Frage von moopel, 84

Kann die Vormundschaft auch jemand anderes übernehmen?

Hallo,

meine Eltern haben vor Jahren die Vormundschaft für mich eingeklagt und auch bekommen. Ich leider an Magersucht und musste damals zwangseingewiesen werden und während der nasalen Magendsonde gefesselt werden.

Danach habe ich die nie zurück geklagt. Jetzt bin ich wieder rückfällig und gehe freiwillig in Behandlung.Bin auf Wunsch meiner Eltern auch wieder zu Hause eingezogen. Das Problem aber ist, dass meine Mutter gesundheitlich krank ist ihr die Belastung nicht gut tut. Ihr fallen diese Entscheidungen schwer und belasten Sie psychisch zu stark.

Ich wollte daher einmal fragen,wie es aussieht, können nur Eltern die Vormundschaft für einen übernehmen oder können das auch zb Geschwister machen? Oder sogar außenstehende Personen, vielleicht sogar Ärzte oder Psychologen, enge Freunde? Es geht mir hier nur um die rechtliche Seite...

Achso, ich weiß nicht ob das wichtig ist, ich bin jetzt 26 Jahre alt.

Vielen Dank, eure moopel

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Joergi666, 48

Lebst du in Deutschland? Da gibt es Vormünder nur noch für Minderjährige, für Erwachsene gibt es gesetzliche Betreuer, wobei ein solcher Betreuer nicht im Verwandtschaftsverhältnis stehen muss.

Kommentar von Bitterkraut ,

Das stimmt, aber letzlich ist es egal, wie man es nennt. Vormund konnte auch ein Außenstehender sein insoweit hat sich kaum was geändert.

Kommentar von moopel ,

Ja kommme aus Deutschland. Das wurde damals noch über das Vormundschaftsgericht (heute Betreuungsgericht). Das wurde kurz darauf irgendwann geändert. Mit Vormund meine ich die Betreuer...

Kommentar von Joergi666 ,

ich hab die Sache nicht ausgeführt, da hier manchmal ja auch Österreicher oder Schweizer schreiben. Auch ich würde dir dann raten dich ans Gericht zu wenden und dir einen neutralen Betreuer bestellen zu lassen, aus meiner Erfahrung sind die Konstellationen mit gesetzlicher Betreuung innerhalb der Familie oft sehr kompliziert, wobei eine außenstehende Person dann manchmal auch sinnvoller ist.

Kommentar von moopel ,

Rechtlich ist es also möglich, dass es auch eine außenstehende Person ist?

Kommentar von Joergi666 ,

ja klar, es gibt Berufsbetreuer, die in der Regel Juristen oder Sozialarbeiter sind oder auch andere Personen wie Freunde können das übernehmen, dann aber ehrenamtlich (sprich ohne Bezahlung).

Antwort
von teafferman, 29

Es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen für esssüchtige Menschen in diesem Land. Ich möchte Dir dringendst empfehlen, zunächst mal Kontakt zur 

Landesstelle für Suchtgefahren

bei Dir vor Ort aufzunehmen. Dort solltest Du eine Liste aller vor Ort aktiven Selbsthilfegruppen erhalten können. Zudem kannst Du da nachfragen, ob sie Menschen kennen, die ehrenamtlich oder beruflich von Anorexia nervosa Betroffene begleiten. 

Bitte suche in der nächsten Zeit jedes Treffen jeder dieser SHG auf. Du brauchst es. Frage da gerne nach Erfahrungen mit Kliniken. Frage nach, ob Du eine Sponsorin bekommen kannst und lasse Dir diesen Begriff erklären. 

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Du leidest, wie Du sicherlich weißt, an einer sehr tückischen Erkrankung. Ein Klinikaufenthalt alleine reicht nie. Schon in der ersten Klinik hätte unbedingt auf SHG und ihre wesentliche Bedeutung hingewiesen werden sollen. Wird leider nicht überall gemacht. 

Als Bild kannst Du Dir vorstellen:

Als Du das letzte Mal eingewiesen wurdest, hattest Du alle Knochen der Beine, Füße, Hände und Arme mehrfach und kompliziert gebrochen. 

Wenn ich recht verstehe, wurde nur grob äußerlich gerichtet ohne ein Röntgenbild zu machen. Dann kam ein Gipsverband drüber bis Du einigermaßen aber nicht gut gehen konntest. 

Du hast Dich, da es sich ja schließlich um Ärzte handelte, daran gewöhnt, nun schief durch die Welt zu gehen. Es mag das Schwarze unter dem Fingernagel gewesen sein, welches einen erneuten Bruch an alten Stellen - ja, von mehreren lass uns ruhig ausgehen - verursachte. Das kommt in solchen Fällen durchaus vor. 

Du brauchst jetzt also eine Klinik, die nicht nur den Akutzustand behandelt sondern auch eine Langzeittherapie anbietet als normale Anschlusstherapie. Es gibt einige solcher Kliniken. 

Ja. Deine Mutter ist sehr verständlich stark erschöpft. Denn diese Anorexia nervosa ist gerade für die Angehörigen eine sehr anstrengende Erkrankung, wird ihnen nicht von der erstbehandelnden Klinik für sie eine Selbsthilfegruppe empfohlen und womöglich genannt / angeboten. 

Hier sind zwei Adressen, an welche sich Deine Mutter ebenfalls wenden kann

Aktionskreis für Ess- und Magersucht Cinderella e. V.

Gaßnerstraße 27

80639 München

Beratungszentrum bei Ess-Störungen – Dick & Dünn e.V.

Innsbrucker Straße 37

10825 Berlin

Du selbst nimmst dort bitte unbedingt Kontakt auf. Tue Dir selbst bitte die Liebe und schreibe zunächst mal in Stichworten Deinen Werdegang auf, die Kliniken in welchen Du wie lange wann warst. Und in Stichworten, wie es Dir danach gegangen ist und wie Du selbst einschätzt, dass Du wieder voll zurückfallen konntest. 

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Ich habe Dir ein Bild genannt für den Zustand Deines nichtstofflichen Seins. Damit meine ich nicht einfach die Psyche. Ich meine vor allen Dingen Deine Gefühle. 

Unser nichtstoffliches Sein können wir nicht sehen. Wir können es nur beschreiben. Um es beschreiben zu können brauchen wir Worte. 

Die Erfahrung lehrt, dass es den Betroffenen oft an den passenden Worten fehlt. In SHG werden solche Worte ausgetauscht. Manche Formulierungen mögen zunächst bei Dir Abscheu hervorrufen oder andere Gegenwehr. Das liegt einfach daran, dass Dir unbekannt ist, auf diese Weise von sich selbst zu sprechen. 

Menschen, die lange im Dunkeln lebten, haben Angst vor der Helligkeit. Angst löst Abwehrreaktionen aus. Das ist natürlich und normal. Wer aber im Dunkeln lebt, lebt nicht gesund und natürlich. Es ist also ratsam, diese Angst als eine Energie nutzen zu wollen, die befähigt, sich langsam an die Helligkeit zu gewöhnen. 

Gehe also auf jeden Fall immer wieder zu den Treffen, höre gut zu. 

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Eine normale gesetzliche Betreuung ist zwar gut und schön, wird aber in Deinem Fall kaum ausreichen. Denn eine gesetzliche Betreuung ist keine Pflegekraft und keine Haushaltshilfe .Eine gesetzliche Betreuung regelt ausschließlich jene Angelegenheiten, die ausdrücklich genannt sind. 

Du kannst mal auf Facebook bei der Gruppe 

Gesetzliche Betreuungen nachfragen, ob Du da Rat bekommen kannst. .So weit ich erinnere, gibt es mindestens eine Person dort, die auch per privater Nachricht auf Nachfrage angeschrieben werden kann. 

Kommentar von moopel ,

Vielen Dank für deine Antwort, aber wirklich hilft es mir nicht...

Ich kämpfe seit 7 Jahren und war auch schon 3x in Kliniken für Langzeit. 1x 3 Monate und 2x 6 Monate. Mit anschließender ambulanten Therapie. Auch jetzt bin ich in ambulanter Therapie und warte auf den nächsten Platz. Ich brauche daher keine Anlaufstellen.

Meine Mutter ist nicht nur krank und geschwächt durch meine Anorexia nervosa. Meine Mutter hat sein Mitte der 90er einer Diagnose einer Autoimunerkrankung. Diese wird schlimmer, wenn sie psychisch belastet ist. 

Ein Betreuer bzw Vormundschaft ist ja auch kein Pflege oder Haushaltshilfe. Diese bestimmen zb dass ich künstlich ernährt werden soll, dass man mich ans Bett fesseln darf und zb das ich zwangseingewiesen werden soll. Und noch vieles mehr. 

Antwort
von Ronox, 25

Geht es um deutsches Recht? In Deutschland kann eine volljährige Person nicht unter Vormundschaft stehen, sondern lediglich unter Betreuung, was etwas andere Auswirkungen hat. Wenn dann sind also deine Eltern deine Betreuer. Die Betreuung kann prinzipiell jede volljährige natürliche Person übernehmen, wenn sie geeignet ist, wobei Familienangehörige in der Regel bevorzugt werden. Wende dich also am besten an das zuständige Betreuungsgericht, sofern es sich wirklich um eine Betreuung handelt. Das kann man bisher aber nur mutmaßen.

Kommentar von moopel ,

Ja kommme aus Deutschland. Das wurde damals noch über das Vormundschaftsgericht (heute Betreuungsgericht). Das wurde kurz darauf irgendwann geändert. Mit Vormund meine ich die Betreuer... 

Aber danke dir :)

Antwort
von Bitterkraut, 39

Du bist volljährig, wie wärs, wenn du die Vormundschat allmählihc mal selbst übernimmst? Und damit auch die Verantwortung für dich? Wende dich an das Vormundschaftsgericht, das dich diesbezüglich  "beurlaubt" hat und deine Eltern eingesetzt hat.

Wenn du selbst alles daran setzt, gesund zu werden, wird deine Mutter entlastet, schon daran gedacht? Du willst doch sicher nicht lebenslänglich unter Vormundschaft stehen?  

Kommentar von moopel ,

Naja, ich stecke zur Zeit wieder mittendrin in der Magersucht und noch bin ich dem ganzen "überlegen". Aber mir würde zur Zeit keiner meinem Vormund zurück geben. Das sagen mir alle Ärzte. Weil zu groß die Gefahr ist, dass es wieder wird wie damals. Das kann man nicht beeinflussen. Ich würde gerne für mich selbst entscheiden. Wenn ich meinen nächsten Klinikaufenthalt hinter mir habe und stabil bin, dann will ich das auch zurück. 

Antwort
von Nicbur, 16

Außenstehenden Personen. Können das auch machen.Muss bei Gericht beantragt werden!

Antwort
von Alica04, 26

Ich bin 27, seit 15 Jahren essgestört und habe auch eine gesetzliche Betreuerin. Ich war zeitweilig absolut Unfähig die richtigen Entscheidungen zu treffen und hätte mich so definitiv umgebracht. Meine Betreuerin hat hingegen in den entscheidenden Situationen entschieden und mir so oft den hintern gerettet, auch wenn ich das zu der Zeit nicht so sehen wollte. So eine Betreuung wird durch ein Gutachten eines Richters eingerichtet!

Kommentar von moopel ,

Ja das ist mit mir und meinen Eltern nicht anders. Ohne deren Entscheidungen wäre ich auch nicht mehr da.

Aber kann denn auch wer anderes durch Gutachten vom Richter Betreuer werden ausser Eltern/ Familie? Ist da jeder möglich 

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