Frage von asmartquestion, 47

Kann die Versicherung vom Unfallverursacher noch Ansprüche geltend machen?

Guten Tag!

  • Als scheinbarer Verursacher eines Verkehrsunfalls hatte der Kläger vor Gericht Ansprüche gegen mich geltend machen können. Gegenstand sollen die Selbstbeteiligung, der Nutzungsausfall und eine Kostenpauschale gewesen sein. Die Forderungen habe ich schließlich ausgeglichen. (Unfallhergang: Ich, der Fahrradfahrer, fuhr scheinbar aus einem unerklärlichen Grund gegen das 'stehende' Auto im Halteverbot. Erinnern kann ich mich an nichts.)
  • Nun, knapp drei Jahre nach dem Unfall, wendet sich die Versicherung an mich und fordert die Reparaturkosten des Wagens (ca. 2000 €) ein, die nicht Gegenstand des vorangegangen Verfahrens des Klägers war.

Zur Frage. Hat der Kläger nicht zuvor schon alle Ansprüche geltend machen müssen bzw. geltend gemacht? Kann man Jahre später nochmal wegen der selben Sache Klagen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FordPrefect, 27

Als scheinbarer Verursacher eines Verkehrsunfalls hatte der Kläger vor Gericht Ansprüche gegen mich geltend machen können

Ahem - hier ist nichts mehr mit "scheinbar". Das Gericht hat dich schuldig gesprochen, sonst hätte der Kläger nicht Recht erhalten.

Nun nach knapp drei Jahren wendet sich die Versicherung an mich und fordert die Reparaturkosten des Wagens (ca. 2000 Euro) ein, die nicht Gegenstand des vorangegangen Verfahrens des Klägers war.

Sofern noch keine Verfristung eingetreten ist (3 Jahre nach § 195 BGB, allerdings hemmt diese Frist ein Gerichtsverfahren zur Klärung der Schuld!), kann (und wird!) der Versicherer dich dennoch in Regress nehmen, wenn du den Schaden schuldhaft verursacht hast. Hätte man eine PHV, würde die hier wohl in die Bresche springen. Ich gehe aus dem Kontext mal davon aus, dass hier keine bestand zum Unfallzeitpunkt; damit haftest du vollumfänglich unbegrenzt. Du solltest das umgehend mit einem Anwalt besprechen.

Antwort
von Buerger41, 7

Sie kann das, wenn sie nachweisen kann, dass die Ansprüche des Fahrzeugeigentümers auf sie übergegangen sind und tatsächlich auch in der Höhe entstanden und notwendig waren.

Die Forderungen, die Gegenstand des abgeschlossenen Verfahrens waren, sind abgegolten und können auch nicht mehr gestellt werden.

Noch nicht gestellte Forderung, z.B. die Höhe der Rep. können geltend gemacht werden. Diese Forderung ist auch noch nicht verjährt. Aber möglicherweise ist die Forderung Einrede behaftet. Das wird Ihnen am besten ein Anwalt darlegen können.

Wenn Sie eine Privathaftpflichtversicherung haben, melden Sie dieser die Forderung.

Antwort
von Menuett, 13

Die Versicherung und die Person sind zwei paar Schuhe.

Klar kann die Vollkasko ihr Geld von Dir zurückholen.

Hattest Du denn keine private Haftpflichtversicherung?

Und verjährt wäre es erst 3 Jahre nach dem Schadensjahr.

Antwort
von 19Michael69, 16

Hallo,

zu 100% rechtssicher kann dir das wohl hier kaum jemand beantworten.

Ich gehe davon aus, dass die Versicherung des Unfallgegners die Forderung an dich stellt.

Da dies ein Schaden ist, der von deiner Privat-Haftpflicht übernommen wird - sofern du denn eine hast - würde ich mich direkt an diese wenden.

Die kennen sich sicher mit solchen Vorgängen und Forderungen aus und können dir sagen ob diese zum einen überhaupt gerechtfertigt ist und zum anderen nicht verspätet / verjährt ist.

Viele Grüße

Michael

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