Frage von Mitsaku, 91

kann diese patchworkfamilie überhaupt gut gehen?

hallo community,

ich würde gern ein paar neutrale meinungen hören. ich ( mann, 39 ) bin seit ein paar monaten mit einer frau ( 38, mit sohn von 10 jahren ) zusammen.

die beziehung mit ihr läuft super und wir verstehen und auch prächtig. so langsam will sie mir ihren sohn vorstellen, da sie der meinung ist mit uns beiden könnte es in zukunft eine schöne patchworkfamilie geben.

ich finde ja schön das sie so denkt, und ich würde mir nichts sehnlicher wünschen als eine familie ( hab keine eigenen kinder ), aber ich habe da große zweifel.

ich denke, von dem was ich bisher weiss, das es mit ihrem sohn sehr sehr schwer werden wird, eine verbindung aufzubauen, bzw. das er mich irgendwann mal so akzeptiert das man als "familie" leben könnte.

die beziehung der frau zum kindsvater ging vor 4 jahren in die brüche. es ging von beiden seiten aus, da keine gefühle mehr vorhanden waren. danach war die frau in einer beziehung mit einem mann ( hielt ca. 3 jahre ) dem sie ihr kind vorgestellt hatte ( er hatte aber auch ein eigenes kind ). es klappte irgendwie nicht ( trotz aller versuche von ihr die beziehung zu retten ) und sie trennte sich von ihm.

nun war sie 8 monate single und wir haben uns getroffen. wie gesagt, läuft alles prima.

wegen dem kind. nun, ihr verhältnis zum vater ist sehr gut. sie sind gut befreundet und der vater sieht das kind auch oft ( jedes 2. wochenende plus minimum 1 tag unter der woche ). aber genau darin sehe ich unser problem in zukunft. angenommen es wird was, sie stellt mir demnächst ihren sohn vor, wird er mich sicherlich ablehnen und es wird schwer für mich zu ihm eine verbindung herzustellen. grade weil er seinen vater so oft sieht, wird er ja einen neuen partner der mutter mit allen mitteln ablehnen.

ich gönne dem vater sein kind, gar keine frage, aber in diesem fall würde ich mir eher ein nicht so tollen und herzlichen kontakt der beiden wünschen.

hab mit freunden drüber geredet, die sehen das eher schwierig und raten mir eigentlich davon ab. besser eine frau ohne kind, und wenn es eine mit kind sein soll, dann jemand die kein guten kontakt mehr zum vater hat, da es für mich dadurch leichter wird an das kind ranzukommen und irgendwann vielleicht eine "vaterfigur" sein zu können.

was denkt ihr ?

Antwort
von Rockige, 15

Ich denke, es ist in erster Linie ein Thema das du mit deiner Partnerin besprechen und regeln musst.

Jeder hat seine eigene Meinung aufgrund eigener Erfahrung oder aufgrund dessen was man so im eigenen Umfeld gesehen/ gehört hat.

Es gibt durchaus Paare bei denen es wunderbar klappt, bei denen es gut geht. Es gibt Paare da gibts Probleme und es klappt nicht.

Ich selbst kenne 2 Fälle von Patchwork (Frau mit Kind/ern, Kind war im Grundschulalter als man sich kennenlernte, es begann eine Beziehung, die Kinder hatten die üblichen Anlaufschwierigkeiten aber man raufte sich zusammen, sie akzeptierten den neuen Partner der Mutter und fanden letztlich in ihm einen wunderbaren Stiefvater).

Nur weil das Verhältnis zum leiblichen Vater einigermaßen gut ist heißt es nicht das der neue Partner der Mutter automatisch abgelehnt wird.

Also, red mit deiner Partnerin, es ist gut wenn ihr beide eure Hoffnungen und Ängste miteinander besprecht. Denn nur durch Ehrlichkeit ist allen geholfen.

Antwort
von DevilsLilSister, 15

Quatsch... :D  das ist doch nicht davon abhängig. Kinder die kein (oder kein gutes) Verhältnis zum Vater haben, können genauso ablehnend und abweisend sein, vll. sogar noch schlimmer weil sie unzufrieden mit der Situation, etc. sind.

Ich würde es mal probieren... das Kind mal kennen lernen. Ich meine... der Junge ist 10 Jahre alt. Erkläre ihm doch einfach mal das du nicht seinen Papa ersetzen willst aber das du möchtest das ihr gut miteinander aus kommt und immer ein offenes Ohr für ihn hast und er immer gerne zu dir kommen kann.

Ich würde wenn ich du wäre eine super Beziehung nicht wegen sowas gleich von vorne herein beenden. Probieren geht über studieren.

Viel Glück :)

LG

Antwort
von Goldmarie1988, 19

Hallo,

wenn du diese Frau wirklich liebst, dann bleibt dir nicht anderes übrig als der Sprung ins kalte Wasser. Was du da aufzählst sind Ängste (werden wird / sicherlich / usw..) die berechtigt sind aber nicht zutreffen müssen.

Es gibt einen Grund wieso sie getrennt sind und du musst auch nicht die Vaterfigur ersetzen. Sei du selbst, lass es auf dich zukommen, sei ein Kumpel für den Jungen aber "noch" kein Vater. Den leiblichen Vater kannst du sowieso nicht ersetzen.

Wenn du dir vorstellen kannst damit zu leben dann wage es. Wenn nicht, dann springe ab bevor du den Sohn kennengelernt hast. Denn erst danach abzuspringen macht alles noch komplizierter für die Frau und ihr Kind.

Lass dich nicht von Meinungen beeinflussen - höre auf dein Bauchgefühl
Alles Gute


Kommentar von Mitsaku ,

Sorgen macht mir auch noch ob SIE mich überhaupt richtig lieben kann ? Ich weiss halt nicht wie das bei Frauen mit Kind so ist ? Geht das überhaupt ? Kind UND Partner lieben ?

Kommentar von Goldmarie1988 ,

Ja natürlich :-) vor Allem wenn du sie unterstützt. Die Situation gerade ist bestimmt auch nicht einfach für sie. Sei für sie da und sei bitte nicht zu eifersüchtig. Dass sie guten Kontakt mit dem Vater hat ist doch eigentlich eine schöne Sache. Wenn das Kind entspannt ist, ist es meistens auch die Mutter. Vertrau ihr da einfach. Wenn sie dich nicht lieben würde, würde sie den Schritt nicht wagen dir ihren Sohn vorzustellen

Kommentar von gnarr ,

ein kind liebt man bedingungslos. einen partner als partner und menschen. das sind zwei völlig unterschiedliche dinge.

Kommentar von Goldmarie1988 ,

als wüsste ich das nicht.... Man kann trotzdem seinen Partner lieben und die Mutter und den Bruder usw. Und das tut man ja auch! Willst du die Liebe jetzt messen? Kind 10 Partner 8 Mutter 8 usw oder wie stellst du dir das vor?
Liebe ist Liebe und er fragt ob man beide lieben kann. Dass das Kind über Allem steht sollte hier selbstverständlich sein.

Antwort
von adianthum, 2


Ich erinnere mich daran, wie es war, als ich meinen letzten Freund kennenlernte.

Ich hab 2 Töchter, (damals 7 und 11 Jahre alt) und in der Kennenlernphase habe ich ihm klar gesagt, dass meine Kinder immer Vorrang vor ihm haben werden, was er auch akzeptiert hat.

Als wir abends telefonierten kam meine Große rein: Mama, mit wem redest du da?

Mit XXX

Gib mal, ich will auch mal mit dem sprechen!

Ich gab den Hörer weiter mit den Worten: Meine Tochter will mit dir reden...und bin in die Küche gegangen.

Die Beiden haben sich dann fast eine Stunde über alle mögliche unterhalten,
haben geflachst, und ich hab mein Kind einige male lachen hören.

Später kam sie in die Küche, drückt mir den Hörer in die Hand und meinte: Der ist in Ordnung, lad den doch mal zum essen ein...

Er hat nie versucht ihnen den Vater zu ersetzen, denn, wie auch andere schon schrieben, die Kinder hatten ja schon einen Vater.

Ich war 8 Jahre mit dem Mann zusammen und er hat mir mit meinen Töchtern
durch die Pubertät geholfen. Sie konnten mit ihm über das reden, worüber sie mit ihrem Vater wegen seines Erziehungsauftrages nicht hätten reden können (sonst hätte es Ärger gegeben)- und das auf Augenhöhe.

Vor allem auch über Jungs! ;-))

Meine "Kleine" war jetzt ein Jahr im Ausland und hat nach ihrer Rückkehr, vor 3 Wochen, auch XXX besucht, obwohl wir schon seit einigen Jahren wieder
getrennt sind!

Damit will ich ausdrücken, dass wenn man Kindern auf Augenhöhe, authentisch und ohne Vorurteile oder Besserwisserei gegenüber tritt, dann akzeptieren sie einen auch. Als Freund/in!

Mehr ist eh nicht drin.




Kommentar von Mitsaku ,

Vater wegen seines Erziehungsauftrages nicht hätten reden können (sonst hätte es Ärger gegeben)- und das auf Augenhöhe.

Was genau meinst du ? Über was kann der Vater nicht reden ?

Kommentar von adianthum ,

Jungs - ich kanns ja nur aus weiblicher Sicht erklären- wie die ticken. Väter sind da bei ihren Töchtern eher "komisch", die haben ein Problem damit, wenn hre Mädels heranreifen und zur Frau werden.

Physik und Chemie konnte er ihnen auch erklären, Fahrrad reparieren...

Vor allem hatte er die Gelassenheit in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben, wo sich der Vater aufgeregt hätte.

Z.B. Noten. Ich war da eher gelassen, der Vater anspruchsvoll, und XXX konnte bei einer verhauenen Klassenarbeit wunderbar mit Worten trösten.

Du musst den Jungen einfach mal kennenlernen, ohne Erwartungen, dich nicht "einkaufen", er ist ein Junge, du warst auch mal einer.

Also wirst du schon wissen, was du an einem Erwachsenen "cool" gefunden hättest. Du muss niemanden beeindrucken! Aus dem Alter solltest du eigentlich raus sein.

;-))

Antwort
von Lucyengel, 12

Lieber Mitsaku,

ich kann deine Bedenken gut verstehen. Der Anfang von euch beiden könnte sicherlich etwas schwer sein. Lass ihm Zeit sich an dich zu gewöhnen. Unternimm viel mit ihm ( z.B. Freizeitpark ) so lernt ihr euch besser und er fasst vertrauen zu dir. Passe dich seinen Interessen an: wenn er z.B. Fußball mag kannst du dich darüber informieren und dann mit ihm darüber reden. Sprich mit deiner Freundin über deine Bedenken und halte dich mit dem Kindesvater gut. Viel Glück noch in deiner neuen Familie :D

Antwort
von gnarr, 15

du wirst nie eine vaterfigur für das kind darstellen und wirst auch nie die vaterrolle einnehmen, denn das kind hat einen vater. und es ist gut das er so oft wie möglich umgang mit beiden eltern hat. es ist toll, dass die eltern in freundschaft verbunden sind und sich gut verstehen.

deine herangehensweise sollte also nicht eifersucht auf die elternschaft sein, sondern dass du ein guter väterlicher freund werden kannst für das kind. wenn er dich ablehnt, dann lebe damit. du bist erwachsen und lebst dein ding einfach weiter. ignoriere das verhalten des kindes und sanktioniere ihn wo es nötig wird. ansonsten zeige ihm, dass er ein wichtiger bestandteil der familie ist und das du  zu keiner zeit probleme damit hast dass er einen sehr guten draht zu beiden eltern hat. alles andere wird das kind von dir fern halten und über kurz oder lang die mutter abstoßen.

mein ex und ich sind bestens befreundet und haben ein gemeinsames kind. ich habe die frauen kommen und gehen sehen. die ein oder andere wurde vom ex gegangen weil sie nicht damit leben konnte/wollte das wir guten kontakt zueinander haben und freunde sind. sie wurde seinerseits entfernt.

entweder liebst du deine freundin mit allem was an ihr hängt oder du wirst sie verlieren.

Kommentar von Mitsaku ,

Wobei ich das Verhalten auch sehr egoistisch finde. Wenn man ein neuen Partner hat und diesen auch wirklich liebt oder sehr gern hat, dann könnte man sich ja mit dem Vater/Mutter arrangieren und irgendwie ein wenig Rücksicht nehmen. Evtl. den Kontakt ein wenig zurück fahren ( soll NICHT heißen das Kind weniger zum anderen gehen zu lassen ). Nur halt den elterlichen Kontakt auf ein Minimum zu reduzieren.

Das würde ich auf jeden Fall verlangen, sonst könnte ich auf Dauer damit sowieso nicht umgehen.

Kommentar von gnarr ,

es wäre egoistisch seitens des neuen partners dem partner vorzuschreiben wie er seine freundschaften pflegt und in welcher intensität. wenn du derartiges von mir verlangen würdest, dann wärest du sofort vor der tür. wir sind in erster linie eltern und das sind wir 24h/7tage die woche/365 tage im jahr. wenn kind umgang hat bin ich 24 h erreichbar für den vater, genauso wie es andersherum ist.

du musst dich in dieses system reinfinden ohne die elternschaft zerstören oder einschränken zu wollen. das steht dir nicht zu.

Antwort
von nnblm1, 19

Ich denke, dass du auch bei einer guten Beziehung zum leiblichen Vater eine gute Bindung mit dem Kind eingehen kannst - allerdings braucht das eben Zeit. Man darf sich nicht zu viel zu schnell erwarten.

Ich könnte mir zB vorstellen, dass bei einer nicht so guten Beziehung zum leiblichen Vater das Kind dich umso mehr ablehnt, da es einen Loyalitätskonflikt hat und so dem Vater, nach dessen Zuneigung/Anerkennung es sich sehnt, zeigen will, dass es ihm gegenüber loyal ist.

Hier sind viele Möglichkeiten denkbar - ohne es zu versuchen, wirst du nicht wissen, was daraus wird. Ich fände es aber schade, wenn du aus Angst, dass der Beziehungsaufbau mit dem Kind schwierig sein könnte (was gut möglich ist, aber auch überhaupt nicht sein muss) der Beziehung zu der Frau, die du toll findest, keine Chance mehr gibst.

Antwort
von Landliebelei2, 15

kann diese patchworkfamilie überhaupt gut gehen?

das wird dir keiner im voraus sagen können.. das leben ist nicht vorhersehbar.. manchmal klappts,manchmal halt nicht...

Antwort
von IsEgal15, 11

Hallo :) 


Zunächst möchte ich sagen: Der Junge ist schon 10 Jahre alt. Ich denke kaum, dass er dich (oder sonst jemanden außer seinen Vater) als "Vaterfigur" ansehen wird. 

Dein Ziel sollte es sein ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm aufzubauen. Nicht als Vater, sondern als "älteren Kumpel" mit dem er lachen, aber auch über Probleme etc sprechen kann. 

Versuche gar nicht erst dich als Vaterfigur behaupten zu wollen, sondern zeige ihm von Anfang an klar, dass du der neue Freund von seiner Mama bist, ihm sie aber nicht "wegnehmen" und auch keinen ersetzen willst. 

Vielleicht wird es Anfang etwas holprig, aber wenn er sieht, dass du seine Mama glücklich machst und du ihn auch magst und für ihn da bist, dann wird er dich bestimmt akzeptieren. 

Wenn nicht, dann ist es leider so und dann solltest du auch nicht "krampfhaft" versuchen etwas daran zu ändern.. Dann könntest du dich nur mit deiner Freundin zusammen setzten und besprechen wie ihr damit umgehen wollt. 

Zeige nur nicht (zu doll), wie unsicher du bist. ^^


Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen. Viel Glück. :) 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community