreden zu dem zu gehen, wo du willst. Sie sollten das verstehen

Antwort
von willinurlaub, 35

ich erkläre dir einmal was normalerweise passiert.

° einer deiner eltern stellt den antrag auf übertragung des alleinigen sorgerechts bzw. der anwalt. darin muss der grund angegeben sein. zudem gibt es auch teile die man vom sorgerecht beantragen kann (gesundheitsfürsorge, finanzen oder aufenthaltbestimmungsrecht usw.). also nicht das gesamte Sorgerecht.

gehen wir mal davon aus deine mutter will das alleinige sorgerecht. sie kann es mit der freiwilligen einwilligung deines vaters beantragen. oder sie nennt gründe die schwerwiegend sind z.b.

°vernachlässigung

°seelische und körperliche gewalt

°entfremdung

°gefahr am leib und leben

usw.

dann wird das gericht dich und das jugendamt hören. Du kannst sagen zu wem du willst und meist berücksichtigen das gerichte auch.

bei der verhandlung wird entschieden, ob das sogerecht überhaupt auf einen überschrieben wird und wenn ja auf wem.

Antwort
von Menuett, 44

Über die Erteilung des Sorgerechts kann der Jugendliche nicht mitbestimmen.

Da müßte er schon gute Gründe wie Mißhandlung oder Mißbrauch angeben.

Beim Aufenthaltsbestimmungsrecht wird dem Wunsch des Jugendlichen entsprochen, wenn nicht zwingende Argumente dagegen sprechen.

Kommentar von passaufdichauf ,

Habe das gleiche geantwortet und dafür 2 Minuspunkte "kassiert" ;-). Offensichtlich ist die Mehrheit der Pseudoexperten hier auf GF der Meinung, ein Teenie könnte bestimmen, wer das Sorgerecht über ihn erhält, und wem es entzogen wird... 

Kommentar von parloitalano ,

ich arbeite beim jugendamt und werde doch wissen was ich schreibe. setzt jetzt unter jeden beitrag dein gejammer? besserwisser können es nicht lassen ihre vermutung zuteilen. pseudoexperte bist wohl eher du. auf dein mitbestimmen gehe ich gar nicht mehr ein, hat dir ja schon jeder erklärt. wie ein kleines kind wird jeder belästigt von dir "ich will aber recht haben...egal was die anderen sagen."

Kommentar von Menuett ,

§ 1671
Übertragung der Alleinsorge bei Getrenntleben der Eltern

(1) Leben Eltern nicht nur vorübergehend getrennt und steht ihnen
die elterliche Sorge gemeinsam zu, so kann jeder Elternteil beantragen,
dass ihm das Familiengericht die elterliche Sorge oder einen Teil der
elterlichen Sorge allein überträgt. Dem Antrag ist stattzugeben, soweit

1. der andere Elternteil zustimmt, es sei denn, das Kind hat das 14. Lebensjahr vollendet und widerspricht der Übertragung, oder

2. zu erwarten ist, dass

die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung auf den

Antragsteller dem Wohl des Kindes am besten entspricht.

(2) Leben Eltern nicht nur vorübergehend getrennt und steht die elterliche Sorge nach § 1626a
Absatz 3 der Mutter zu, so kann der Vater beantragen, dass ihm das
Familiengericht die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen
Sorge allein überträgt. Dem Antrag ist stattzugeben, soweit

1. die Mutter

zustimmt, es sei denn, die Übertragung widerspricht dem Wohl des Kindes

oder das Kind hat das 14. Lebensjahr vollendet und widerspricht der

Übertragung, oder

2. eine gemeinsame Sorge

nicht in Betracht kommt und zu erwarten ist, dass die Übertragung auf

den Vater dem Wohl des Kindes am besten entspricht.

(3) Ruht die elterliche Sorge der Mutter nach § 1751 Absatz 1 Satz 1, so gilt der Antrag des Vaters auf Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge nach § 1626a
Absatz 2 als Antrag nach Absatz 2. Dem Antrag ist stattzugeben, soweit
die Übertragung der elterlichen Sorge auf den Vater dem Wohl des Kindes
nicht widerspricht.

(4) Den Anträgen nach den Absätzen 1 und 2 ist nicht stattzugeben,
soweit die elterliche Sorge auf Grund anderer Vorschriften abweichend
geregelt werden muss.

Antwort
von haufenzeugs, 57

nein ein 16-jähriger hat da kein mitspracherecht. es könnte gefragt werden, wo kind leben will und wenn das schlüssig klingt, dann kann das berücksichtigt werden, wenn es dem kindeswohl entspricht. aber die sorgerechtssache ist eine sache, die wenn nötig ein gericht klärt. dazu wird kind nicht weiter gehört. entscheidungen kann kind mit 18 treffen.

Antwort
von Sophievw, 64

Er kann auf jedenfall mit bestimmen er würde mit einbezogen werden und gefragt werden zu wem er will!

Kommentar von passaufdichauf ,

Nein!

Er kann nicht bestimmen, ob einem Elternteil das Sorgerecht entzogen wird.

Kommentar von parloitalano ,

doch! kann er, denn er wird gefragt und somit hat er ein mitbestimmungsrecht. das urteil spricht der richter. auch wir vom jugendamt werden gefragt und wir beurteilen ebenso die lage.

Kommentar von Menuett ,

Ob es entzogen wird, da kann er nicht mitbestimmen.

Aber ob es erteilt wird, da kann er sehr wohl mitbestimmen.

Antwort
von italomaus, 64

Du wirst vom Richter nach deiner Meinung gefragt. Wenn du ihm erklärst, warum du das so oder so willst wird er das berücksichtigen.

Aber du allein kannst das nicht entscheiden. Mitbestimmen ja :-)

LG

Kommentar von passaufdichauf ,

Nein!

Er kann nicht bestimmen, ob einem Elternteil das Sorgerecht entzogen wird.

Kommentar von italomaus ,

Ich habe mit keinen Wort geschrieben, dass er es bestimmen kann! Sondern, dass seine Meinung gefragt ist (was ihn bewegt usw.).

Vor Gericht (habe es schon erlebt) werden die Eltern, das Jugendamt und der Jugendliche nach seiner Meinung gefragt und aus diesen Punkten zieht der Richter seine Entscheidung "zum Wohl des Kindes". So läuft das genau ab.

Kommentar von passaufdichauf ,

Die Frage lautet:

Kann ein 16jähriger über die Erteilung des Sorgerechts für seine Person selbstbestimmen oder mitbestimmen?

und das kann er nicht!

Kommentar von italomaus ,

Warum schreibst du das unter meine Antwort? Ich habe die Frage verstanden und auch nicht mit ja geantwortet. Wo ist dein Problem? Darf hier keiner seine Erfahrungen schreiben außer du?

Kommentar von entdeckerin ,

will jemand sich wichtig machen mit seinen NEIN!

solche leute kenne ich.....im leben nichts erreicht und jeden belehren wollen.

Antwort
von passaufdichauf, 54

NEIN!

Der 16-jährige wird zu seinem Wunsch befragt, bei welchem Elternteil er leben möchte, und wenn die Entscheidung dem Wohl des Jugendlichen nicht entgegen steht, wird der Wunsch berücksichtigt.

Das alles hat NICHTS mit dem Sorgerecht zu tun. Das Sorgerecht kann einem Elternteil nicht entzogen werden, nur weil der 16-jährige das möchte.

Zum Entzug des Sorgerechtes muss zuvor das Kindeswohl massiv gefährdet worden sein (Misshandlung, Verwahrlosung, Missbrauch...)

Kommentar von willinurlaub ,

der entzug des sorgerechts kann auch aus anderen gründen entzogen werden z.b. entfremdung.

hier noch was für dich zum lesen.

Wille des Kindes:

Der Kindeswille wird umso mehr berücksichtigt, je älter es ist. Mit
Vollendung des 14. Lebensjahres hat das Kind ein Mitspracherecht.
(s.u.).Hat das Kind das vierte Lebensjahr vollendet, so wird es vom
Gericht angehört.

Diese Punkte sind grobe Anhaltspunkte, denn die Entscheidung wird von
Familiengericht in jedem Einzelfall aufgrund aller Umstände getroffen.
Dazu wird es immer eine Stellungnahme des Jugendamtes einholen.

Mitspracherecht des Kindes

Hat das Kind das 14. Lebensjahr vollendet, so hat es das Recht, der
Übertragung des alleinigen Sorgerechts auf einen Elternteil zu
widersprechen. Das Kind muss dabei seinen
Willen unzweideutig zum Ausdruck bringen, nicht ausreichend ist, dass es
bei einer Anhöhrung lediglich zu erkennen gibt, dass es lieber zu einem
der Elternteile gehe
möchte.

Das Gericht kann sich jedoch über den Widerspruch des Kindes
hinwegsetzten. Da es sich aber bei seiner Entscheidung am Kindeswohl
orientieren muss, dürfte so etwas in
der Praxis kaum vorkommen.

Antwort
von dressurreiter, 49

Was du dem Richter als 16 jähriger sagst, wird großen Einfluss auf das Urteil haben. Bestimmen wird es aber der Richter.

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